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Industrie: Sichere Gasversorgung langfristig sicherstellen
IV-Koren: Einzelne Gruppen nicht gegeneinander ausspielen,
Gaskrise trifft alle - mangelnde Versorgung würde Wertschöpfung
und Arbeitsplätze kosten - EU soll rasch vermitteln
"Energie-Versorgungssicherheit ist einer der
wichtigen Standortfaktoren für das Industrieland Österreich. Die
Versorgung mit Gas muss langfristig sichergestellt werden", forderte
der Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag.
Peter Koren, heute, Mittwoch, im Vorfeld der Sitzung des
Energielenkungsbeirates. Die Schwierigkeiten der Industrie dürften
auf keinen Fall kleingeredet werden. "Probleme bei der Gasversorgung
wären für die Industrie und damit Österreich mit massiven Verlusten
an Wertschöpfung und Arbeitsplätzen verbunden", verwies Koren
insbesondere auf die exponierte Lage energieintensiver Bereiche wie
Chemie, Papier, Stahl, Glas und Zement. Da die Industrie zahlreiche
Güter des täglichen Bedarfs herstelle, wären die Folgen von
Rationierungen bei der Gasversorgung in der Gesamtheit
hochproblematisch. Besonders wichtig sei dabei, einzelne betroffene
Gruppen, etwa Konsumenten und Wirtschaft, nicht gegeneinander
auszuspielen, so Koren, der sich davon überzeugt zeigte, dass die
Problematik bei Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und der
E-Control "in den besten Händen" sei.
Die aktuelle Krise bei der Gasversorgung sei "eine Mahnung, die
heimische Energieinfrastruktur rasch weiterzuentwickeln", betonte
Koren. So sei es einerseits erfreulich, dass man in Österreich aus
der Vergangenheit gelernt, und Reserven aufgebaut habe. "Was wir mehr
denn je brauchen ist ein Generalplan Energie für Österreich, wie er
seitens der Industrie bereits 2004 vorgeschlagen wurde", so Koren.
Die aktuelle Krise zeige einmal mehr, wie wichtig eine breite
Aufstellung bei der Energieversorgung sei. Kurzfristig solle
Österreich alternative Importmöglichkeiten, etwa aus Deutschland
sowie LNG, bemühen. "Längerfristig muss darüber hinaus der
Realisierung der Gaspipeline Nabucco oberste Priorität beigemessen
werden", forderte der Vize-Generalsekretär. Der EU komme in der
aktuellen Krise jedenfalls eine politische Schlüsselrolle zu, ist
Koren überzeugt. "Europa kann Handlungsfähigkeit beweisen, indem es
zwischen Russland und der Ukraine vermittelt und Druck für ein Ende
des Gasstreits ausübt."
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