NEWS: Verfahren wegen FMA-Amtsmissbrauch-Anzeige eröffnet
MEL-Anwälte haben 70 Seiten starke Sachverhaltsdarstellung
wegen Missbrauch der Amtsgewalt eingebracht.
Gegen die heimische Finanzmarktaufsicht (FMA) wurde
bei der Staatsanwaltschaft Wien unter der Aktenzahl 17 St 332/08a ein
Verfahren wegen des Verdachtes auf Missbrauch der Amtsgewalt
eröffnet, vermeldet das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen
erscheinenden Ausgabe. Grund ist eine 70 Seiten umfassende
Strafanzeige gegen Organe bzw. Bedienstete der FMA, die von Anwälten
früherer Direktoren der Immobiliengesellschaft Meinl European Land
eingebracht wurde und die NEWS exklusiv vorliegt. Die Beschuldigten,
für welche die Unschuldsvermutung gilt, haben, so FMA-Sprecher Klaus
Grubelnik gegenüber NEWS, "bis heute nichts von der
Staatsanwaltschaft gehört und können deshalb keinen Kommentar dazu
abgeben."
Damit geht die Affäre um die börsennotierten Meinl-Unternehmen in
die nächste Phase. Die umfassende Anzeige, die von Anwalt Michael
Rami eingebracht wurde, zerpflückt die Anzeige der FMA an die
Staatsanwaltschaft vom 12. 6. 2008, in welcher Verstöße der MEL gegen
das Kapitalmarktgesetz vorgeworfen werden. "Die FMA schrieb Berichte,
die der Aktenlage widersprechen, und machte öffentliche Statements,
die rufschädigend sind", erklärt Rechtsanwalt Rami gegenüber NEWS.
"Die FMA hat Sachverhalte in vielfacher Weise falsch sowie
irreführend wiedergegeben und immer zu Lasten der MEL. Daher ist der
Verdacht begründet, dass hier Missbrauch der Amtsgewalt vorliegt", so
der Anwalt zu NEWS.
Die Anzeige gegen die FMA ist gespickt mit Dokumenten, die
einzelne Darstellungen der FMA widerlegen sollen. Dabei geht es auch
um die umstrittenen Rückkäufe von 88,8 Millionen MEL-Zertifikaten.
Hier soll laut MEL-Darstellung eine genaue Abstimmung der MEL mit der
FMA erfolgt sein. In einer Presseaussendung der FMA vom 17. Juli 2008
wird dies bestritten. Nun wird in der Anzeige ein Mailverkehr der
MEL-Anwaltskanzlei Hausmaninger mit der FMA vom 16. 7. 2007
offengelegt, der das Gegenteil beweisen soll. "Die FMA hat hier
eindeutige Vertrauenstatbestände gesetzt, weil sie über Rückkäufe
vorher informiert war und die außergewöhnlich hohen Käufe auch über
ihr Börsenradar zeitnah über Wochen beobachtet hat", finden die MEL-
Rechtsvertreter.