euro adhoc: Eybl International AG / Eybl International AG bestätigt die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2007/08
- Umsatz im Geschäftsjahr 2007/08 EUR 294 Mio.
- Jahresfehlbetrag EUR 45,9 Mio.
- Erste Sanierungsmaßnahmen bereits erfolgreich umgesetzt
Krems, 18. August 2008.
Die Eybl International AG (ISIN: AT0000908157) - ein international anerkannter
Hersteller von Interieurteilen für den automobilen Innenraum, spezialisiert auf
die Produktion von Autotextilien, Konfektion von Sitzbezügen aus Stoff oder
Leder, mit rund 4.100 Mitarbeitern an neun Produktionsstandorten in Österreich,
Ungarn, Rumänien, Deutschland und Slowakei - gibt die Bilanzkennzahlen für das
Geschäftsjahr 2007/08 bekannt.
Im Geschäftsjahr 2007/08 erzielte Eybl einen Umsatz von EUR 294,1 Mio., der
damit rund 12% unter dem Vergleichswert des Vorjahres lag (EUR 332,8 Mio.).
Maßgeblich für diesen Rückgang war die angespannte finanzielle Situation des
Unternehmens, die auf Kundenseite zur restriktiven Projektvergabe an Eybl
führte. Die größten Rückgänge betrafen die Umsätze mit den Kunden VW/Audi (EUR
-19,1 Mio.) und Daimer AG (EUR -13,9 Mio.).
Die Zusammensetzung des Umsatzes nach Technologien weist mit 63,3% Konfektion
(Vorjahr 65,7%), 24,2% Flächenbildung (Vorjahr 23,5%) und 12,5% Interieur
(Vorjahr 10,8%) geringfügige Verschiebungen gegenüber dem Vorjahr auf.
Wirtschaftliche Entwicklung
Die angespannte finanzielle Lage des Unternehmens ab Ende 2007 führte immer
wieder zur Verhängung von Lieferstopps seitens bedeutender Lieferanten, was sich
auf den Produktions- und Lieferprozess (Just in Time Produktion) negativ
auswirkte. In der Folge mussten hohe Kosten (rd. EUR -11 Mio.) für Sonderfahrten
und Ineffizienzen (Produktivitätsabweichungen, Zusatzschichten) aufgewendet
werden um die Lieferverpflichtungen erfüllen zu können.
In Verbindung mit dem gegenüber dem Vorjahr stark gesunkenen Umsatz (EUR -38,7
Mio.) und der nicht in gleichem Umfang vorgenommenen Fixkostenreduktion des
Unternehmens traten erhebliche Kostenbelastungen im Ergebnis auf.
Daneben waren auf Grund von Neueinschätzungen Wertberichtigungen im Working
Capital im Ausmaß von rd. EUR 6,8 Mio. (EUR 2,8 Mio. Vorräte, EUR 2,5 Mio.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, EUR 1,5 Mio. Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen) vorzunehmen.
Das EBIT des vergangenen Geschäftsjahres lag mit EUR -35,9 Mio. deutlich unter
dem Vorjahreswert von EUR 7,4 Mio. Die EBIT-Marge lag mit -12,2% ebenfalls klar
unter dem Vorjahresniveau (2,2%). Der Jahresfehlbetrag erreichte im
Geschäftsjahr 2007/08 EUR -45,9 (Jahresüberschuss EUR 1,5 Mio. im
Wirtschaftsjahr 2006/07).
Die Bilanzsumme zum Stichtag 31.3.2008 verkürzte sich im Wesentlichen durch die
Reduktion des Anlagevermögens von EUR 232,9 Mio. (Stichtag 31.3.2007) auf EUR
228,1 Mio. Die Eigenkapitalquote liegt bei 2,7% (Vorjahr 23,2%).
Erfolge am deutschen Automobilmarkt
Der Auftragseingang der Eybl Gruppe erreichte im Jahr 2007/08 EUR 212 Mio. Die
rückläufige Entwicklung war im Wesentlichen auf den Preisverfall am Markt, den
Eybl nicht oder nur eingeschränkt an die Kunden, die ihrerseits ausgeprägte
Sparkurse verfolgen, weitergeben konnte, sowie Qualitäts-, Produktions-, und
Lieferperformanceprobleme infolge der angespannten wirtschaftlichen Situation
der Eybl-Gruppe zurückzuführen.
Dennoch konnte die Eybl-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr zahlreiche
internationale Aufträge an Land ziehen. So ist Eybl in fast allen aktuellen
AUDI-Modellen vertreten und fertigt beispielsweise rund 50 % des Stoffvolumens
für das Modell
AUDI Q5. Auch für den neuen VW Passat Coupé konnte Eybl einen zukunftsweisenden
Auftrag gewinnen und zeichnet in Kooperation mit der VW Tochter SITECH für den
kompletten Umfang der Bezüge-Entwicklung und Konfektion verantwortlich.
Besonders erfolgreich entwickelte sich auch die Zusammenarbeit mit SEAT.
So sicherte sich Eybl auch einen EUR 35 Mio. Auftrag zur Konfektionierung der
hochwertigen Sitze eines neuen Modells eines süddeutscher Herstellers mit
Klimaleder. Die hochwertigen Sitzbezüge wurden in enger Zusammenarbeit mit den
verant-wortlichen Bereichen des Fahrzeugherstellers entwickelt, wobei einmal
mehr die Eybl-Technologie "Virtual Reality" ausschlaggebend für den Erfolg des
Unternehmens war. Mit dem Gewinn dieses Auftrages setzte Eybl International nach
der Ausstattung der M-Serie bei den 3er-Modellen die Zusammenarbeit mit dem
deutschen Premiumhersteller erfolgreich fort.
Der Auftragsstand der Eybl Gruppe betrug zum Stichtag 31.3.2008 rund EUR 900
Mio.
Großes "Committment" seitens des Kernaktionärs
Im Rahmen der in 2008 abgeschlossenen Vereinbarungen zur Sanierung der Eybl
Gruppe hat der Kernaktionär, die Fries Familien-Privatstiftung durch die
Sicherstellung einer Kapitalerhöhung in Höhe von 32,4 MEUR einen wesentlichen
Beitrag zur Zukunftssicherung des Eybl Konzerns geleistet.
Dies ermöglicht dem Unternehmen, sich wieder als verlässlicher Partner der
Automobilhersteller auf dem Markt zu positionieren.
Optimistischer Ausblick trotz schwieriger Situation
Das neue Management-Team der Eybl International AG, dem neben den beiden
Vorständen Otto Zwanzigleitner (CEO) und Peter Löschl auch Markus Gahleitner als
CFO und Anton Glockner als Head of Operations angehören, hat auf Basis der
Erkenntnisse aus den Vorbereitungen zum Jahresabschluss 2007/08 folgende
operative Punkte als zentrale operativen Aktionsfelder für das Wirtschaftsjahr
2008/09 definiert:
- Stabilisierung und Produktivitätsoptimierungen in den operativen Bereichen.
Dies betrifft Produktivität, interne Qualität und ein strukturiertes Net Working
Capital Management.
- Volles Committment zur Umsetzung einer Prozessorientierung in allen direkten
und indirekten Bereichen, verbunden mit einem aktiven Änderungsmanagement.
- Neustrukturierung und Verstärkung des Internen Kontrollsystems (IKS) im Eybl
Konzern.
- Aktives Gemeinkostenmanagement zur Erreichung einer entsprechenden
mittelfristigen Kostenstruktur für ein Umsatzvolumen von EUR 350 Mio bis EUR 380
Mio.
- Umsetzung des am 25.6.2008 finalisierten Kapitalrestrukturierungspaketes mit
dem Ziel der Reduktion der Finanzverbindlichkeiten von EUR 134 Mio. auf rund
EUR 60 Mio., der Veräußerung von nicht betriebsnotwendigen Aktiva und des
Erreichens einer Eigenkapitalquote von rund 40%.
Auf Strategischer Ebene wird Eybl laut CEO Otto Zwanzigleitner folgende Richtung
einschlagen:
- Im Rahmen einer vertikalen Integration eine Steigerung der Wertschöpfungstiefe
durch gezielte Prozessverlängerung
- Im Rahmen einer horizontalen Integration eine Konzentration auf Kernmärkte mit
Fokus auf die Erschliessung neuer Kundenkreise
- Eybl wird sich durch die Verstärkung des One-Group-Advantage sowie den Fokus
auf die Design Kompetenz in der Flächenbildung im Auftritt bei den Kunden
gegenüber dem Wettbewerb differenzieren
- Mit seiner bestens etablierten "virtuellen reality" wird Eybl zukünftig schon
am Beginn von Sitzentwicklungen entscheidend bei den Fahrzeugherstellern und
Systemlieferanten mitwirken.
- Eybl will die Kostenführerschaft und die Führung in der Time-to-market
Kompetenz übernehmen
- Eybl definiert Partnerschaften mit Kunden und Lieferanten als Kernelement
einer langfristigen Erfolgsstrategie
- Das Unternehmen "Eybl neu" hat den Anspruch, zu den Besten zu gehören und der
Fokus der Eybl International AG liegt auf der Kundenzufriedenheit als
langfristigem Hauptindikator für die Unternehmenssteuerung.
- Eybl International AG plant auch den Aufbau einer neuen schlagkräftigen
Einkaufsorganisation und wird auch in der Zusammenarbeit mit Lieferanten neue
Standards setzen, um sich kurzfristig wieder als "gewollter" Partner am Markt zu
etablieren.
Das Management-Team geht nach der Durchführung der ersten Maßnahmen von einer
stabilisierten Qualitäts- und Produktivitätssituation ab dem dritten Quartal des
Geschäftsjahres 2008/09 aus. Nachfolgend plant das Management-Team in
regelmäßigen Top-Level Kundenbesuchen, die wesentlichen Kunden laufend über die
Fortschritte im Rahmen der Neuausrichtung des Konzerns zu informieren.
Unternehmenskennzahlen:
2007/08 2006/07
Umsatzerlöse (in EUR Mio.) 294,1 332,8
EBIT (in EUR Mio.) -35,9 7,4
EBIT-Marge (in %) -12,2 2,2
EBITDA (in EUR Mio.) -15,4 23,7
EBITDA-Marge (in %) -5,2 7,1
EGT (in EUR Mio.) -44,8 0,7
Jahresfehlbetrag/-überschuss (in EUR Mio.) -45,9 1,5
Bilanzsumme (in EUR Mio.) 228,1 232,9
Eigenkapitalquote (in %) 2,7 23,2
Return on Capital Employed / ROCE (in %) -12,4 5,6
Anzahl der Mitarbeiter (Durchschnitt) 4.060 4.199
Dividende je Aktie (in EUR) 0,00 0,20
Earnings per Share (in EUR) -12,76 0,41
Auftragseingang (in EUR Mio.) 212 311
Änderung Bilanzstichtag
Zum Unterschied zur österreichischen Rechtssituation, die für den
Einzelabschluss der Eybl International AG anzuwenden ist, kann im
Konzernabschluss nach IFRS die Kapitalerhöhung erst nach erfolgter Beschlusslage
und Eintragung im Firmenbuch dargestellt werden. Zur möglichst raschen
Dokumentation der sanierten Konzernbi-lanz ist es daher erforderlich, den
nächsten Jahresabschluss zeitnahe zu erstellen und daher den Bilanzstichtag vom
31.3. auf den 30.9. zu verlegen.
Rückfragehinweis:
Eybl International AG
Investor Relations
Robert Gabriel
Tel.: +43 (0) 2732 881-300
Fax: +43 (0) 2732 881-79
mailto:
robert.gabriel@eybl-international.com
Ende der Mitteilung euro adhoc
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