Österreichische Fondsanleger reagierten auf schwieriges Börsenumfeld risikobewusst
Entwicklung der inländischen Investmentfonds im Jahr 2007
Das sehr schwierige Börsenumfeld im Jahr 2007 stimmte
die Anleger bei Neuinvestitionen äußerst zurückhaltend. Auch die nur
moderat ausgefallenen Kursgewinne von 3,19 Mrd EUR konnten den
Nettokapitalabfluss von 6,92 Mrd EUR nur begrenzt kompensieren, so
dass das veranlagte Kapital (exklusive "Fonds in
Fonds"-Veranlagungen) um 3,74 Mrd EUR bzw. 2,7% abnahm. Ende Dezember
betrug das netto in Investmentfonds veranlagte Kapital 137,09 Mrd
EUR.
2007 zeigte sich eine kapitalgewichtete durchschnittliche
Gesamtperformance aller österreichischen Investmentfonds
(Publikumsfonds und Spezialfonds) von nur 1,9% (2006: 4,4%). Dabei
verzeichneten Aktienfonds eine positive Performance von 4,2% und
Mischfonds ein Plus von 2,0%. Rentenfonds wiesen Kursgewinne von
0,95% auf.
Immobilienfonds konnten sich mit 4,6% dem Sog fallender
Immobilienmärkte entziehen und waren, gefolgt von den Aktienfonds und
den Alternativen Fonds (+2,3%), die am besten performende
Veranlagungskategorie.
Die Anzahl der Kapitalanlagegesellschaften erhöhte sich 2007 um
eine Gesellschaft, die Innovest Kapitalanlage AG. Ende Dezember 2007
verwalteten somit 28 Institute mit insgesamt 2.329 aufgelegten
Investmentfonds (1.619 Publikumsfonds und 710 Spezialfonds (Fonds,
die ausschließlich von institutionellen Investoren gezeichnet werden
können)) einen Vermögensbestand (inkl. "Fonds in Fonds"
Veranlagungen) von 165,6 Mrd EUR (Ende Dezember 2006: 168,9 Mrd EUR).
Die Unsicherheit auf den Märkten, hervorgerufen durch die von
Amerika ausgehende Immobilien- und Kreditkrise und den nicht
absehbaren Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung, stimmte die
Anleger bei Neuinvestitionen äußerst zurückhaltend. Auch die nur
moderat ausgefallenen Kursgewinne von 3,19 Mrd EUR konnten den
Nettokapitalabfluss von 6,92 Mrd EUR (Nettomittelabfluss von 3,08 Mrd
EUR und Ausschüttungen von 3,85 Mrd EUR) nur begrenzt kompensieren,
so dass das veranlagte Kapital (exklusive "Fonds in
Fonds"-Veranlagungen) um 3,74 Mrd EUR bzw. 2,7% abnahm.
Die vorsichtige Haltung der Fondsmanager zeigte sich in dem hohen
Aufbau von Cashbeständen (Guthaben bei in- und ausländischen Banken
+2,63 Mrd EUR) während ausländische Rentenwerte ( 3,81 Mrd EUR),
gefolgt von inländischen Rentenwerten (-2,69 Mrd EUR) und
ausländischen Aktien und Beteiligungspapieren (-1,46 Mrd EUR),
abgebaut wurden. Das Volumen der österreichischen Aktien nahm mit
-0,12 Mrd EUR bzw. -3,0% nur begrenzt ab.
Das Volumen des Immobilien- und Sachanlagenvermögens hat sich
hingegen 2007 um mehr als ein Drittel erhöht (+0,45 Mrd EUR bzw.
+37%), wobei etwas mehr im Inland als im Ausland investiert wurde.
Die insbesondere im zweiten Halbjahr nachgebenden Aktienmärkte
sowie die sehr schwache Entwicklung der Rentenfonds drückten auf die
Gesamtperformance. So ergab sich von Anfang Jänner bis Ende Dezember
2007 eine kapitalgewichtete durchschnittliche Gesamtperformance aller
österreichischen Investmentfonds (Publikumsfonds und Spezialfonds)
von 1,9% (2006: 4,4%). Dabei verzeichneten Aktienfonds eine positive
Performance von 4,2% und Mischfonds ein Plus von 2,0%. Rentenfonds
wiesen Kursgewinne von 0,95% auf.
Gut entwickelten sich Immobilienfonds, die sich weiter dem Sog
fallender Immobilienmärkte entziehen konnten. Sie zeigten eine
positive Performance von 4,6% und waren damit, gefolgt von den
Aktienfonds und den Alternativen Fonds (+2,3%), die am besten
performende Veranlagungskategorie.
Mit einem Anteil von 59,4% (81,41 Mrd EUR) wird die Struktur des
veranlagten Kapitals nach wie vor von Rentenwerten dominiert, gefolgt
von den Aktien und Beteiligungspapieren mit 20,1% (27,54 Mrd EUR),
den ausländischen Investmentzertifikaten mit 11,0% (15,04 Mrd EUR)
und den sonstigen Vermögensanlagen mit 8,3% (11,44 Mrd EUR).
Immobilienfonds zeigten per Ende Dezember 2007 ein
Veranlagungsvolumen von 1,83 Mrd EUR. Mit 1,67 Mrd EUR waren bereits
92% (Dezember 2006: 80%) des gesamten veranlagten Volumens in
Immobilien- und Sachanlagen veranlagt. Der Anteil am Gesamtvolumen
aller Fonds betrug 1,2%.
Per Ende Dezember 2007 waren in den übrigen Ländern der
Währungsunion (exkl. Österreich) 67,60 Mrd EUR (49,3%), in Ländern
der übrigen Welt 39,12 Mrd EUR (28,5%) und im Inland 30,37 Mrd EUR
(22,2%) veranlagt.
Weitere statistische Informationen finden sich unter
dieaktuellezahl.oenb.at bzw.
www.oenb.at im Bereich "Statistik und
Melderservice".