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Erste Bank sieht mittelfristig viele Unternehmen deutlich zu tief bewertet
Die Wiener Börse hat sich leider mit einer überaus schwachen Woche ins lange
Osterwochenende verabschiedet. Trotz weiterhin optisch niedriger Bewertungen kam es
zu einem weiteren Rückgang im ATX um 4,5%, womit der Verlust im Jahr 2008 nun 20,9%
beträgt. Newsseitig gab es wenig zu berichten diese Woche und das Wenige war auch
noch zumeist negativ. Zumtobel reduzierte wie erwartet seine Prognose für das Gesamtjahr.
Der Kurs konnte sich als Reaktion etwas erholen, trotzdem liegt die fundamentale
Bewertung weiterhin sicherlich einigermaßen zu tief. Eine eindeutig negative Überraschung
gab es von Immoeast zu vermelden, die überraschend einen Quartalsverlust
wegen reduzierter Immobilienbewertungen verkündete. Ob diese nun - wie vom Management
dargestellt - sehr konservativ sind oder nicht, werden wohl erst die nächsten Quartale
zeigen. Faktum ist, dass sich der Kurs nun wahrscheinlich nicht so schnell erholen wird
wie von uns zuletzt angenommen, da das Vertrauen in das Unternehmen nun einen
Kratzer bekommen hat. Öl-bezogene Werte wie OMV (-8,7%) und Verbund (-9,3%) haben
diese Woche einen deutlichen Dämpfer erhalten, Telekom Austria (-9,7%) wurde durch
negative Aussagen zur Dt. Telekom belastet. Research-seitig haben wir in dieser Woche
unsere Kaufempfehlungen für Andritz und Intercell bestätigt, wir halten beide Werte
weiterhin für klar kaufenswert. Ein signifikanter Kursanstieg setzt aber wohl auch hier eine
Beruhigung der angespannten internationalen Börsenlage voraus. In der nächsten Woche
warten Anleger nun gespannt auf die Quartalszahlen von CA Immo und CA Immo Int., ob
diese eine ähnliche Enttäuschung wie bei Immoeast bringen, bzw. natürlich auch auf die
Immofinanz-Zahlen selbst. Sehr interessant wird v.a. das Ergebnis von Raiffeisen Int. bzw.
auch der Ausblick des Unternehmens. Kurzfristig erwarten wir uns weiterhin eine
schwierige Börsenlage. Da das Ende des 1. Quartals naht, werden wohl weitere
Gewinnwarnungen auf internationaler Front für eine volatile Börsenlage sorgen. In der
nächsten Woche könnten wir aufgrund der überverkauften Situation allerdings einen
positiven Verlauf sehen. Mittelfristig sehen wir viele Unternehmen jedenfalls deutlich zu
tief bewertet und einzelne Werte wie voestalpine, Andritz und Wienerberger befinden sich
schon in stabilen Bodenbildungsphasen.
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