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BA-CA EinkaufsManagerIndex im Februar: Industrie wächst weiter, aber weniger schnell
- BA-CA EMI tendiert im Februar nach unten
- Produktion, Auftragsbestand und Beschäftigung mit nachlassender Dynamik
- Aufträge aus dem Ausland rückläufig bei Rekordhoch des Euro
- Steigende Einkaufspreise belasten
Der BA-CA EinkaufsManagerIndex (EMI) sank im Februar von 54,1 auf 52,4. In den
vergangenen Monaten hat der Indikator trotz wechselnder Ausschläge nach oben und unten
konsequent schwächer tendiert und ist nunmehr auf den niedrigsten Wert seit zweieinhalb
Jahren gefallen. Allerdings signalisiert ein Wert von über 50, dass die Geschäfte der
heimischen Industrie weiter zulegen. „Die österreichische Industriekonjunktur kühlt sich zwar
ab, befindet sich jedoch weiterhin noch auf Wachstumskurs“, meint Stefan Bruckbauer,
stellvertretender Chefvolkswirt der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Allerdings ist die
hohe Wachstumsdynamik des Vorjahres derzeit außer Reichweite.
Vor allem das magere Plus im Neugeschäft belastet die Aussichten. Der Index für die
gesamten Auftragseingänge ist auf 51,2 zurückgegangen und liegt damit klar unter dem
Durchschnittswert des Jahres 2007 (52,9) und dem Wert vom Jänner (53,0). Während ein
Teil der Unternehmen Neukunden gewinnen konnte, schwächt sich auf breiter Front die
Nachfrage in den ausländischen Schlüsselmärkten ab. „Die Exportaufträge sind im Februar
sogar gesunken“, meint Bruckbauer und ergänzt: „Die schwierigen internationalen
Rahmenbedingungen zeigen nun zunehmend Wirkung auf die österreichische Industrie“. Die
Konjunkturabschwächung in den wichtigsten Handelspartnerländern und der starke Euro, der
Ende Februar erstmals über 1,50 Dollar geklettert ist, belasten zunehmend die stark
exportorientierten Unternehmen.
Die Abschwächung der Neugeschäftseingänge macht sich bereits in den Auftragsbüchern
und in der Produktion bemerkbar. Im Februar hat der Auftragsbestand beinahe stagniert und
die Produktionsausweitung hat sich deutlich eingebremst. Der Teilindikator für die
Produktionsleistung sank von 54,8 im Januar auf 53,1 im Februar. Damit liegt er deutlich
unter dem Jahresmittel 2007 (54,7).
Der Index für die Beschäftigung nahm im Februar auf 51,5 (Jänner: 55,4) ab. „Trotz sich
abschwächender Dynamik schafft die österreichische Industrie jedoch weiterhin neue
Arbeitsplätze, wenn auch das Tempo des Beschäftigungsaufbaus merklich nachgelassen
hat“, meint BA-CA Ökonom Walter Pudschedl.
Weiterhin ist die Industrie mit einem starken Anstieg der Einkaufspreise konfrontiert. So
verteuerten sich neben Energie und Transporten besonders auch Vormaterialien wie Holz
und Metalle. Auf diesen hohen Kostendruck reagierten die heimischen Unternehmen
teilweise mit einer stärkeren Anhebung der Verkaufspreise. Allerdings fällt der Anstieg der Verkaufspreise weiterhin geringer als der Anstieg der Einkaufspreise aus. Zudem ist dieser
Anstieg im Februar gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. „Der gegenüber dem
Vormonat geringere Verkaufspreisindex weist darauf hin, dass die Preismacht der Firmen bei
derzeit nachlassender Nachfrage begrenzt ist und die Gewinnmargen schrumpfen“, meint
Pudschedl. Der scharfe Wettbewerb in der aktuellen, von einer Abkühlung
gekennzeichneten, Konjunktursituation stellt die österreichische Industrie in den nächsten
Monaten insgesamt vor größer werdende Herausforderungen.
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