SYZ & CO: Keine Rezession; eher wirtschaftlicher Abschwung

ALLGEMEINES

→ Chart → Stammdaten → Forum

SYZ & CO: Keine Rezession; eher wirtschaftlicher Abschwung
Defensive Werte und Staatsanleihen bevorzugt

Die Analysten der Privatbank SYZ & CO sehen in der starken Lockerung der amerikanischen Leitzinssätze (-1,25 % innerhalb einer Woche) einen Reflex für die aktuelle schwierige Lage, in der sich die Märkte befinden. Dennoch hat das Vorgehen der amerikanischen Notenbank Federal Reserve jedenfalls vorübergehend zu einer Eindämmung der Schwäche an den Aktienmärkten geführt. Für die nächste Zeit bleiben nach Meinung des Expertenteams die Märkte weiterhin extrem sensibel und volatil und höchst anfällig für jede Art von Neuigkeiten wie wirtschaftliche Statistiken und Unternehmensnachrichten. Von diesem unsicheren Umfeld sollten daher solide Werte sowie Staatsanleihen, die liquide und sicher sind, profitieren. Die Analysten der Bank SYZ & CO sind nach wie vor sehr vorsichtig und bevorzugen im Portfolio defensive Sektoren (Infrastruktur, Telekommunikation, Pharma). Unternehmen aus dem Finanzdienstleistungsektor werden ausgespart. Aufgrund ihrer geringen Korrelation mit dem Wirtschaftszyklus und einer größeren Transparenz, dürften defensive Werte nach Ansicht der Experten aus Genf den Marktturbulenzen standhalten.

Die jüngsten Zahlen aus den USA bestätigen eine Verlangsamung der Wirtschaft seit Ende des Jahres 2007 und bestätigen die Anfälligkeit der ersten Wirtschaft der Welt. Die Analysten von SYZ & CO sehen zwar in den letzten Monaten im Geschäftsklima und auch im Konsum eine spürbare Abschwächung, gehen aber nach wie vor nicht von einer langen Dauer aus, eventuell bis Ende Frühjahr diesen Jahres. Nicht zuletzt werden die intensiven Bemühungen der Politik und der Notenbank durch Steuerpakete und Zinssenkungen der US Wirtschaft helfen.

Die Wachstumsaussichten für Europa haben sich leicht verschlechtert. Trotz einiger widersprechender Hinweise geht der generelle Trend nach unten, sowohl bei den Herstellern als auch den Konsumenten. Zudem scheint die Verbesserung am Arbeitsmarkt in den letzten 18 Monaten angesichts des aktuellen Umfelds zu Ende zu sein. Im Jahr 2007 war die Arbeitslosenquote von 7,8 auf 7,2 % gesunken. Vor dem Hintergrund gestiegender konjukturellen Risiken gehen die Analysten davon aus, dass Jean-Claude Trichet den Boden für eine Zinssenkung der EZB vorbereitet; allerdings nicht vor dem 2. Quartal.

In Japan ist die Ökonomie im Q4, dank verstärkter Investitionen der Unternehmen und eines nach wie vor dynamischen Exportes wieder in Gang gekommen (+0,3 % zum Vorquartal) und konnte so die Schwäche der Konsumenten und des Immobilienmarktes mehr als ausgleichen. Dennoch bleiben die Aussichten wenig ermutigend. Demzufolge hat die Bank von Japan die Zinssätze entsprechend bei 0,50 % beibehalten.

Das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern hat indes nicht nachgegeben. Die veröffentlichten Zahlen für China im Jahr 2007 sind beeindruckend: Das BIP hat um 11,4 % zugenommen, der Absatz im Einzelhandel um 16,8 % und die industrielle Produktion um 18,5 %. In Russland ist das BIP im gleichen Zeitraum um 8,1 % gewachsen. Aufgrund der fortschreitenden inländischen Nachfrage und Inflation (mehr als 10 %) hat die Russische Zentralbank letztlich eine Verschärfung der monetären Bedingungen beschlossen, auch auf die Gefahr hin, die Wettbewerbsfähigkeit des Industriesektors aufs Spiel zu setzen, der durch die reale Aufwertung des Rubels belastet ist.

Die Aktienmärkte sind weiterhin von großer Volatilität geprägt. Angesichts der sich häufenden Vorzeichen einer Verlangsamung der US-Wirtschaft bleibt das Umfeld schwierig. Im Hinblick auf die geographische Verteilung weisen amerikanische Aktienindizes starke Unterschiede zu den europäischen auf. Die Unsicherheit bezüglich der „Entkopplungstheorie“ hat die Schwellenländer mit voller Wucht getroffen. Da sich die Zeit der veröffentlichten Unternehmensergebnisse dem Ende zuneigt, wird die Bekanntgabe makroökonomischer Zahlen nach Meinung der Analysten die Entwicklung der Börsenindizes entscheidend prägen.

Der Jahresbeginn zwischen Rezessionsangst, Aktienschwäche und aggressiver Zinslockerung der FED hat Staatsanleihen große Vorteile verschafft, insbesondere den amerikanischen. Europäischen Anleihen haben die unbewegliche Haltung der EZB und der erwartete Status Quo der Schweizer Nationalbank nicht weiter geschadet. Die Entwicklung dieser Märkte bleibt weiterhin von den USA bestimmt, lediglich der Ausschlag variiert: Die Zinslockerung fiel in Kontinentaleuropa gemäßigter aus. Die Analysten von SYZ & CO setzen weiterhin auf Anleihen in Euro. Aus zwei Gründen bieten sie bessere Perspektiven als angelsächsische Obligationen. Zum einen waren die Lockerungen durch die FED und die BoE weitestgehend vorhersehbar, zum anderen könnte eine zeitversetzte Verlangsamung der europäischen Wirtschaft gegenüber den USA mit den ersten Anzeichen einer Erholung der USA in der zweiten Jahreshälfte zusammenfallen. Insgesamt gesehen nutzen die Volatilität an den Aktienmärkten und die zahlreichen Unsicherheitsfaktoren, die die Wirtschaftsperspektiven eintrüben, den Anleihen mit hoher Bonität.

Die wesentliche Zinssenkung der FED und die Anzeichen einer Rezession in den USA haben den Dollar nur wenig in Mitleidenschaft gezogen. Er bewegt sich in der Bandbreite von 1,45 bis 1,48 gegenüber dem Euro. Der Schweizer Franken hat sich bei einer Relation von Euro zu Schweizer Franken bei 1,60 Sfr. stabilisiert.




ATX (Wiener Börse Index) : 5809.61 -0.7% ATX Intraday Chart Börse Wien
          [Aktienkurse >>]

BÖRSE-NEWS
Allgemeines — Amazon will im oberösterreichischen Reichersberg investieren -Zeitung
Allgemeines — AUA springt nach Lufthansa-Streichungen mit mehr Flügen in Bresche
Allgemeines — AUA springt nach Lufthansa-Streichungen mit mehr Flügen in Bresche
Allgemeines — Autozulieferer Nemak plant Werkschließung in NÖ, 330 Jobs betroffen
Telekom Austria — Telekom Austria dank Geschäft in CEE im ersten Quartal im Aufwind
Kapital&Wert — Purgstaller als Vorstand bei Wiener Privatbank bestellt
Telekom Austria — Telekom Austria dank Geschäft in CEE im ersten Quartal im Aufwind
Allgemeines — Billig-Airline Ryanair droht und lockt Österreichs Regierung
Allgemeines — Billig-Airline Ryanair droht und lockt Österreichs Regierung
Agrana — Agrana - Erste Group erhöht Kursziel leicht von 12,5 auf 12,7 Euro
BAWAG — BAWAG will Irland-Übernahme in Q4 2026 oder Q1 2027 abschließen
Raiffeisen Bank International — RBI - Barclays erhöht Kursziel leicht von 39,0 auf 40,0 Euro
Erste Group Bank — Erste Group - Barclays erhöht Kursziel von 119 auf 123 Euro
BAWAG — BAWAG-Expansion schiebt Gewinn im 1. Quartal weiter an
   [weitere News >>]