Der aktuelle Kupfermarkt

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KUPFERMARKT

Eine deutsche Zeitung titelte dieser Tage ihren Beitrag über die Rohstoffmärkte mit „Bullen im Bärenfell“. Treffender kann man auch die derzeitige Situation am Kupfermarkt nicht beschreiben. Nach der LME-Woche im Oktober, die noch von überwiegend positiven Prognosen für das Jahr 2008 begleitet war, schlug die Stimmung um. Plötzlich beherrschten auch am Kupfermarkt die „Bären“ das Meinungsbild mit Hinweisen auf die unbewältigte Krise an den internationalen Finanz- und Kreditmärkten, mögliche Konjunktureffekte, außer in den USA auch in China und Europa, und steigende Bestände in den Lagerhäusern der LME. Die Kassa-Preise fielen von 8.300 auf 6.272 US$/t am 18.12.2007 und verloren damit fast 25 %. Zudem wirkten sich Feiertags- und Jahresendeffekte aus. Kaum waren jedoch die Neujahrsraketen verloschen, erfolgte eine Rückbesinnung auf die Realitäten des Marktes. Manch „Bulle“ zog sein Bärenfell wieder aus. Die Kupfer-Preise erhöhten sich zeitweise auf über 7.300 US$/t. Das Contango für Drei-Monats-Termine verringerte sich auf 14 US$/t.

Hinter dieser „Neuorientierung“ stehen zum einen kurzfristige Käufe, z. B. im Zusammenhang mit der Neugewichtung des Dow Jones AIG Commodity Index, die am 14. Januar beendet sein wird. Die Veränderung der Gewichte der enthaltenen 21 Rohstoffe kann Index-Investitionen im Volumen von zig Milliarden beeinflussen, denn solche Veränderungen haben Folgen. Institutionelle Anleger, wie die Manager von Rohstofffonds, die sich am Dow Jones Index orientieren, werden entsprechend reagieren. Eine stärkere Gewichtung zieht Käufe nach sich. Kupfer wurde für 2008 mit einer Gewichtung von 7,04 % gegenüber 5,91 % im Vorjahr und 5,88 % in 2006 deutlich höher eingestuft.

Doch die Index-Neugewichtung ist nicht der einzige Faktor, der den Kupfermarkt derzeit bewegt. Sowohl von der Nachfrage- wie von der Produktionsseite gehen Impulse aus. Chinas augenblickliche Kupfernachfrage ist vor dem Neujahrsfest im Februar hoch und trifft auf ein knappes physisches Angebot. Bei der SHFE fielen die Kupferbestände seit Anfang Dezember von 34.400 t auf 24.100 t. Die Prämien im Shanghai-Spotmarkt sind deutlich gestiegen. Allzu große Risiken, dass die Konjunkturschwäche in den USA die Dynamik des chinesischen Kupferbedarfs stärker abbremsen könnte, sind nicht zu sehen. Das Metall wird in China überwiegend für Investitionen in Infrastrukturmaßnahmen und in den Sektoren Bau und Transport eingesetzt, während nur ein geringerer Teil bei der Produktion von Exportgütern Verwendung findet. Auf der Produktionsseite könnte es bei den Minen der chilenischen Codelco ab Februar zu Streiks kommen, da rund 5.000 Mitarbeiter von Subunternehmen auf eine tarifliche Gleichbehandlung mit Codelco-Beschäftigten pochen. Auch stehen bei zwei japanischen Kupferhütten und bei den indischen Smeltern im ersten Halbjahr 2008 Wartungsarbeiten und damit Produktionsstillstände an.

Die Kupferbestände in den Lagerhäusern der LME haben sich zwar im Dezember von 189.500 t auf 198.350 t aufgebaut und sind in den ersten Januartagen über die Marke von 200.000 t gestiegen. Die Höhe der zur Auslieferung bestimmten Mengen (cancelled warrants) ist jedoch von 6.900 t am 02.01.2008 auf 25.600 t am 09.01.2008 überraschend stark gestiegen. Damit scheint sich der Trend in den kommenden Wochen zu drehen. In 2007 hatte sich innerhalb weniger Monate, von Februar bis Juli, ein Rückgang der LME-Bestände um über 100.000 t ergeben.

KUPFERROHSTOFFE UND -PRODUKTE

Am internationalen Spotmarkt für Kupferkonzentrate wurden während der vergangenen Wochen nur vereinzelt Abschlüsse getätigt. Dabei stiegen die Hüttenlöhne wieder über 60 US$/t und 6 cents/lb. Aufgrund der geplanten Wartungsstillstände diverser Hütten in der ersten Jahreshälfte 2008 kann mit einem weiteren Anstieg in den nächsten Monaten gerechnet werden. Der Markt für Altkupfer war in den vergangenen Wochen von der Kupferpreisentwicklung und Jahresendeinflüssen bestimmt. Der Handel zeigte nur eine geringe Abgabebereitschaft. Auch bei der Nachfrage nach Kupferprodukten beherrschten saisonale Einflüsse das Geschäft. Die Kaufaktivitäten waren hier vor den Feiertagen und dem Jahresende geringer als im Vormonat.




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