JoWooD Entertainment – Profil☆
Unternehmensidentität
Die JoWooD Entertainment AG war eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Rottenmann, Österreich. Sie wurde im Jahr 1995 gegründet und gehörte zur Computerspiel-Branche. Die Aktien von JoWooD waren unter der ISIN AT0000747357 gelistet und Teil des ATX Prime Index, handelbar unter dem Kürzel JWD. Die Leitung des Unternehmens wurde zuletzt von Franz Rossler als Vorstandsvorsitzendem übernommen. Die Firma wurde 2011 im Zuge einer Insolvenz aufgelöst.
Geschichte und Entwicklung
JoWooD Entertainment wurde 1995 von Dieter Bernauer, Johann Reitinger, Johann Schilcher und Andreas Tobler als Entwicklungsstudio gegründet. Der erste internationale Erfolg gelang 1997 mit dem Spiel Industriegigant. 2000 ging das Unternehmen an die Börse und finanzierte somit eine Expansion. Zu den Übernahmen zählten Neon Studios und Massive Development. Trotz anfänglicher Erfolge geriet die Firma 2002 in eine finanzielle Krise, die durch Kapitalerhöhungen und erfolgreiche Spiele wie Gothic II überwunden wurde. Nach einer zweiten Krise ab 2005 fokussierte sich JoWooD ab 2006 auf den reinen Vertrieb, schloss alle internen Studios und übernahm 2007 den kanadischen Publisher Dreamcatcher Inc., um seine Marktpräsenz zu erweitern.
Börsengang & Kapitalmarktgeschichte
JoWooD ging im Juni 2000 an die Börse, um eine stärkere finanzielle Basis für Expansionen und Übernahmen zu schaffen. Im Laufe ihrer Geschichte führte die Firma mehrere Kapitalerhöhungen durch, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden, darunter eine wichtige Kapitalschneidung 7:2 im Jahr 2010 zur Verlustabdeckung. Trotz mehrfachen Finanzierungsversuchen und Investoreneinstiegen, wie z. B. durch die Koch Media GmbH, endete der Börsengang 2011 mit der Unternehmensauflösung aufgrund von Insolvenz.
Geschäftsbereiche
JoWooD Entertainment war in der Computerspieleentwicklung und im Vertrieb tätig. Ihre Produktpalette umfasste verschiedene Genres von Spielen - Strategie, Simulation, Action und Sport. Der Schwerpunkt lag zunächst auf der Entwicklung von PC-Spielen, bevor man sich später als reiner Publisher engagierte und auch Spiele für Spielkonsolen vertrieb. Technologien wie die KRASS Engine wurden teilweise intern entwickelt und in verschiedenen Projekten genutzt. Nach 2006 stellte das Unternehmen jedoch die Eigenentwicklung ein und fungierte ausschließlich als Publisher und Videovertriebshändler.
Märkte und Standorte
JoWooD operierte international mit Vertriebsbüros in Ländern wie Deutschland, England und Japan. Der Hauptmarkt lag in Europa, doch durch die Übernahme von Dreamcatcher Inc. im Jahr 2007 konnte das Unternehmen auch seine Distributionsmöglichkeiten in Nordamerika erweitern. Kunden umfassten sowohl den Massenmarkt als auch spezielle Nischen in der Gaming-Industrie. Trotz guter Marktansätze sah sich die Firma jedoch mit wachsender Konkurrenz und Marktveränderungen konfrontiert.
Kennzahlen
Im Jahr 2009 erwirtschaftete JoWooD einen Umsatz von 25,33 Millionen Euro, was eine Steigerung von 1,2 % gegenüber dem Vorjahr darstellte. Zu Spitzenzeiten beschäftigte das Unternehmen über 200 Mitarbeiter, am Ende des Bestehens im März 2011 jedoch nur noch 24. Die Beschäftigtenzahl reduzierter sich aufgrund strategischer Neuausrichtungen und finanzieller Engpässe. Trotz Verluste und Rückschläge gehörte JoWooD zeitweise zu den namhaften Akteuren im europäischen Gaming-Markt.
Investment Case
JoWooD bot Anlegern aufgrund seiner internationalen Marktpräsenz und seiner Rolle als Publisher diverser Videospielele Titel temporär eine interessante Investitionsmöglichkeit. Die Übernahme von Studios und ein starkes Spieleportfolio trugen zur Diversifikation bei. Allerdings machten wiederholte finanzielle Krisen und der Wechsel von einem Entwickler zu einem reinen Publisher das Unternehmen zu einem riskanteren Investment. Die abschließende Insolvenz im Jahr 2011 beendete jegliches Investitionspotenzial abrupt und unterstrich die Volatilität des Geschäftsmodells in der schnelllebigen Computerspielbranche.
Quelle: Wikipedia-Artikel
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