Editiert am 11-08-05 um 04:34 AM durch den Thread-Moderator oder
Autor
Ich habe mich tatsächlich schon ein bißchen damit beschäftigt, allerdings mehr mit der,
mit der Nichtlinearität verwandten, fraktalen Natur der Kurse (Selbstähnlichkeit). Ich habe
leider im Augenblick keine besondere Zeit, deshalb stelle ich nur ein paar alte(!) Postings von mir zu
dem Thema herein. Tut mir leid, wenn mein Posting dadurch länglich wird, aber die alten Threads sind
gelöscht.
"Vergleichende Verhaltensforschung Teil 1 - Morphosys" (Link zur Reprise)
Die anderen Links gibt's gar nicht mehr, daher hier im Klartext (ich habe eine
Sicherung):
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"Vergleichende Verhaltensforschung Teil 2 - RHI"
Beitrag von schertling am
20-09-03, 07:41 PM (GMT)
Nachdem sich bei Teil 1 (Morphosys) bisher das System der sich
wiederholenden Musterschemata als zutreffende Analysevariante darstellt, habe ich weitergesucht, wo sich
wiederholende Verhaltensmuster der Vergangenheit im Vergleich zur aktuellen Situation vielleicht auf eine
Prognose verdichten lassen. Unter anderem gestossen bin ich auf: RHI
http://members.aon.at/webdata/rhi_2003_09_21.png
Seit knapp einem Jahr,
nach Bodenbildung wegen des Amerika-Asbest-und-was-weiss-ich-sonst-noch-Absturzes, baut sich der Kurs
Legoartig mit Wimpelbausteinen einen Aufwärtstrend zusammen, der jetzt wieder in eine entscheidende
Phase gehen könnte.
Eine Wimpel-Formation ist eine kurz- bis mittelfristige, dreieckige, im
Allgemeinen zuverlässig trendbestätigende, Konsolidierungsformation, mit typischerweise rückläufigem
Volumen in der Zeit der Ausprägung. Im Gegensatz zu Dreiecks-Formationen, die eine mehr
spannungsgeladene Kursfindung dokumentieren und meistens schon vorm letzten Viertel verlassen werden,
werden Wimpel gerne bis zum Schluss ausgekostet. Der erste der drei abgebildeten hat den Kurs sogar noch
einmal bis zum Schnittpunkt der bestimmenden Linien zurückgeholt, bis die Investorengemeinschaft es
glauben konnte, sich in einem Aufwärtstrend zu befinden.
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Wie man am heutigen Chart sehen kann (obiger Chartabschnitt ist im linken
Drittel zu finden), ist RHI seinem Charakter grundsätzlích treu geblieben:
http://isht.comdirect.de/charts/big.chart?hist=range&type=CONNECTLINE&asc=lin&dsc=abs&fro
m=1032516000&to=1123754400&avgtype=simple&¤cy=&&lSyms=RHI.EAV&lColors=0x000000&sSym=RHI.EAV&hcmask=
.png
An RHI konnte ich im Übrigen seinerzeit sogar quantentheoretische Überlegungen
darstellen.
Auch an TKA hatte ich seinerzeit probiert:
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"Vergleichende Verhaltensforschung Teil 3 - TKA"
Beitrag von schertling am
21-09-03, 05:00 PM (GMT)
Noch eine Aktie mit typisch individuellem Musterschema, diesmal
wieder eher fraktal, wie bei Morphosys: TKA. Hier konnte ich im Langfristchart das sich ständig im
Grossen und auch Kleinen wiederholende Thema Gummiball-Prinzip
und Wäscheleinen-Prinzip
orten, wobei ich durch typische Beispiele das
Auftreten in den verschiedenen Grössenordnungen hervorgehoben habe.

Eine zusätzliche
Besonderheit hier ist, dass sich die TKA ab Anfang 2003 mit einigem Hin und Her vom Gummiballi zum
Wäscheleini gewandelt hat.
Bemerkenswert ist hierbei zweierlei:
1) TKA hat nicht etwa
einfach das Gummiball-Prinzip hinter sich gelassen und ist z.B. zu einer Sägezahn-Aktie álá Morphosys
(oder gar charakterlos
) geworden, sondern ist fliessend zum spiegelgleichen, d.h. ähnlichen,
Wäscheleinen-Prinzip übergelaufen.
2) Es gibt eine elegante Übergangsformation, die der
Dichotomie der Überschneidungsphase der beiden Grundmuster gerecht wird.

Natürlich ist mir klar,
dass man in einem Chart - wie im Rohrschach-Test - allerhand Formationen erkennen kann, die mehr der
Seelenlandschaft des Betrachters entsprechen als objektiver Gegenständlichkeit. Und natürlich ist jedes
Muster, selbst wenn es sich durch statistische Häufigkeit ein wenig objektiviert, nur bis zu einem
gewissen Grade anwendbar. Wer sich also an meiner Wortwahl Gummiball-/Wäscheleinen-Prinzip stört,
betrachte den Chart so: Wär er eine Darstellung eines Höhleninneren, so wandelt er sich von einer
Stalaktiten- zu einer Stalakmitenlandschaft.
Eine Prognose, die sich aus dem Anblick
ergibt:
Bei mittlerweile ruhigerem Seegang Bodenbildung oberhalb von 9€, wahrscheinlich ohne diese
zu erreichen, aber - ohne Nachrichten (álá Mobilcom übernimmt TKA zu 15€) - steht keine dramatische
Entwicklung ins Haus.
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Eine Prognose, die sich dann durchaus bewahrheitete:
http://members.aon.at/webdata/tka_2004_01_22.png
Die
Schlüsselfragen:
-> Ist das System der nicht linearen Gleichungen auf die Börse
anzuwenden?
-> Wenn ja, wäre das überhaupt für den Börsenmarkt gut?
Die
Antwort:
Nein.
Die Erklärung:
Wie es scheint, ist es ja gerade das
Prinzip des Nichtwissens bzw. der partiellen Unbestimmtheit, das Zeit und Evolution aufspannt. Eine
plötzlich sichere Prognosemethode, die gordisch verknotete Grauzone des Unbekannten mit einem
alexandrinischen Schwertschlage erhellend, würde zu einem spontanen Kollaps (oder Fertigstellung) des
werdenden, unfertigen, weil um unzählbare Myriaden von Mikroentscheidungen kämpfenden, Universums
führen.
Das wäre auch für Sekundärerscheinungen, wie den Börsenmarkt, ungünstig.
Und für
unseren freien Willen.