Ich komme gerade vom Kino. Habe mir den Film "Let's make money" angesehen (http://www.letsmakemoney.at/). Filmische Attribute
kann ich nicht gut genug beurteilen, darum konzentriere ich mich auf den Inhalt.
Ich finde,
der Film zeigt ganz gut, wie es in der Welt zugeht. Es sind ja keine Studioaufnahmen dabei und man kennt
das ja von den eigenen Reisen in diese Länder bzw. hat andere Dokumentationen gesehen oder darüber in
Zeitungen, Zeitschriften und Büchern gelesen.
Gier und Geld regieren die Welt. Und anhand der
Beispiele im Film zeigt sich, wie wenig sich das Gros der Menschen in der westlichen Welt eigentlich
damit auseinander setzt, wie "Geld gemacht wird".
Fazit: Im Grundsatz bin ich auf der Seite
des Filmemachers, der den reinen Neo-Liberalismus und das Denken unserer Zeit anprangert. Die Ausnützung
der Armen zugunsten der Reichen ist leider Faktum und ich bin ein Teil davon, ohne dass ich wirklich
etwas dagegen tue. Somit bin ich ebenso schuldig wie viele andere, die in diesem Film als Schuldige
hingestellt werden.
Natürlich ist der Film als subjektive Gesellschaftskritik zu betrachten,
überzogen in dem Sinne, dass nur "eine" Seite dieses Kuhhandels (nämlich die Armen) wirklich
dargestellt wurde. Bei den "Reichen" ist vieles implizit auf die Amerikaner gerichtet. Man muss aber mMn
festhalten, dass nicht nur Amerika, sondern auch die Europäer sich in großem Ausmaß an dieser
Ungerechtigkeit beteiligen und sie fördern (Stichwort: Agrarsubventionen etc.). Und das, obwohl ich
sicherlich einer der USA-kritischten User hier im Forum bin - aber man muss auch sehen, dass wir genauso
Dreck am Stecken haben.
Zweitens wird im Film impliziert, es gäbe diese unsichtbare
Vereinigung von Menschen, die dieses System in die Welt "gesetzt" haben und dadurch unsagbar reich
wurden. Nun, natürlich gibt es viele Superreiche, die überdimensional davon profitieren. Aber die
eigentliche, unsichtbare Vereinigung sind wir selbst: die Menschen der westlichen Welt.
Es
sind unsere Einzahlungen in die Pensionsfonds, in die Versicherungen und alle übrigen
Finanzdienstleister, die diesen Sektor so groß werden ließen. Wir haben auch die Politiker gewählt,
die Deregulierung, Privatisierung usw. zu ihren obersten Prinzipien gemacht haben. Es sind Herr Maier,
Frau Müller und Co die ihr Geld "arbeiten" lassen wollen und wo 10% Rendite noch nicht hoch genug ist -
und am besten steuerfrei!! Wie so oft im Leben sollte man zuerst vor der eigenen Haustüre kehren. Im
Film, besonders bei der Überschrift "Wie lange können wir uns die Reichen noch leisten?" kommt es so
rüber, als würde es sich hier um ein paar Auserwählte handeln.
Gewundert hat mich,
dass ich mit meinem Vater heute in der 4. Reihe sitzen mussten. Ich hatte keine Karten reserviert, weil
ich davon ausging, es würde sich niemand für den Film interessieren.
Genauso interessant war
aber die Aussage des Kinomitarbeiters: "Der Film ist schlecht, Sie werden sehen". Tjo, ein junger Kerl
zwischen 18 und 20 Jahre. Wahrscheinlich ist der Film für ihn schlecht, weil man keine "Action" gesehen
hat. Reale Aufnahmen haben wohl keinen Platz in einem Kino ...
Wobei, viele der Zuseher waren
jung (jünger als ich) und die meisten weiblich. Das lässt hoffen...
Gute Nacht, freue mich
über anregende Diskussionen.
mfg gato
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