Wieder ein gewaltiger Sonder-Ertrag für die Republik. Kurz hat einfach Fortüne:
Heta-Gläubigern winkt wieder eine Ausschüttung
2020 soll die Hypo-Abbaugesellschaft ihr
Vermögen verwertet haben, früher als geplant. Heuer soll es wieder eine Zwischenausschüttung geben
Wien – Als Kärntner Bank Hypo Alpe Adria hat sie auf rapides Wachstum gesetzt, jetzt, als staatliche
Abwicklungsgesellschaft Heta, setzt sie auf Schrumpfung. Und: 2017 hat die Heta mehr Assets als geplant
abgebaut und 3,3 Milliarden Euro daraus erlöst. Damit lag sie Ende des Vorjahres um rund 2,7 Mrd. Euro
besser als veranschlagt. Derzeit sind noch rund 1,5 Mrd. Euro an zu versilberndem Vermögenswerten
übrig, bis 2020 sollen die abgebaut sein. Diesen Rück- und Ausblick haben die drei Heta-Chefs am
Freitag vor Journalisten in Wien gegeben. Bis zur endgültigen Auflösung der Gesellschaft werde es dann
aber "noch ein paar Jährchen dauern", erklärte Vorstandssprecher Alexander Tscherteu. 9,5 Milliarden
Euro hat der Abbau der Heta bisher in Cash eingespielt. Voriges Jahr haben die Gläubiger eine
Zwischenausschüttung von 5,8 Mrd. Euro bekommen – für heuer ist eine weitere derartige Auszahlung
geplant. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung der Abwicklungsbehörde in der FMA sowie ein Beschuss
der Hauptversammlung. Diese besteht nur aus einem Aktionär (die Republik, vertreten durchs
Finanzministerium) und wird am 16. Juni entscheiden. Staat hat gute Aussichten Und wie werden Staat und
Steuerzahler davonkommen, die die Hypo Ende 2009 aufgefangen und dann der Heta 2015 auf die Welt geholfen
haben? Möglicherweise besser als erwartet. Der Staat hat ab 2015 rund neun Mrd. Euro für
Vorfinanzierungen zugunsten von Heta-Gläubigern, für Garantien und Haftungen ausgegeben, und die
dürfte er zurückbekommen. "Es gibt Indikatoren, dass der Bund das, was er im Rahmen der Abwicklung in
die Hand genommen hat, zum größten Teil und vielleicht auch alles zurückkriegen wird", sagte
Heta-Finanzvorstand Arnold Schiefer dazu. Allerdings werde auch die Liquidierung dann noch Geld kosten.
Die Gesamteinnahmen aus dem Abbau müssten daher "deutlich über zehn Milliarden Euro" liegen, damit der
Staat sein Geld aus der Heta zurückbekommen kann. Die Frage, ob noch so viel zusammenkommt, wird in
erster Linie in München beantwortet. Dort ist ja – unabhängig vom Vergleich zwischen Österreich und
Bayern – immer noch ein Verfahren der früheren Hypo-Eignerin BayernLB beim Oberlandesgericht München
anhängig. Da geht es um 1,2 Mrd. Euro. Sie machen also den Großteil der obgenannten, noch abzubauenden
1,5 Mrd. Euro aus. Staat zahlt drauf Selbst wenn das alles gut ausgehen sollte: Pari wird die Republik
aus der Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria und ihrem Einsatz für die Abwicklung der Heta sicher nicht
aussteigen. Zur Erinnerung: Die Hypo saß bei ihrer Verstaatlichung Ende 2009 auf Assets in der Höhe von
rund 17 Mrd. Euro, allein zwischen 2010 bis 2013 hat die damalige Staatsbank um die vier Milliarden Euro
an Verlusten geschrieben, wie Heta-Chef Tscherteu am Freitag erinnerte. Der Staat musste immer wieder
Eigenkapital in sein Institut einschießen. In Summe hat er vor dem Beschluss, die Bank im Rahmen des
neuen rechtlichen Rahmens abzuwickeln, rund 5,5 Mrd. Euro in die Hypo Alpe Adria investiert. Auf dieser
Summe wird die Republik und damit der Steuerzahler letzten Endes sitzen bleiben. Die Frage, mit welcher
Zwischenausschüttung die Heta-Gläubiger heuer rechnen dürfen, soll erst am 20. Juni beantwortet
werden. Da ist eine Pressekonferenz von Finanzminister und Heta-Vorstand in Klagenfurt geplant. Am
Freitag wurde kolportiert, dass es drei Milliarden Euro sein könnten – was Wohlinformierte aber
bezweifeln. Realistischer erscheint ihnen eine Ausschüttung von rund einer Milliarde Euro.
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