ich persönlich glaube, dass die großen wachstumsmärkte china und indien sind. heute erschien in einem
börsenbrief folgender beitrag. ich fand es so gut, dass ich es euch nicht vorenthalten will:
Indien wird kommen
Von Dr. Steve Sjuggerud
Ich bin nach wie vor von den Leuten
von Atyant Capital beeindruckt. Sie führen einen Hedge Fonds ein, der auf Small Caps in Indien
spezialisiert ist.
Ich habe sie vor ein paar Wochen interviewt ... aber ich habe das Interview
hier nicht veröffentlicht, weil ich Angst hatte, dass die Aktien der Emerging Markets fallen
könnten.
Ich habe mit den Leuten letzte Woche noch einmal gesprochen und ich war froh, dass
sie bei der Auswahl der Aktien aus Emerging Markets realistisch sind.
Sie haben in Indien
einen hervorragenden Track-Record. Für sie ist ein Bärenmarkt eine Gelegenheit, der Welt zu zeigen, was
sie können, wie die schwierige Börsenphase gute Vermögensverwalter von schlechten trennt.
Mein wichtigstes Anliegen in dem Interview: Warum soll man überhaupt in Indien investieren?
Steve Sjuggerud: Warum mögen Sie Indien und wo sind die Parallelen zu China?
Rahul Saraogi:
China war ohne Zweifel eine der am schnellst wachsenden Volkswirtschaften der Welt und ohne Zweifel hat
es die Wirtschaft in Indien nicht geschafft, damit Schritt zu halten. Wie dem auch sei, wir denken, dass
Indien ein ausgezeichneter Platz ist, um zu investieren, weil es viel bessere Gewinne bietet und weil die
Indien-Story gerade jetzt erst losgeht. Im Gegensatz dazu ist bereits ein großer Teil der China-Story
gelaufen. Die Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Faktor.
Steve Sjuggerud: Was verstehen Sie
unter Nachhaltigkeit? Können Sie auf den Unterschied zwischen der Chinesischen und Indischen Story
näher eingehen?
Rahul Saraogi: China hat es verpasst eine Verwaltung und Strukturen zu
entwickeln, die Kontinuität und Nachhaltigkeit gewährleisten. Im Gegensatz dazu sind Demokratie,
Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit in der Wirtschaftpolitik Indiens stark verankert. In China fehlt
das.
In den vergangenen 10 Jahren gab es in Indien zwei große Regierungswechsel. Der Wechsel
ging demokratisch und friedlich vor sich. Der Regierungswechsel spiegelte auch die neuen Hoffnungen und
Bedürfnisse einer sich schnell entwickelnden Bevölkerung wider. Demokratische Prozesse und
Institutionen sind dabei wie ein Ventil für Länder, deren soziale Struktur sich rasch wandelt.
China dagegen wuchs ziemlich schnell unter der Herrschaft der Kommunistischen Partei. Wachstum wurde in
die Richtung gelenkt, die den Kommunisten passte. Während sich die Küstenregion in China rasch
entwickelte, gibt es große Spannungen in Zentral und West China ebenso wie im Nordosten. Dort sind viele
Unternehmen in Staatsbesitz. Die Chinesische Regierung unterdrückt regelmäßig die Medien und Meldungen
die aus China kommen sind fast immer unseriös.
Steve Sjuggerud: Richtig, aber das Wachstum in
China war trotzdem atemberaubend.
Rahul Saraogi: Kein Zweifel, China hatte in den letzten 20
Jahren ein gewaltiges Wachstum. Wie dem auch sei, dieses Wachstum wurde mit großer Fehlallokation
erkauft. Wegen des Wachstums konnte die Chinesische Regierung soziale Spannungen eindämmen. Wenn sich
das Wachstum aber verlangsamt und an vielen Orten die Blasen platzen, wird China mit sozialen Unruhen und
Aufständen bezahlen und ihm fehlt dann das Ventil von Demokratie und freier Meinungsäußerung.
Steve Sjuggerud: Nachhaltig oder nicht, was China in den letzten 20 Jahren geschaffen hat, ist ohne
Beispiel. Aber als ich dagegen die Kommentare von Jim Rogers über Indien gelesen habe, sprach er von den
schlechten Straße und der schlechten Infrastruktur und davon, dass alles so lange dauert. Was sagen Sie
dazu?
Rahul Saraogi: Sicher. Indiens aufgeblasene Bürokratie – ein Erbe seiner
Sozialistischen Vergangenheit, hemmt nach wie vor das Wachstum im Vergleich mit China. Das ändert sich
aber schnell. 80 % der Bevölkerung sind jünger als 45 Jahre, 50 % unter 25. Die Wirtschaft, wird
schnell dereguliert und reformiert. Der Einfluß der Bürokratie nimmt langsam aber sicher ab.
Der Demokratische Prozess verlangsamt oft den politischen Wandel und neue Reformen. Aber sie werden
dafür gut diskutiert und finden die Zustimmung im ganzen Land. Wir hatten Reformen und Deregulierung bei
zwei aufeinanderfolgenden Regierungen mit völlig unterschiedlichen Ideologien.
Steve
Sjuggerud: Vielleicht punktet Indien politisch. Aber die wirkliche Frage ist die, die Jim Rogers
ansprach: Warum scheint Indien im Vergleich zu China ein solches Chaos zu sein?
Rahul Saraogi:
Ein gutes Beispiel sind Japan und die USA. Die USA wuchsen im vergangenen Jahrhundert nachhaltig wegen
ihrer wirtschaftlichen Struktur. Japan tauchte in den 70er und 80er Jahren plötzlich auf der Bildfläche
auf und lief sich dann in den 90er Jahren tot.
Rahul sagte weiter, die USA hätten aus den
selben Gründen Japan übertroffen, mit denen Indien in Zukunft China überflügeln werde.
In
der nächsten Ausgabe sehen wir uns die Aussagen von Rahul an und warum Indien in allen Punkten vor China
liegt.
Jetzt sollten Sie erst einmal einen genaueren Blick auf indische Investments werfen.
Ich werde es tun.