Das Kreuz mit den Smilies.
Unverstandene Witze lösen Depressionen aus.
Verstandene Witze
lösen Freude aus.
Frauen und Männer reagieren unterschiedlich schnell und heftig auf Witze.
Die Smilies sollten je nach Geschlecht unterschiedlich groß und deutlich gestaltet sein.
http://science.orf.at/science/news/141966
Humor wirkt
geschlechtsspezifisch
Ein weiterer Unterschied, der Frau und Mann trennt: Das Gehirn reagiert
offenbar geschlechtsspezifisch auf Humor. Das fanden Neurobiologen heraus, die die Wahrnehmung von
Cartoons untersuchten. Das Ergebnis ihrer Studie: Obwohl beide Geschlechter dieselben Cartoons witzig
fanden, wurden bei Frauen einige Bereiche des Gehirns stärker aktiviert als bei Männern.
"Die Resultate helfen, frühere Erkenntnisse zu erklären, denen zufolge Frauen und Männer Humor
auf unterschiedliche Weise annehmen", sagt Allan L. Reiss. Der Psychologe und seine Kollegen der Stanford
University School of Medicine erwarten sich von ihren Ergebnissen u.a. ein neues Verständnis über das
Auftreten von Depressionen als Ausdruck negativer Emotionen.
Der Artikel "Individual
differences in humor appreciation: Sex differences in brain activation elicited by humor" erschien in der
Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America" (7.11.2005,
DOI: 10.1073/pnas.0408456102).
Artikel (sobald online)
Humor aktiviert
unterschiedliche Gehirnbereiche
Vorhergehende Studien hatten bereits gezeigt:
Verschiedene Bereiche des Gehirns spielen beim Umgang mit Humor eine Rolle - inklusive dem präfrontalen
Kortex (Vorderhirnlappen), der für die Sprachverarbeitung und Aufmerksamkeit verantwortlich ist.
Die geschlechtsspezifischen Gehirnaktivitäten als Reaktion auf einen Witz wurden laut den
Forschern bislang aber nicht untersucht.
Witze wirken wie Kokain
Im Jahr 2003 hatten
Reiss und seine Kollegen bereits herausgefunden, dass ein witziger Cartoon die gleiche Gehirnregion
anregt, wie es etwa Kokain tut, nämlich den "Nucleus accumbens". Diese Region wird beim Lachen mit dem
Neurotransmitter Dopamin versorgt - Auslöser für das Belohnungsgefühl und die Euphorie, die ein guter
Witz erzeugen kann (Neuron 40, S.1041).
"Nucleus accumbens" bei Frauen stärker
aktiviert
Zwanzig Erwachsene (10 Frauen, 10 Männer) betrachteten 70
Schwarz-Weiß-Cartoons, die sie auf einer Skala von eins bis zehn auf ihren Humorgehalt hin einstufen
sollten. Mit Hilfe von funktioneller Magnetresonanztomographie erhoben die Forscher die Gehirnaktivität.
Die Männer und Frauen zeigten ähnliche Gehirnaktivitäten, u.a. im jenem Bereich, der für
das semantische Wissen verantwortlich ist.
Es gab jedoch einige Gehirnregionen, die bei
Frauen mehr aktiviert wurden, darunter ein Teil der linken vorderen Hirnrinde (für Sprachverarbeitung
und Aufmerksamkeit) und der "Nucleus accumbens", das Erwartungs- und Belohnungszentrum.
Laut
den Forschern ist dies ein Hinweis auf eine analytischere Verarbeitungsweise beim weiblichen Geschlecht.
Der kleine Unterschied
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Reaktion auf Humor: Gewisse Bereiche im Gehirn werden bei Frauen stärker aktiviert als bei Männern, so
zum Beispiel der "Nucleus accumbens" im Belohnungszentrum (grüne Pfeile).
Grund:
Weniger Erwartung vom Witz
"Frauen schienen weniger eine Erwartungen der Belohnung zu
haben, was in diesem Fall die Pointe des Cartoons war", erklärt Reiss. Als sie die Pointe erfasst
hatten, waren sie eher erfreut darüber. Somit werde bei ihnen eine größere Aktivität im "Nucleus
accumbens" hervorgerufen, wenn es diese Belohnung gibt.
Die Männer schienen hingegen bereits
von Anfang an zu erwarten, dass die Cartoons witzig sind. Die Aktivierung im "Nucleus accumbens" war
entsprechend gering.
Sollte damit erwiesen sein, dass das Belohnungszentrum und andere
Regionen bei Frauen eher empfänglich für emotionale Stimuli (positive wie auch negative) seien,
schreiben die Forscher, so könnte das erklären, warum Depressionen bei zwei Mal häufiger bei Frauen
als bei Männern auftreten. Es gäbe zudem Potenzial zur Entwicklung neuer Therapien.