Jaja, das dynamische Pantherbrot aus dem Hause Anker 
Anker wollte zwei Schienen
anbieten:
Das teure Ankerbrot unter dem Namen Anker,
das billigere Ankerbrot unter dem Namen
Panther.
Aber Spar & Co. sind ja auch net auf der Nudelsuppen dahergschwommen, sie haben
fleißig gedrückt und gesagt:
Wenn Ihr des Pantherbrot so billig hergeben könnt,
und
des Ankerbrot schmeckt ziemlich genauso wie des Pantherbrot, nur daß Anker draufsteht,
dann wollen
wir das Ankerbrot auch zum Preis des Pantherbrot beziehen,
sonst könnt´s Euch Euer Ankerbrot
behalten!
Dann dürften noch gröbere Probleme in der Logistik dazugekommen sein, das
LIFO-Prinzip in der Lagerhaltung, was sogar dem Endkunden hat auffallen müssen: Oft war ein Brot mit
älterem Ablaufdatum frischer als das neueste Brot. Entweder falsch beschriftet, oder die ältesten Brote
sind halt zum Schluß raus, also da wo sie schon 1 Woche alt waren. Bei 2 bis 3 Euro pro Kilo überlegt
sich´s der Kunde dann doch genau, ob er sich auf das Glücksspiel einläßt, ein Ankerbrot zu kaufen,
oder doch lieber zu einem anderen Bäcker greift. Immerhin backen Felber, Ströck etc. auf ähnlichem
Preisniveau, aber da spürt man´s weniger, daß eine Maschine mit Selbstverantwortung gebacken hat.
Apropos, habt Ihr mal den Schauplatz im ORF gesehen? Da hat der Semmelbäcker, der die
Backstraße bedient, gezeigt, wie leicht eine ganze Straße zu Ausschuß werden kann, wenn die alte
Maschine wieder mal spinnt. Wenn also die Tagesproduktion nicht rechtzeitig erzeugt werden kann, wird
wohl die Produktion von gestern einspringen müssen. Die Produktion geht bei Anker fast ausschließlich
mit Maschinen. Gegenüber gestellt hams den kleinsten Bäcker Wiens, auch aus Favoriten, der alles mit
der Hand bäckt, die Nacht durch, viele verschiedene Produkte, und sich schon freuen muß, wenn ein Teil
der Tagesproduktion weggeht, und wenn Kinder ihm einen Kaugummi abkaufen.
Dann dürfte Anker
noch ein besonderes Problem haben (gehabt haben? Vielleicht hat der neue Eigentümer die Verträge
geändert?). Ankerbrot liefert dreimal am Tag frisch, in alle (z.B.) Billa-Filialen, und verpflichtet
sich, die gesamte Retourware zurückzunehmen. Zum vollen Preis. Also wie sich das ausgehen soll, wenn an
normalen Tagen (außer Samstag) in den meisten Billa-Filialen etwa 50% der Brote zurückgehen, weiß ich
nicht. Andere Bäcker dürften eine Pauschalretour als Abzug ausverhandelt haben, quasi als Rabatt, das
rechnet sich eher, da wird die Bestell- und Verkaufsverantwortung dorthin geschoben, wo sie hingehört:
In den Einzelhandel. Wenn der Billa jetzt viel mehr bestellt, als er zu verkaufen rechnen kann, nur um
den Kunden gesicherten Warennachschub bieten zu können, dann trägt er die Verantwortung, wenn er´s
nicht verkaufen kann. Meist kann man den Tagesbedarf nämlich eh recht gut einschätzen, aber wenn man
risikolos mehr bestellen kann, dann tut man´s eben und macht sich keine weiteren Gedanken.
Aber der Kleinanleger, der damals beim IPO unbedingt zuschlagen mußte, weil "Investieren Sie in einen
österreichischen Traditionsbetrieb!" (und die Oma sagt: "Essen müssen die Leut immer!") konnte das ja
nicht erahnen, was sich in der Welt der hohen Wirtschaft so abspielt.