Die Krise im Weltfinanzsystem | aktie.at Forum
Die Krise im Weltfinanzsystem
Dissi(0) ProfilBuddyIgnorieren (am 22.4.11 14:24)

Markteinschätzung I/2009 (Stand : 20.02.2009)
von Dirk Schmidt-Sinns

1. Kapitalmärkte - narkotisiert !
2. Was hinter den Kulissen passiert
2.1 Wie gut ist der Staat ? - Beurteilung von Staatsbonitäten
2.2 Wie zahlt Amerika seine Schulden zurück ?
2.3 Bleibendes Mißtrauen in der Bankenbranche
2.4 Realwirtschaftliche Implikationen - wozu das Ganze führt ?
3. Was bedeutet das für die Kapitalmärkte ?


1. Kapitalmärkte - narkotisiert !
Durch die Pleite von Lehman Brothers ist an den Weltfinanzmärkten eine einzigartige Situation entstanden, für die es weder in der
Praxis noch in der Wissenschaft eine Blaupause gibt. Eine Negativspirale bestehend aus schlechten Nachrichten aus Finanz- und Realwirtschaft wurde in Gang gesetzt, die sich bis zuletzt deutlich beschleunigt hat.
Mit heißer Nadel werden derzeit weltweit große Rettungspakete geschnürt, mit denen das Finanzsystem stabilisiert werden soll und große Unternehmen vor der Insolvenz bewahrt werden sollen. Jede neue Hiobsbotschaft wird mit erneuten staatlichen Hilfsaktionen quittiert, um einer Verschärfung der Situation entgegen zu treten. Eine weitere Bankenpleite einer "systemrelevanten" Bank soll tunlichst vermieden werden und ein staatlicher Bankenrettungsschirm will die Funktionsfähigkeit des Finanzsystems aufrechterhalten.
Alle Grundsätze freier Kapitalmärkte werden über Bord geworfen und im Vertrauen auf die Allmacht des Staates alles unternommen, um eine Rückkehr zur Normalität zu gewährleisten.
Gewaltigen Unternehmensverlusten auf der einen Seite, stehen riesige Hilfspakete von staatlicher Instanz gegenüber. Zahlen stehen im Raum, deren Ausmaß und Wirkung kaum noch einschätzbar sind, vor allem da das Zahlenspiel mit Milliarden und Billionen derzeit inflationär über uns hereinbricht.
Schon feiert man die Rettungstaten der Staaten als Schritt in die richtige Richtung
und setzt darauf, daß nun alles wieder in Ordnung kommt.
Trotz steigender Risiken für die Staatshaushalte sinken die Zinsen auf Staats-
papiere und vermitteln den Eindruck, daß in diesen Zeiten Staatspapiere der letzte
Hort der Sicherheit wären. Erneut greift die Hoffnung um sich, mit einer Politik
des billigen Geldes die Probleme der Kapitalmärkte in den Griff zu bekommen, dabei hat genau diese Politik in der Vergangenheit zur aktuellen Situation maßgeblich beigetragen. Nun wird weiteres "Öl ins Feuer" gegossen, um dem Flächenbrand Einhalt zu gebieten.
Während die Kapitalmärkte derzeit im Einfluß staatlicher Eingriffe, großer Zahlen und dem Vertrauen in die Rettungskraft der Staaten in einer Art Narkosezustand verharren, stellt sich die Frage, was nach Abklingen der Narkosewirkung auf uns zu kommt. Schliesslich ist Narkose nicht mit Heilung gleichzusetzen.


2. Was hinter den Kulissen passiert
2.1 Wie gut ist der Staat ? - Beurteilung von Staatsbonitäten

Während sich Kapitalmärkte und Wirtschaft im letzten Jahrzehnt zunehmend globaler organisiert haben, sind die Politik und die Aufsicht der Märkte noch viel zu stark national geprägt. Nationale Interessen werden vor allem in der Politik sehr hoch gewichtet und diese logische "nationale" Brille der Staaten zeigt sich in den Lösungsansätzen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise.
Nun treffen erforderliche globale konzertierte Aktionen zur Rettung des Weltfinanzsystems auf handfeste nationale Interessen zum Schutz der heimischen Realwirtschaft. Prominentes Beispiel sind die Rettungsaktionen für General Motors, Chrysler und Ford in den USA. Hier steht eine komplette Branche in den USA vor dem Aus. An der US-Automobilwirtschaft hängen ca. 1,5 Mio Arbeitsplätze, deren Verlust die US-Wirtschaft massiv in Mitleidenschaft zöge.
Mit der Rettung dieser Firmen bleiben die globalen Überkapazitäten der Automobilhersteller bestehen und verhindern die fällige Marktbereinigung.
Während der Bankrott dieser Firmen für die USA ein Desaster wäre, wäre es im globalen Kontext eine zwingende Erfordernis im Sinne funktionierender freier Märkte. Jene freien Märkte, für die sich George W. Bush zuletzt nochmals vehement ausgesprochen hat.
Nun droht, statt freien Märkten eine Rückkehr in staatlichen Protektionismus, an dessen Ende die globalen Märkte nationalen Interessen geopfert werden.
Der IWF warnt vor einer Tendenz in vielen Staaten, den Heimatmarkt vor ausländischer Konkurrenz abzuschotten. "Wenn sich jedes Land hinter seinen Grenzen verschanzt, dann würde sich die schon gravierenden Krise weiter verschlimmern." Dies könnte einen Teufelskreis des Protektionismus erzeugen.
Statt globalem Raubtierkapitalismus droht nun massiver staatlicher Markteinfluss mit nationalen und sozialistischen Zügen. Mit der Kampagne "Buy America" hat selbst die Urmutter des Kapitalismus kurz ihr wahres Gesicht in der Krise gezeigt.
Fatal erscheint dabei nur, daß die Probleme des Weltfinanzsystems nur noch global konzertiert gelöst werden können. So sind die Staaten zwischen Erfordernissen der heimischen Realwirtschaft und der Rettung des Finanzsystems hin- und hergerissen.
Viele Staaten haben zur Rettung ihrer nationalen Bankensysteme bereits viel Substanz eingebüßt und können weiteren Finanzbedarf nur noch über die Erhöhung ihrer Staatsschulden decken. Dieser Zusammenhang wiederum hat internationale Investoren veranlasst, die Staatsfinanzierungen zu beleuchten und Staaten mit hohen Leistungsbilanzdefiziten und hoher Staatsverschuldung zu meiden.
Auch innerhalb des Euro-Raumes beginnen die Risikoaufschläge für einzelne Staaten deutlich zu steigen. Die Euro-Staaten Italien, Spanien, Griechenland, Portugal und Irland müssen bereits deutlich höhere Zinsen bezahlen. Aktuell muß Griechenland für eine zehnjährige Anleihe fast 3 % mehr bezahlen, als für zehnjährige deutsche Staatsanleihen zu entrichten ist.
Dieser vernünftige Mechanismus einer risikoadäquaten Bepreisung von Staatsanleihen verschärft die finanzielle Situation dieser Staaten.
Die Ausfallwahrscheinlichkeiten vieler Staaten steigen an und stellen vor allem den Euroraum vor eine schwierige Bewährungsprobe. Werden im Falle eines Staatsbankrotts eines EU-Landes die anderen EU-Länder zur Rettung schreiten ? Gibt es demnächst Euroraum-Staatsanleihen, damit schwächere EU-Staaten von der guten Bonität starker EU-Staaten profitieren können ?
Viel dramatischer stellt sich die Situation in anderen Ländern dar. Viele Staaten bspw. aus dem osteuropäischen Raum sind überschuldet und brauchen Gelder vom IWF, sonst droht der Staatsbankrott. Die Identifikation schwacher Staaten ist längst im Gange und führt dazu, daß die
Investoren diesen Staaten keine Gelder mehr zur Verfügung stellen, sondern stattdessen investiertes Kapital zusätzlich abziehen, was die Situation dieser Staaten weiter verschärft.
Schon stehen die Staaten beim IWF Schlange, mit Kreditbedarf, um ihre Staatsschulden zu finanzieren, da sie am Kapitalmarkt kein Geld mehr bekommen.
Der IWF ist hierbei nur "Umverteilungsstelle", denn die Kapitalausstattung des IWF wird von den etablierten Staaten (G 20) getragen. D.h. jede Rettungsaktion des IWF belastet die anderen Staaten zusätzlich.
Im Gegenzug erleben vermeintlich starke Staaten deutliche Mittelzuflüsse, da das internationale Kapital den "sicheren" Hafen sucht.
Was als Bankenkrise begann, droht in den nächsten Monaten zu einer Staatenkrise zu mutieren. Auch auf Staatenebene sind zuerst die Schwachen unter Druck, ab einer bestimmten Brisanz sind dann auch die "starken" Staaten betroffen.


2.2 Wie zahlt Amerika seine Schulden zurück ?
Interessanterweise profitiert ausgerechnet der US-Dollar von der Risikoaversion der Kapitalmärkte und steigt derzeit gegenüber den meisten anderen Währungen an.
Und dies obwohl sich die US-Wirtschaft in desolater Verfassung befindet, und die
Hiobsbotschaften wöchentlich an Brisanz gewinnen.
Als Begründung muß die weltweite Verbreitung des USD dienen. Rein auf Basis der schieren Menge, der in Umlauf befindlichen Dollars, ist es weit wahrscheinlicher, daß kleine Währungen unter Druck kommen, als daß der weltweit verteilte USD ad hoc an Stellenwert verliert. Dies wiederum verleiht dem USD den einzigartigen Status eines "sicheren" Hafen, den er eigentlich nicht verdient hat.
Tatsächlich findet ein globaler Wettbewerb der Papierwährungen statt, den die
Währungen mit der größten Verbreitung gewinnen dürften. Diese Währungen dürften es noch am leichtesten haben, die erforderliche Staatsverschuldung am Kapitalmarkt zu refinanzieren.
Das amerikanische Dilemma besteht aus einer Kombination aus massiver Staatsverschuldung, enormer Auslandsverschuldung und gigantischer Verschuldung der privaten Haushalte. Der Gesamtschuldenstand beläuft sich im Jahr 2004 bereits auf 40 Billionen USD, dies sind ca. 440 Prozent des jährlichen BIP. Mehr als 70 Prozent des amerikanischen BIP fließen sofort wieder in den Verbrauch. Die Sparquote liegt bei null - der Dienstleistungsanteil am BIP beträgt in etwa 70 Prozent.
2004 hat eine durchschnittliche vierköpfige Familie in den USA eine Verschuldung von 545.916 USD. Der US-Bürger ist gefangen in einem Schuldenproblem. Sein Vermögen liegt in der eigenen Immobilie, die permanent an Wert verliert. Seine Altersvorsorge ist in Aktien investiert, deren Kurse fortlaufend sinken. Sein Arbeitsplatz ist aufgrund der Rezession in Gefahr und seine Verbindlichkeiten übersteigen sein Vermögen. Die Verschuldung der privaten Haushalte liegt bei über 105 % vom BIP. Kein Wunder, daß diese Haushalte nicht mehr weiter konsumieren können.

Auch die Vermögensverteilung in den USA zeigt, wie weit verbreitet das Problem des Konsum-Totalausfalls ist. 5 % der Amerikaner halten 60 % des gesamten Vermögens. 60 % der Amerikaner besitzen 6,6 % des Gesamtvermögens und 20 % der Amerikaner sind vermögenslos. Es ist folglich davon auszugehen, daß 60 - 70 % der Amerikaner den Gürtel deutlich enger schnallen müssen, und über Jahre ihren Konsum von Sachgütern und Dienstleistungen deutlich einschränken müssen. Dies wird das amerikanische BIP massiv einbrechen lassen und die Negativspirale weiter in Gang halten.
Da der Amerikaner nicht spart, kann sich die US-Regierung nicht auf seine Bürger verlassen, wenn es darum geht, die hohen Staatsschulden für die Rettungspakete zu finanzieren. Die Käufer dieser Staatsanleihen müssen hauptsächlich aus dem Ausland kommen, da die Amerikaner selbst nur sehr gering als Käufer auftreten können.
Die USA könnten in 2009 bis zu 3 Billionen USD Neuverschuldung finanzieren müssen. Um nicht ausschließlich von ausländischer Nachfrage abhängig zu sein, hat der amerikanische Staat seiner Notenbank erlaubt, langlaufende Staatsanleihen zu kaufen. Dies bedeutet, daß die Notenbank die Banknotenpresse anwerfen darf, um dem Staat Staatsanleihen abzukaufen und gleichzeitig eine künstliche Nachfrage nach US-Treasuries zu schaffen, um deren Zinsen niedrig zu halten.
Seit 23. März 2006 publiziert die US-Notenbank die Geldmenge M 3 nicht mehr.
Dies läßt vermuten, daß Aussenstehende schwieriger den aufgeblähten Geldumlauf und die Inflationspotentiale daraus erkennen sollen.
Erstmals stellte Moody's nun die Frage, ob ein AAA-Rating für US-Treasuries gerechtfertigt ist. Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Situation muß davon ausgegangen werden, daß der amerikanische Staat mittelfristig beginnen muß, Risikoaufschläge zu bezahlen oder den überwiegenden Teil an neuen Staatsanleihen seiner Notenbank zu verkaufen.
Noch hofft Amerika, mit Unterstützung ihres neuen Präsidenten, die Lasten der Sanierung Amerikas mit dem Rest der Welt teilen zu dürfen. Schließlich verbleibt von einem frisch gedruckten US-Dollar nicht mal die Hälfte im eigenen Land. Und das Lieblingskind von Fed-Chef Ben Bernanke ist der Erhalt inflationärer Tendenzen, schließlich war die Inflation zu jederzeit die eleganteste Form der Staatsentschuldung. So gibt die US-Notenbank erstmals ein Inflationsziel aus, als sei die permanente Geldentwertung im Sinne derer, die auf die Werthaltigkeit
und Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes vertrauen.
So scheint die Wahl zwischen einem Ende mit Schrecken oder einem Schrecken ohne Ende zu bestehen.


2.3 Bleibendes Mißtrauen in der Bankenbranche
Die Aufgabe der Banken als Finanzintermediäre besteht zu jederzeit darin, die Realwirtschaft mit Geld zu versorgen. Aufgrund der Prüfung wirtschaftlich sinnvoller Investitionen als Kreditgeber, besteht ein wichtiges Korrektiv für unternehmerischen Überschwang. So sollte es ein.
Auf der Suche nach Rendite, haben sich neben der Realwirtschaft globale Kapitalmärkte etabliert, deren Ausmaß die Volumina der Realwirtschaft ein Mehrfaches übersteigen. Die aktuelle Implosion der Kapitalmärkte führt die Banken nun an die Grenzen ihrer Möglichkeiten, da die veränderte Bewertung der Risiken das Eigenkapital aufzehrt.
Bedauerlicherweise bleibt kaum Substanz übrig, um die nun folgenden Risiken in der Realwirtschaft zu stemmen. Stattdessen sind die Banken zur Unzeit gezwungen, ihre Risikopolitik der veränderten Gesamtsituation anzupassen und damit jegliches Risiko auf absehbare Zeit zu vermeiden.
Schwierig sind auch die weiteren Ertragsaussichten der Banken. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise brechen ihnen die Erträge weg. Bei der Deutschen Bank war im Jahresergebnis 2007 das Investmentbanking für über die Hälfte des Ertrags verantwortlich. Dies läßt erahnen, wie die Ergebnisse der nächsten Jahre aussehen werden. Gleichzeitig nehmen die Kreditausfälle in der Realwirtschaft zu und in den Wertpapier- und Derivateportfolien der Banken drohen weitere Abschreibungsrisiken.
Für einige Banken führt der Weg vermutlich in die Verstaatlichung, um einen völligen Kollaps der Finanzmärkte durch weitere Bankenpleiten zu vermeiden.
Vielen Investoren bleibt die Erkenntnis, daß die Verbriefungen von Eigenkapital von Banken derzeit annähernd wertlos geworden sind und eine schnelle Erholung wenig wahrscheinlich erscheint. Im Gegenteil - da die Banken ihrerseits steigende Kosten bei der eigenen Refinanzierung zu schultern haben, bleibt für Aktionäre und Eigenkapitalgeber auf absehbare Zeit nur wenig Ertrag übrig. Aber nur entsprechende Erträge verbessern die Fähigkeit der Banken, Risiken bspw. Kreditrisiken einzugehen, damit wird die originäre Aufgabe der Banken, nämlich die Kreditversorgung der Wirtschaft, weiterhin gestört bleiben.
Aufgrund der weiterhin bestehenden Intransparenz bezüglich der tatsächlichen Risikolage bei Banken, wird der so wichtige Interbankenhandel weiterhin ein Schattendasein fristen. Die Geld- und Kapitalmärkte zur Kapitalbeschaffung für Banken und Unternehmen bleiben ausgetrocknet und behindern die Kapitalversorgung der Wirtschaft.
Da Geld der Schmierstoff der Wirtschaft ist, führt ein Entzug des Kapitals in der Realwirtschaft unweigerlich zu massiven Verwerfungen.


2.4 Realwirtschaftliche Implikationen - wozu das Ganze führt ?
Der Staat hat alle Hände voll zu tun, die Banken zu retten. Der Fiskus initiiert darüberhinaus große Konjunkturpakete, um die Wirtschaft anzukurbeln. Beide Aufgaben kosten sehr viel Geld und reduzieren die Möglichkeiten, zusätzlich den Unternehmen in der aktuellen Situation unter die Arme zu greifen.
Die Banken bekommen Staatshilfen, die ihr Überleben sichern sollen, allerdings nicht zur Übernahme von weiteren Risiken verwendet werden sollen. Daraus ergibt sich logischerweise eine erschwerte Kreditversorgung der Realwirtschaft. Neue Investitionen unterbleiben mangels Finanzierung und bestehende Finanzierungen verteuern sich oder werden nicht verlängert.
Aufgrund dieser Rahmenbedingungen erleben wir derzeit eine einzigartige Kontraktion von Geld und Kredit, sowie ein massives Schrumpfen der Kreditmärkte weltweit. Daraus resultiert eine Kreditklemme, vor allem für Großunternehmen mit einer hohen Fremdkapitalquote.
Aktuelles Beispiel ist die Continental-Übernahme durch Schaeffler. Aufgrund der VDO-Übernahme durch Continental, hatte sich die Verschuldung von Continental bereits massiv erhöht. Diese Situation lastete auf dem Kurs der Continental-Aktie. In dieser Situation entschied sich Schaeffler zu einer feindlichen Übernahme von Continental - ebenfalls stark fremdfinanziert. Nun haben beide Unternehmen Schwierigkeiten Investoren und Kapitalgeber zu finden, da im Kerngeschäft aufgrund des massiven Nachfrageeinbruchs im KfZ-Bereich die Gewinne wegbrechen.
Die Kauflust der Amerikaner war in der Vergangenheit für etwa 15 Prozent des Weltsozialprodukts verantwortlich. Auf Pump hat der amerikanische Konsument den Rest der Welt beschäftigt. Die Amerikaner haben 980 Mrd. Kreditkartenschulden, sowie Auto- und Verbraucherkredite in Höhe von 1,6 Billionen USD angehäuft. Die privaten Hypotheken belaufen sich auf in etwa 10 Billionen USD.
Zuletzt stieg die Sparquote, die 2007 noch bei null verharrte, auf einen Wert von 2,3 Prozent. Schränkt der amerikanische Konsument aufgrund seiner Überschuldungsproblematik sein Konsumverhalten um ein Drittel ein, sinkt das Weltsozialprodukt um 5 Prozent.
Bedauerlicherweise ist mit längerfristigen Ausfall des amerikanischen Konsumenten zu rechnen. Die Negativeffekte springen nun auf andere Industrienationen über und führen auch dort zu vorübergehender Konsumzurückhaltung.
Die Kompensation dieses Nachfrageausfalls erscheint kurzfristig kaum möglich.
Viele Schwellenländer haben von diesem Nachfrageboom profitiert, der dort viele Menschen in Lohn und Brot brachte. Das Ausbleiben der Nachfrage läßt dort die Zahl der Arbeitslosen steigen. Die Kaufkraft dieser Länder kann den Ausfall nicht kompensieren, vor allem wird sie zum weiteren Aufbau der Volkswirtschaft benötigt.
Diese Situation führt zu einer massiven Kapazitätsanpassung, insbesondere in Branchen, die global agieren. Nun treten die Industrienationen auf den Plan und versuchen mit staatlichen Konjunkturpaketen diese Entwicklung abzufedern. Investitionen in Infrastruktur und Konsumförderprogramme sollen den ins Stocken geratenen Motor wieder in Schwung bringen. Allerdings dürften diese Maßnahmen, neben Vorzugseffekten, kaum für nachhaltiges Wachstum sorgen. Eher ist zu erwarten, daß nach einem Abebben der Staatsprogramme ein erneutes Absinken der Wirtschaftsleistung zu verzeichnen ist.
Desweiteren könnte die Staatsnachfrage sinnvolle private Investition verdrängen und ein fortwährendes Hoffen auf "der Staat wird es schon richten" in Gang setzen. Dies führt mittelfristig an die Grenzen der Zahlungsfähigkeit des Staates.

Auch die immense Staatsnachfrage nach Geld, die in diesem Jahr auf die Kapitalmärkte zukommt, wird die Unternehmen belasten. Die Staatsnachfrage nach Geld könnte die Unternehmensnachfrage nach Kapital verdrängen und die Unternehmensrefinanzierung deutlich verteuern.


Fazit : Schwierigkeiten bei der Kreditversorgung, Konsumzurückhaltung der
Verbraucher, Marktsättigung in den Industrienationen, geringerer Investitionsbedarf aufgrund Überkapazitäten, verteuerte Unternehmensrefinanzierung und staatliche Interventionspolitik mit Protektionismustendenzen werden der Realwirtschaft schwer zu schaffen machen.


3. Was bedeutet das für die Kapitalmärkte ?
Wie hoch kann der Renditeanspruch sein, wenn kein Wachstum erzielt wird ? In Summe gesehen darf der Kapitalanleger keine Rendite erzielen, wenn die Realwirtschaft nicht wächst. Da sich einzelne Märkte permanent in Über- und Untertreibungsphasen befinden, entsteht dennoch der Eindruck stets Geld verdienen zu können, wenn man nur immer in den Märkten unterwegs ist, die gerade gut performen.
Für all diejenigen, die aber mittels Langfristinvestment "Buy and Hold"-Strategien verfolgen, stellt sich die Frage des dauerhaften Performanceanspruchs sehr wohl. Die Finanzkrise offenbart scheinbar die Problematik, daß der immensen Geldmenge mit Verzinsungsanspruch nicht ausreichend realwirtschaftliches Wachstumspotential gegenübersteht. Dies führt dann zu spekulativen Tendenzen in den Assetklassen, denen schwungvoll Kapital zu- und abfließt. Per saldo aber dürfte gelten "wie gewonnen, so zerronnen"


Deflationsgefahren - ein vorübergehendes Phänomen ?
Für die aktuelle Situation gibt es ein bestehendes Beispiel - Japan.
In Japan bestand zu Beginn der 90er Jahre eine Überhitzung des Immobilien- und des Aktienmarktes. In der Hochzeit der Übertreibung war der Kaiserpalast in Tokyo mehr wert als ganz Kalifornien. Mit dem Platzen dieser Spekulationsblase ging die Verstaatlichung der Banken einher, radikale Zinssenkungen führten zur Nullzinspolitik der Notenbank, die bis heute währt.
In der Folge versuchte der japanische Staat mittels massiver Infrastrukturprogramme die Nachfrage anzukurbeln und hat die Staatsschulden bis auf 150 % vom BIP aufgebläht. Dennoch stieg die Arbeitslosigkeit unaufhörlich und die japanische Bevölkerung erhöhte die Sparquote aus Angst vor schlechten Zeiten. Während der Nikkei 225 Anfang 1990 bei ca. 38.000 Punkten lag, steht er heute bei 7.400 Punkten. Dies entspricht einem Verlust von 80,5 % in 29 Jahren.
Diese Situation könnte sich nun global wiederholen. Die Unternehmen haben Überkapazitäten und bauen diese ab, tätigen keine Ersatzinvestionen und erst recht keine Erweiterungsinvestitionen. Sie machen ihre Hausaufgaben auf der Kostenseite, d.h. setzen Personal frei und versuchen über billigere Preise ihre Kapazitäten auszulasten.
Der Bürger hat Angst vor Arbeitslosigkeit - Krisensparen und Konsumverweigerung sind die Folge. Der Staat wiederum rettet Unternehmen, um Arbeitsplätze zu sichern
und erhält damit die Überkapazitäten, was sich in sinkenden Preisen widerspiegelt.
Er verdrängt Privatnachfrage durch Staatsnachfrage und investiert bspw. in Infrastruktur statt in Bereiche, die nachhaltig zu Wachstumsmotoren der Wirtschaft werden. Somit tätigt er Ersatzinvestitionen, deren Wirkung nicht zu nachhaltigem Wachstum beitragen. Im Grunde werden Vorzugseffekte gehoben, um Bevölkerung in Lohn und Brot zu halten. Nach Vollzug ergeben sich kaum Folgeeffekte der Investition. In diesem Umfeld bleibt kein Platz für steigende Preise.
Das zusätzliche Dilemma für den Staat - bestehende Schulden wachsen durch eine Deflation und nehmen nicht wie in einer Inflation ab. Insofern wächst die Sorge, daß die temporäre Deflationstendenzen in eine dauerhafte Deflation münden.


Auswirkungen auf den Aktienmarkt
Die Aktienmärkte stehen weiterhin unter Streß. Permanente Gewinnrevisionen und eine fortdauernde Finanzkrise auf Unternehmens-, Banken- und Staatenebene verschärfen die Situation. Weder die realwirtschaftlichen Indikationen, noch die Marktpsychologie sprechen für ein Investment in Aktien. Einzig die konzertierten staatlichen Konjunkturpakete dürften für eine gewisse Entspannung an den Aktienmärkten sorgen. Dazu muß die Finanzierung der Pakete
stehen und die Auszahlungswirkung erkennbar sein. Daraus ließe sich für das 4. Quartal 2009 eine gewisse temporäre Stabilisierungstendenz für die Aktienmärkte ableiten.
Besondere Chancen bieten Infrastrukturtitel, Rohstoffwerte und chinesische Aktien.
Die höhere Gewichtung von Umweltschutz könnte dem Thema "Nachhaltigkeit" Auftrieb verleihen.


Auswirkungen auf die Rentenmärkte
Die derzeitigen Deflationstendenzen sprechen für weiterhin niedrige Zinsen - Richtung Nullzinspolitik, wie sie neben Japan, mittlerweile auch in USA und Großbritannien besteht. Dies läßt Performancespielraum für erstklassige Rententitel. Das Chance/Risikoprofil wird aber zunehmend schwieriger, da über dieser Anlageklasse eine spekulative "Sicherheitsbubble" schwebt.
Sollte sich die Situation weiterhin verschärfen, besteht die Sorge, daß auch die Staaten Risikoaufschläge in bisher ungekanntem Ausmaß an Investoren bezahlen müssen. Enspannt sich die Lage, findet mit erhöhter Risikoneigung der Investoren ein deutlicher Mittelabfluss in Anlagen mit höherer Renditechance statt.
So gesehen bieten vermeintlich "risikolose" Staatsanleihen derzeit wenig Phantasie.
Erstklassige Unternehmensanleihen bieten im Vergleich bessere Renditechancen.
Die hohen Risikoaufschläge aufgrund des wirtschaftlichen Umfelds sind berechtigt,
führen aber auch bei einer Zahl gut finanzierter Unternehmen für attraktive Renditen. Insbesondere Versorger und Telekoms erscheinen aufgrund stetiger Kapitalzuflüsse interessant. Auch Kurzläufer großer Automobilkonzerne bieten deutlich höhere Kupons.
Schwächere Bonitäten sollten gemieden werden, da es hier zu einigen Ausfällen kommen wird.
Auswirkungen auf die Devisenmärkte Mit einer vorübergehenden Entspannung an den Kapitalmärkten, aufgrund der Einflüsse der Konjunkturpakete, sollte sich die gegenwärtige Dollarstärke umkehren.
Generell sollte die derzeitige Verschuldungsorgie des amerikanischen Staates die US-Währung schwächen - allerdings profitiert sie als Weltleitwährung von der Risikoaversion globaler Anleger. Desweiteren zwingen viele globale Märkte, die in USD notieren, zum Halten von Dollarpositionen. Insofern wird der US-Dollar weiterhin von einer Verschärfung der Finanz- und
Wirtschaftskrise profitieren. Die Entspannungstendenzen im zweiten Halbjahr sollten ihn schwächen.
Die derzeitige Euro-Schwäche ist der ebenfalls prekären Situation in Europa geschuldet. Bei genauerer Betrachtung befindet sich auch der Euro-Raum in schwierigem Fahrwasser. Viele EU-Staaten haben ähnliche Probleme wie die USA. Die europäische Wirtschaft wächst langsamer und die Bevölkerung altert schneller als in den USA. Für den großen Wurf ist kein finanzpolitischer Spielraum gegeben und der Willensbildungsprozess auf europäischer Ebene gestaltet sich schwierig. Die Schwierigkeiten einzelner EU-Staaten könnten den Euro-Raum
vor die Zerreißprobe stellen.
Die Währungen vieler Schwellenländern leiden unter massiven Kapitalabflüssen aus ihren Märkten. Dies setzt die Währungen unter Druck. Da eine Erholung zuerst von den Industrienationen ausgehen muß, ist erst in zweiter Instanz mit einer Erholung der Währungen der Schwellenländer zu rechnen.
Die großen Währungsräume US-Dollar, Euro und Yen werden bevorzugt. Auf dem
gegenwärtigen Niveau bietet sich ein Verbleib in Euro an.


Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte
Die Rohstoffmärkte haben massiv korrigiert. Die Knappheit der Ressourcen ist dennoch geblieben, auch wenn diese Thematik aktuell ausgeblendet scheint. Auf dem gegenwärtigen Niveau erscheinen Öl und Edelmetalle interessant. Der Ölpreis ist definitiv zu niedrig, die Futurepreise liegen deutlich über dem aktuellen Spotpreis und weisen auf die Erwartung steigender Ölpreise hin. Die Edelmetalle profitieren von ihrer Funktion als Krisenwährung - allen voran das Gold. Der Goldpreis liegt mit über 1.000 USD/Feinunze nahe seinem Allzeit-
hoch. Im Vergleich erscheinen vor allem Platin und Palladium günstiger.
Interessant erscheinen zunehmend auch Rohstoffaktien, die als Alternative zum Direktinvestment in Rohstoffe attraktiv erscheinen. Vor allem beim Öl ist die Rohstoffaktie das interessantere Investment, da sich der Rohstoff nur über die Terminmärkte handeln lässt und die Preisaufschläge der Terminkurse zu Rollverlusten führen. (Contango)

Auswirkungen auf Alternative Investments
Ob Hedgefonds, Schiffe, Flugzeuge oder Private Equity - derzeit überwiegen in allen alternative Investments die Risiken. Die Fremdfinanzierungskosten steigen und die Risiken steigen ebenfalls. Bei allen Investments besteht die Gefahr, die Investitionsobjekte zu teuer erworben zu haben, da die Kaufzeitpunkte oftmals noch 2007 und 2008 waren. Damit besteht für Investoren die Gefahr, aufgrund der geringen Transparenz der Beteiligungen, zu teuer einzusteigen. Eine sehr geringe Fremdfinanzierungsquote ist sehr wichtig, denn sonst drohen
Schieflagen, bis hin zur Insolvenz der Beteiligungen.
Erst wenn die niedrigen Rohstoffpreise und die hohen Überkapazitäten den Hersteller zu deutlich niedrigeren Einkaufspreisen von Schiffen und Flugzeugen geführt haben, werden diese Anlageformen wieder hochinteressant. Bei Schiffen und Flugzeugen bestehen derzeit ohnehin Überkapazitäten im Markt, was sich in deutliche sinkenden Charterrates widerspiegelt.
Bei Private Equity wird die Krise der Realwirtschaft zeitversetzt erst in den nächsten
Monaten ankommen, da die Assetpreise erst nach Rechnungslegung angepasst
werden. Mancher Beteiligungswert wird sich in den nächsten Monaten noch deutlich verringern, da der Anpassungsmechanismus der Börse bei nicht börsennotierten Beteiligungen logischerweise nicht greift.


Fazit :
Interessant erscheinen derzeit erstklassige Unternehmensanleihen. Im Aktienbereich sollte mittels Deep Discountzertifikaten ein weiterer Marktrückgang antizipiert werden. In diesem Bereich sind dennoch zweistellige Renditen möglich.
Positionen in Rohstoffaktien und Infrastrukturtiteln können an schwachen Tagen sukzessive aufgebaut werden. Chinesische Aktien sollten über eine Fonds beigemischt werden.
Im Rohstoffbereich bietet sich ein Anteil Gold und Platin an. Stabilität ins Portfolio bringt ein deutscher offener Immobilienfonds.

Zukünftig an weiteren Infos interessiert - http://finanzmarktprofi.blogspot.com/

  

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Antworten zu diesem Thema
Die Krise im Weltfinanzsystem, Dissi(0), 22.4.11 14:24
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1
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04.12.10 13:33
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04.12.10 20:15
20
      RE: denmokratische grundrechte auf dem prüfstand?
05.12.10 10:13
21
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12.12.10 11:08
22
RE: Die Krise im Weltfinanzsystem
05.2.11 12:06
23

Kaupthing-Bank schädigt BE
Rang: Vecernicek(618) ProfilBuddyIgnorieren (am 05.8.09 10:41)

Uj, scheise, die Kaupthing-Bank hat die Teilnahme an der BE-Roadshow nicht bezahlt

http://www.be24.at/blog/entry/626456/die-fouls-der-kaupthing-bank

  

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Staat zahlt Geburtstagsfeier für Bankdirektoren
Rang: Vecernicek(618) ProfilBuddyIgnorieren (am 25.8.09 06:01)

Ich hoffe, das weitet sich nicht aus. Sonst flattert dem Steuerzahler demnächst eine Rechnung fürs Catering vom Elsner ins Haus.

Den letzten Absatz muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Kann man sich vorstellen, dass der Faymann beim Treichl anruft und ihm sagt, dass er gerne was für ihn tun würde, und der Steuerzahler würde nichts lieber tun als den Treichl samt Freundeskreis auf einer großen Party im Kanzleramt zu verköstigen?

http://www.orf.at/ticker/338993.html

D: Kritik an Geburtstagsessen Ackermanns in Kanzleramt

Eine Feier zum 60. Geburtstag des Chefs der Deutschen Bank, Josef Ackermann, vor mehr als einem Jahr im deutschen Kanzleramt stößt auf massive Kritik. SPD, Grüne, Linke und der Bund der deutschen Steuerzahler monierten in der ARD, dass die Bürger die Kosten übernehmen mussten. Ein Sprecher des Kanzleramts erklärte gestern, dass "Details zu Teilnehmern und Inhalt derartiger Treffen grundsätzlich nicht veröffentlicht" würden. Morgen soll die Bundesregierung den Haushaltsausschuss über die Kosten des Abendessens informieren.

Ackermann hatte seinen 60. Geburtstag laut dem ARD-Magazin "Report Mainz" auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit rund 30 Gästen gefeiert. Bezahlt worden sei der Abend mit Steuergeld. Allein für externes Servicepersonal seien Kosten in Höhe von 2.100 Euro angefallen, dazu kämen die Kosten des Abendessens.

SPD: "Nicht akzeptabel"
Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte in der ARD, man könne "als Kanzlerin nicht jemandem anbieten, auf Kosten des Steuerzahlers seinen Geburtstag mit gutem Wein und Essen im Kanzleramt zu feiern. Dafür ist es nicht da." Der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, erklärte, der ganze Vorgang sei nicht akzeptabel.

Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, sagte dem ARD-Magazin: "Wenn aus einem privaten Anlass dort eingeladen wird, dann ist das nicht in Ordnung. Das kann nicht auf Steuerzahlerkosten bezahlt werden." Für den Düsseldorfer Parteienrechtler Martin Morlok liegt das Problem eher in der Vermengung von amtlicher Tätigkeit und privatem Vergnügen. "Das gehört sich nicht", kritisierte Morlok. "Es geht nicht um das Finanzielle, es geht um die demonstrative Nähe der Herrschenden zu einer bestimmten Person."

Anfrage bereits im April
Bereits im April hatte die Linken-Politikerin Gesine Lötzsch eine Anfrage an das Kanzleramt gestellt. In der Antwort hieß es laut ARD zunächst, Ackermann habe seinen 60. Geburtstag nicht im Kanzleramt gefeiert. Wenige Zeilen später habe es dann aber geheißen, vielmehr habe Merkel den 60. Geburtstag des Chefs der Deutschen Bank als Anlass genommen, am 22. April 2008 im "repräsentativen Bereich ihres Kanzlerbüros ein Abendessen mit Vertretern aus Wirtschaft und Gesellschaft auszurichten". Lötzsch erklärte: "Das Kanzleramt widerspricht sich selbst."

Ackermann selbst hatte in der ZDF-Dokumentation "Kanzlerin Merkel" vor knapp zwei Wochen erklärt: "Sie (Merkel) hat mir damals gesagt, sie würde gerne etwas für mich tun. Ich soll doch einmal etwa 30 Freunde und Freundinnen einladen aus Deutschland oder der Welt, mit denen ich gerne einen Abend zusammen sein würde - im Kanzleramt. (...) Und ich muss sagen, das war ein wunderschöner Abend."

  

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RE: Staat zahlt Geburtstagsfeier für Bankdirektoren
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 25.8.09 21:12)

>Ich hoffe, das weitet sich nicht aus. Sonst flattert dem
>Steuerzahler demnächst eine Rechnung fürs Catering vom Elsner
>ins Haus.
>
>Den letzten Absatz muß man sich einmal auf der Zunge zergehen
>lassen. Kann man sich vorstellen, dass der Faymann beim
>Treichl anruft und ihm sagt, dass er gerne was für ihn tun
>würde, und der Steuerzahler würde nichts lieber tun als den
>Treichl samt Freundeskreis auf einer großen Party im
>Kanzleramt zu verköstigen?


Sehr sympathisch ist mir der Ackermann ja nicht, aber polemisch
gesagt sollten die Deutschen ihm die Feier mit Freude zahlen. Die
Unterstützung der DB bei der HRE-Rettung sollte das leicht wert sein...
Ganz zu schweigen davon was es Deutschland gekostet hätte wenn sich
die Deutsche Bank z.B. so dämlich wie die UBS oder Citigroup angestellt hätte.

  

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Asien macht IWF schon Konkurrenz
Rang: keram(483) ProfilBuddyIgnorieren (am 12.3.10 15:10)

Was in Europa in diesen Tagen heftig diskutiert wird, ist in Asien in so gut wie verwirklicht. Aus bilateralen Hilfsabkommen ist ein asiatischer Währungsfonds geworden.
Was in Europa in diesen Tagen heftig diskutiert wird - die Gründung eines regionalen Währungsfonds -, ist in Asien in wenigen Wochen Realität: Ende März nimmt die Chiang-Mai-Initiative in ihrer neuen Form die Arbeit auf. Durch die Hintertür ist dann aus dem bilateralen Hilfsabkommen ein asiatischer Währungsfonds geworden.
Der Weg dorthin war langwierig und keineswegs einfach. Nach dem Ende der Asienkrise 1998, die in Anlehnung an das Versagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) auch "IWF-Krise" genannt wird, schlug die japanische Notenbank schon damals die Gründung eines asiatischen Fonds vor: Man wollte finanziell und politisch unabhängig vom ungeliebten IWF sein. Den USA schmeckte dies naturgemäß nicht, sie fürchteten um ihre Führungsrolle und den Dollar.
Die Japaner gaben sich zunächst geschlagen und riefen die Chiang-Mai-Initiative ins Leben, der neben Japan noch China, Südkorea und die Südostasiatische Staatengemeinschaft (Asean) angehören. Darin sicherten sich je zwei Notenbanken im Fall einer Währungskrise Notkredite zu, meistens in US-Dollar. Aus den einzelnen bilateralen Abkommen wurde über die Jahre ein flächendeckendes Netz von Verträgen.
In der jüngsten Finanzkrise stieß das System jedoch an seine Grenzen. Neue Finanzmittel mussten her. Im vergangenen Frühjahr beschlossen die 13 Mitgliedsländer, die Initiative deutlich aufzuwerten, und stockten ihre Krisenhilfe von 80 auf 120 Mrd. $ auf. Mit je 38,4 Mrd. $ stellten China und Japan den größten Anteil, Südkorea steuerte 19,2 Mrd. $ bei.

Umsetzung makroökonomischer Zielvorgaben
Zudem haben sich die Mitgliedsländer auf ein multilaterales System verständigt: Die Mitglieder werfen ihre Währungsreserven zusammen, auf diesen Pool dürfen dann in Not gekommene Staaten zurückgreifen. Die Devisenkredite können bis zu 90 Tage in Anspruch genommen werden, die Mittel sollen innerhalb einer Woche bereitstehen.
Bei Bedarf können die Kredite auf 720 Tage ausgedehnt werden, so sieht es die Satzung vor. Eine volkswirtschaftliche Abteilung, angesiedelt bei der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) in Manila, überwacht die Kreditvergabe und die Umsetzung der makroökonomischen Zielvorgaben. Nicht anders funktioniert der IWF.

In Asien ist man offiziell bemüht, diese Entwicklung herunterzureden. "Die Chiang-Mai-Initiative ist nur eine Ergänzung zum IWF", sagt ADB-Geschäftsführer Rajat Nag. Doch hinter den Kulissen machen die Asiaten kein Hehl daraus, dass sie mehr Unabhängigkeit vom Westen wollen. Bei dem in wenigen Wochen stattfindenden asiatischen Boao-Wirtschaftsforum, dem Davos Asiens, ist eine ganze Sitzung dem Thema gewidmet: "Von der Chiang-Mai-Initiative zum Asiatischen Währungsfonds".
Denn ungeklärt ist bislang noch die Frage, wer die Rolle des Bösen übernehmen will, den Part, den in der Vergangenheit die USA gespielt haben. "China und Japan wollen weder das politische noch das finanzielle Risiko voll übernehmen", sagte William Wallace von der Weltbank in Jakarta. "Dieses Problem möchte man doch lieber anderen überlassen." Vorläufig vielleicht eben doch noch dem IWF.

  

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RE: Asien macht IWF schon Konkurrenz
Rang: Hagen(760) ProfilBuddyIgnorieren (am 12.3.10 15:30)

>ungeklärt ist bislang noch die Frage, wer die Rolle des Bösen übernehmen will,
>den Part, den in der Vergangenheit die USA gespielt haben. "China und Japan wollen weder
>das politische noch das finanzielle Risiko voll übernehmen"


Das sehe ich auch als den größten Schwachpunkt eines europäischen Währungsfonds. Der IWF kann völlig ohne Sentimentalität vom klimatisierten Airport-Hotel aus seine Programme diktieren, ist aber in seiner Verantwortlichkeit nicht faßbar. Das sind irgendwelche austauschbare englischsprachige Figuren, deren Gesicht man sich nicht merkt und deren Namen man schnell wieder vergißt.

Eine europäische Behörde ist zwangsläufig multinational besetzt. Da kommt dann womöglich der Italiener und diktiert den Griechen ein Sparprogramm. Und nach zwei Jahren kommt ein Grieche und diktiert den Italienern ihr Sparprogramm. Das kann heiter werden.

  

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China: Rising Risks
Rang: keram(483) ProfilBuddyIgnorieren (am 21.3.10 00:57)

Glittering skyscrapers, empty shopping malls and underused factories are evidence of speculative excess that may threaten the Asian nation’s role as a driver of global growth.
The township of Huaxi in the Yangtze River Delta is a proud symbol of how Chinese communists embraced capitalism to lift 300 million people out of poverty during the past three decades.

Its leaders took a farm community with bamboo huts and ox carts in the 1970s and transformed it into an industrial and commercial powerhouse where today many of its 30,000 residents live in mansions and most have a car. Per-capita income of 80,000 yuan ($11,700) -- almost four times the national average -- allows Huaxi to claim it’s China’s richest village.

Huaxi is also emblematic of the country’s construction and real estate boom. Communist Party officials there are building one of the world’s 30 tallest buildings, a 2.5 billion yuan, 328-meter (1,076-foot) tower. The revolving restaurant atop the so-called New Village in the Sky offers sweeping views of paddy fields, fish ponds and orchards, Bloomberg Markets reports in its April issue.

Marc Faber, publisher of the Gloom, Boom & Doom Report, says China is overdoing it. “It does not make sense for China to build more empty buildings and add to capacities in industries where you already have overcapacity,” Faber told Bloomberg Television on Feb. 11. “I think the Chinese economy will decelerate very substantially in 2010 and could even crash.”

Huaxi has an even more ambitious project coming up: a 6 billion yuan, 538-meter skyscraper that would today rank as the world’s second tallest. The only loftier building is the new Burj Khalifa in Dubai.

Dubai Times a Thousand

Such undertakings figured in warnings hedge fund manager Jim Chanos delivered in January that China is Dubai times a thousand. The costs of wasteful investments in empty offices and shopping malls and in underutilized infrastructure will weigh on China, Chanos, president of New York-based Kynikos Associates Ltd., said in a speech at the London School of Economics. “We may find that that’s what pops the Chinese bubble sooner rather than later.”

China has defied the global recession of the past two years and remained the fastest-growing major economy. Gross domestic product soared 10.7 percent in the fourth quarter. The government has provided 4 trillion yuan in stimulus spending and encouraged banks to lend a record 9.59 trillion yuan last year, trying to bridge the gap until demand for exports rebounds or domestic consumption takes off.

Risk for Commodities

Last month, banks lent a further 1.39 trillion yuan -- almost one-fifth of the target amount for the whole of 2010. Also in January, foreign direct investment climbed 7.8 percent to $8.13 billion. Retail sales during last week’s Lunar New Year holiday rose 17.2 percent from the same period in 2009, according to the Ministry of Commerce.

While China’s resilience has helped support the world economy, raising demand for energy and raw materials, the bursting of a bubble would have the opposite effect. Government efforts to wean the economy off its extraordinary support may roil markets.

In January, the central government ordered banks to curb lending, which put China’s stock market into reverse. In a sign, in part, of how dependent the world has become on China, stocks and currencies slumped in places such as Australia and Brazil that supply commodities to the People’s Republic. On Feb. 12, the eve of the one-week Lunar New Year holiday, China for the second time in a month ordered banks to set aside more deposits as reserves. The Shanghai Composite Index has fallen 8 percent year-to-date, after gaining 80 percent in 2009.

Bidding Up Prices

“If the Chinese economy decelerates or crashes, what you have is a disastrous environment for industrial commodities,” said Faber, who oversees $300 million at Hong Kong-based Marc Faber Ltd.

The stimulus tap that Beijing turned on has flowed to projects such as its 2 trillion yuan high-speed-rail network. The 221 billion yuan Beijing-Shanghai line has surpassed the Three Gorges Dam as the single most expensive engineering project in Chinese history.

Some beneficiaries of the government efforts have plowed their loans into real estate and stocks. Property prices across 70 cities jumped 9.5 percent in January from a year earlier, according to government data.

Bridge of Strength

Instead of concentrating on their core businesses, giant state-owned enterprises, or SOEs, have bet on real estate, according to Zhang Xin, a former Goldman Sachs Group Inc. analyst who’s chief executive officer of Soho China Ltd., the biggest property developer in Beijing’s central business district. “All the SOEs are bidding the prices up to the sky,” Zhang told China International Business, a magazine backed by China’s Ministry of Commerce, in December. That’s despite office vacancies in China’s capital being at record highs, according to Boston-based commercial real estate company Colliers International.

Chanos, a short-seller who was early to warn about Enron Corp., is one of a growing number of investors sounding the alarm. “Right now, the Chinese market is overheating,” George Soros said in a Jan. 28 interview.

Local-government officials have wasted stimulus funds by replacing infrastructure that was fine in the first place. State media complained in May 2009 that party chiefs in Jianyang, Sichuan province, decided to help boost the local economy by rebuilding a bridge that was in such good condition it had emerged unscathed a year earlier from the earthquake that killed 70,000 people. The so-called Bridge of Strength withstood a demolition crew that tried to blast it to pieces with dynamite, the official China Daily reported.

Real Estate or Soybeans?

Another example Chanos has cited is the city of Ordos, where party officials have built an entire new downtown on the windswept grasslands of Inner Mongolia, 25 kilometers (15 miles) outside the existing municipality of 1.5 million people.

Mark Mobius, meanwhile, is sticking with China. The executive chairman of Templeton Asset Management is encouraged that the government is pulling back some of its extraordinary economic support. “We see the government’s tightening of lending as a positive because it moderates the risk to some degree,” says Mobius, who oversees $34 billion. “This is a correction in an ongoing bull market.”

Chris Ruffle, who helps manage $19 billion for Edinburgh- based Martin Currie Ltd., also remains confident China will avoid a bust. “It’s not a highly leveraged situation,” says Ruffle, who works in Shanghai. “I was in Japan in the 1980s, and that was a bubble. Here in China, we are nowhere near that.”

Still, even Mobius says investors have to be wary. He got rid of an investment in a Chinese food company after discovering that it was using funds to buy apartments instead of to process soybeans.

William Mellor is a senior writer at Bloomberg Markets in Sydney

  

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Yuan Poised to Become Reserve Currency
Rang: keram(483) ProfilBuddyIgnorieren (am 21.3.10 01:04)

March 19 (Bloomberg) -- China’s yuan is destined to become a global reserve currency rivaling the dollar and the euro, as the nation’s economic power increases the currency’s allure, said Jim O’Neill, chief economist at Goldman Sachs Group Inc.

The Chinese government will “eventually” allow the yuan, or renminbi, to trade freely on foreign-exchange markets, dropping the system under which it controls its value, O’Neill wrote in an essay that formed part of a report published today for Chatham House, a London-based foreign affairs research organization.

“As China moves in this direction, other large emerging economies will presumably gradually move in the same direction and the end result will be something approximating to today’s Western monetary system,” London-based O’Neill wrote. “Under such a system, the renminbi, dollar and euro would all form the linchpin of the world’s currency markets.”

China is likely to overtake Japan as the world’s second- largest economy this year, said O’Neill, who coined the term BRICs to describe Brazil, Russia, India and China in 2001. In the next decade, along with other large emerging economies, the size of China’s economy will approach that of the U.S., he wrote.

The Chatham House report, which included a contribution from DeAnne Julius, a former member of the Bank of England’s Monetary Policy Committee, was titled “Beyond the Dollar: Rethinking the International Monetary System.” Among its recommendations are a multicurrency reserve system and increased use of Special Drawing Rights as a supranational currency. SDRs are a unit of account, based on a basket of currencies, used in International Monetary Fund transactions.

“The dollar-based monetary system is no longer adequate for a larger and more integrated world economy,” it said. “Prominent developing economies are increasingly demanding to be included in any multilateral dialogue that aims to shape the new economic order.”

  

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Keine neue Herabstufung für Portugal
Rang: keram(483) ProfilBuddyIgnorieren (am 27.3.10 13:38)

Gute Nachricht für die Regierung im hoch verschuldeten Portugal: Zwei Tage nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die US-Ratingagentur Fitch hat Standard & Poor's (S&P) sich diesem Schritt nicht angeschlossen. Die amerikanische Agentur entschied, die Bewertung der Bonität Portugals unverändert zu lassen. S&P begründete dies nach portugiesischen Presseberichten vom Samstag damit, dass der von Lissabon vorgelegte Sanierungsplan voraussichtliche positive Effekte haben werde.

Die Regierung von Ministerpräsident Jose Socrates habe gezeigt, dass sie entschlossen sei, den Haushalt in Ordnung zu bringen. Es bestünden Aussichten, dass die gesteckten Ziele zum Abbau des Budgetdefizits wenigstens teilweise erreicht würden. Allerdings wies die Agentur darauf hin, dass Portugal in nächster Zeit voraussichtlich nur ein schwaches Wirtschaftswachstum haben werde. Eine spätere Herabstufung der Kreditwürdigkeit sei daher nicht ausgeschlossen.

Die Agentur Fitch hatte zuvor die Bonität Portugals auf das Niveau Italiens oder Irlands herabgestuft. Sie bezeichnete den Ausblick als negativ. Portugal sei zwar in der Lage, seine Schulden zu bedienen, aber die Situation könne sich verschlechtern.



Quelle: APA/BE

  

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Unruhen in Indien
Rang: keram(483) ProfilBuddyIgnorieren (am 29.3.10 20:23)

75 Polizisten bei Maoisten-Angriff in Indien getötet

Maoistische Rebellen haben heute in Zentralindien Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und mindestens 75 von ihnen getötet. Mehr als 20 Sicherheitskräfte seien verletzt worden, teilte die Polizei weiter mit. Der Angriff im Bundesstaat Chhattisgarh ist einer der folgenschwersten der vergangenen Jahre.

Die Maoisten lehnen sich seit den 60er Jahren gegen die indische Regierung auf und wollen nach eigener Darstellung mehr Rechte für arme Bauern und landlose Arbeiter durchsetzen. In ländlichen Gebieten gewinnen die Rebellen an Zulauf. Um die wirtschaftliche Entwicklung zu behindern, nehmen sie immer wieder Bahnstrecken und Fabriken ins Visier.

Die Polizei hatte Ende des vergangenen Jahres eine Offensive gegen die Rebellen gestartet, auf die diese mit zahlreichen Anschlägen reagierten. Ministerpräsident Manmohan Singh hat den Aufstand als eines der größten Probleme für die innere Sicherheit Indiens bezeichnet.


quelle:www.orf.at


das könnte, wenn es sich ausweitet, äußerst negative Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Aufschwung haben


  

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IWF rügt US-Chaos bei Derivateaufsicht
Rang: keram(483) ProfilBuddyIgnorieren (am 13.4.10 19:31)

Die einen loben sie als sinnvolle Versicherungen gegen allerlei Unbillen der Märkte. Andere halten sie für "Massenvernichtungswaffen": Derivate. Jetzt greift der IWF in die Debatte ein. Und meint: Die USA, immerhin weltgrößter Markt, sind alles andere als ein Vorbild.


weiter: http://www.ftd.de/finanzen/derivate/:clearingstreit-iwf-ruegt-us-chaos-bei-derivateaufsic ht/50100193.html

  

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Soros geißelt "Lizenz zum Töten"
Rang: keram(483) ProfilBuddyIgnorieren (am 23.4.10 18:44)

Politiker und Banken streiten um Regeln für den gigantischen Derivatemarkt. Hedge-Fonds-Legende George Soros mischt sich mit drastischen Worten ein: Kreditderivate böten Spekulanten Mittel, Länder und Unternehmen zu attackieren - bis zum Letzten.
Der US-Investor George Soros pocht auf strikte Regeln für Derivate. Die Instrumente würden benutzt, "um aus Luft imaginären Wert zu schaffen", steckten aber voller "versteckter Gefahren", schreibt Soros in einem am Freitag veröffentlichen Gastbeitrag in der Financial Times. "Der Einsatz von Derivaten und anderen synthetischen Instrumenten muss reguliert werden, selbst wenn alle Akteure erfahrene Investoren sind."

weiter: http://www.ftd.de/finanzen/derivate/:plaene-fuer-derivateregulierung-soros-geisselt-lizen z-zum-toeten/50104919.html

  

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Finanzmarktreform
Rang: keram(483) ProfilBuddyIgnorieren (am 14.5.10 22:22)

Die Senatoren in Washington wollen Ratingagenturen staatlichen Richtlinien unterwerfen und die Gebühren von Kredikartenunternehmen beschneiden. Die Aktien von Visa, Mastercard und American Express brechen ein.
Die Lobbyisten der Finanzbranche haben in Washington eine empfindliche Niederlage einstecken müssen. Der US-Senat stimmte in Beratungen zur Finanzmarktreform zwei Ergänzungsvorlagen zu, die die Spielräume von Kreditkartenunternehmen und Ratingagenturen deutlich einschränken.
Mit 64 zu 35 Stimmen beschloss der Senat, die Ratingagenturen unter strengere Aufsicht zu stellen. Die Regierung soll eine staatliche Clearingstelle schaffen, an deren Richtlinien sich Moody's, Standard & Poor's und Fitch künftig halten müssen. Mit 61 zu 38 Stimmen segnete er einen weiteren Zusatz ab, der den US-Behörden erlaubt, eigene Standards zur Beurteilung der Qualität von Wertpapieren auszuarbeiten.
Beide Vorlagen sollen für mehr Wettbewerb sorgen und die Abhängigkeit der Branche von den Ratingagenturen reduzieren, denen eine maßgebliche Verantwortung für die große Finanzkrise angelastet wird.

Der US-Senat hat Kartengebühren eingeschränkt Mit 64 zu 33 Stimmen entschied der Senat außerdem, dass die Notenbank künftig für die Regulierung von Debitkartengebühren zuständig ist. Außerdem dürfen Einzelhändler und Restaurants Kunden Rabatte gewähren, die bestimmte Kredit- oder Debitkarten benutzen oder in bar bezahlen. Mit den Maßnahmen will der Senat die Gebühren einschränken, die Kreditkartenunternehmen jeweils von Händlern und Restaurants kassieren, wenn ein Kunde mit einer Karte etwas kauft.
Die Aktienkurse von American Express , MasterCard und Visa fielen am Freitag deutlich. MasterCard teilte mit, dass diese Änderung die Konkurrenz reduziere. Sie werde "die Profite für Großhändler erhöhen auf Kosten von Konsumenten und Genossenschaftsbanken".

Die Schlussabstimmung über das Finanzmarkt-Reformpaket wird für kommende Woche erwartet; es wird allgemein damit gerechnet, dass der Senat seinen Segen gibt. Bevor das Gesetz Präsident Barack Obama zur Unterschrift vorgelegt werden kann, muss es allerdings noch mit der Version des Repräsentantenhauses abgestimmt werden, die schon seit Dezember vorliegt. Sollten sich die Politiker einigen, wäre das die größte Reform des amerikanischen Finanzregulierungssystems seit der Großen Depression.



Quelle: FTD

  

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Gier und Geld treiben Arme nicht weniger als Reiche
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.6.10 20:46)

mE ein interessanter Artikel:

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Gier und Geld treiben Arme nicht weniger als Reiche. Matthias Sutter im Interview über Zocken als Sucht, Gier-Gen, Fairness und Bankenkrisen

derStandard.at: Sie waren im vergangenen Jahr ein gefragter Mann. Was hat denn die Leute so brennend interessiert?

Matthias Sutter: In der experimentellen Wirtschaftsforschung studieren wir, wie sich Menschen verhalten, wenn es um Geld geht, und welche Motive sie treiben. Managergehälter, überzogene Gehälter aber auch der kleine Sparer, der sieben Prozent statt zwei Prozent Zinsen möchte, das hat in Krisenzeiten offenbar interessiert.

weiter:

http://derstandard.at/1277337028645/Experimental-Oekonom-Sind-Manager-gierig-ist-es-auch- der-kleine-Sparer

  

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RE: Gier und Geld treiben Arme nicht weniger als Reiche
Rang: keram(483) ProfilBuddyIgnorieren (am 01.7.10 11:12)

Was ist Gier, wer ist arm und wer ist reich?

Gier kann man doch ganz allgemein als menschliches Triebverhalten bezeichnen, ausgerichtet bei den Reichen auf eine meist irrationale Steigerung von Vermögen, Ansehen, Einfluß und Macht, bei den Armen auf maßlose Befriedigung von alltäglichen persönlichen Bedürfnissen.
Darüber hinaus sollte Armut als relativer Begriff verstanden werden, der in seiner Existenz ausschließlich durch den ebenso relativen Begriff Reichtum geschaffen wird, was bedeutet, daß es ohne Reichtum auch keine Armut geben kann.

Gier ist wie Hunger und Durst, einer hat mehr, andere weniger.
Gier fördert Wachstum und Entwicklung.
Gier vergrößert die Kluft zwischen arm und reich.

Insoferne empfinde ich es als etwas obszön, das Bemühen kleiner Sparer um ein paar Prozent mehr Ertrag auf ihr Erspartes mit Gier in Zusammenhang zu bringen. Ebenso erscheint es mir unangebracht, Managern die den Job tun für den sie bezahlt werden als von Gier getrieben abzustempeln.



gruß
k

  

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Konkurrenz für Ratingagenturen
Rang: keram(483) ProfilBuddyIgnorieren (am 28.7.10 22:50)

Der Kreditversicherer Coface macht Ernst mit dem Vorhaben, sich als europäische Ratingagentur zu profilieren. Das französische Unternehmen beantragt die entsprechende Zulassung in zehn Ländern.




http://www.n-tv.de/wirtschaft/Konkurrenz-fuer-Ratingagenturen-article1153951.html

  

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RE: Konkurrenz für Ratingagenturen
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 28.7.10 23:13)

>Der Kreditversicherer Coface macht Ernst mit dem Vorhaben,
>sich als europäische Ratingagentur zu profilieren. Das
>französische Unternehmen beantragt die entsprechende Zulassung
>in zehn Ländern.


Nicht schlecht. Das Know-How sollten sie ja haben.

  

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Nutzung der EZB-Einlagenfazilität nimmt zu
Rang: keram(483) ProfilBuddyIgnorieren (am 16.10.10 13:34)

Die Nutzung der Einlagenfazilität der Europäischen Zentralbank (EZB) hat per 26. September deutlich zugenommen. Wie die EZB mitteilte, deponierten Banken in der mit 0,25% verzinsten Fazilität 84,118 (zuvor: 74,466) Mrd EUR.

DowJones Deutschland

  

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Wie Ungarn die Pensionskassen plündert und Bürgerrechte beschneidet
Rang: Priapos(8) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.11.10 17:30)

Ungarische Pensionsreform oder: "Wie töte ich die zweite Säule"


Relativ unbemerkt vom Westen Europas, dessen Interesse sich auf jene PIIGS-Märkte fokussiert, die noch nicht den Rettungsschirm in Anspruch nehmen mussten, passieren gerade unter der neuen ungarischen Regierung gröbere Umwälzungen im Pensionssystem, die den Griff Irlands nach dem NPRF geradezu harmlos aussehen lassen. Ungarn plant nicht mehr und nicht weniger als die Quasi-Verstaatlichung des Pensionssystems. Die Maßnahme soll Assets im Ausmaß von 14,6 Milliarden US-Dollar unter staatliche Kontrolle bringen und Mitte Dezember in Kraft treten, so verschiedene Ost-Medien.



Wie die "Budapester Zeitung" berichtet, sollen sich schon Ende Januar 2011 alle ungarischen Bürger entscheiden müssen, ob sie vom obligatorischen Pri­vat­kassen­mo­dell in die staatliche Rente wechseln oder im derzeitigen (halb-)privaten System verbleiben. Wer wechselt, nimmt das seit Einführung des privaten Mo­dells vor zwölf Jahren angehäufte Ka­pi­tal mit in die staatliche Rente. Die ungarische Regierung budgetiere bereits einen Teil dieser Mittel für den Haushalt 2011, so die Zeitung. Umfragen zeigen, dass circa die Hälfte der Bürger mit einem Wechsel ins staatliche System liebäugelt, während etwa ein Drittel das private präferiert. Die Regierung rechnet mit einer ca. 90-prozentigen Zustimmung zu ihrer Maßnahme.



So weit, so gut, würde die Regierung nicht mit Drohungen arbeiten, die da lauten, dass all jene, die im privaten System verbleiben, ihren An­spruch auf den staatlichen Anteil der Renten verlieren würden. Wer sich für das private System entscheide, sei nicht mehr Teil der Gemeinschaft, so der Wirtschaftsminister.



Konkret bedeutet das, dass jene, die im privaten System verbleiben möchten, künftig 10 Pro­zent ihres Bruttogehalts wie bisher in die obligatorische private Pensionskasse einzahlen, und der 24-prozentige Arbeitgeberanteil an Ren­ten­bei­trägen ebenfalls wie bis dato in die staatliche Ren­tenkasse gezahlt wird. Der Haken: Die Versicherten erwerben jedoch, da sie nach Wirtschaftsminister Matolcsys Vor­stel­lung kein Mit­glied der „Gemeinschaft“ mehr sind, mit dieser Zahlung keinen Pensions­anspruch. Damit könnten den im privaten System verbleibenden Angestellten ihre Pensionen um rund 70 Prozent gekürzt werden.



Diese Volte soll dadurch legalisiert werden, dass der zweckgebundene Arbeitgeberanteil am Pensionsbeitrag in eine nicht zweckgebundene Steuer umfirmiert wird. Widerstand formiert sich allerorten im Land, aber auch die EU-Kommission zeigt sich bereits alarmiert. Amadeu Altafaj-Tar­dio, Sprachrohr des EU-Fi­nanz­kommissars Olli Rehn, rügte, dass die komplette Abschaffung der privaten Pen­si­ons­kassen Anlass zu zahlreichen Sorgen gäbe und die Wahlfreiheit zwischen staatlichem und privatem Pensionssystem ausheble. Die Einflussmöglichkeiten sind aber limitiert, da das Pensionssystem in die Zuständigkeit der EU-Mitgliedsstaaten fällt.



Eine Aushebelung der neuen Pensionsgesetze durch das Verfassungsgericht ist ausgeschossen, da dieses nicht mehr in Steuer- und Abgabenfragen angerufen werden kann, es sei denn, dass Grundrechte verletzt würden. Der Verband der privaten Pen­sions­kassen wird wohl in diese Richtung seine Argumentationskette aufzubauen haben. Die Regierung zeige sich nicht kompromissbereit, hieß es seitens des Verbandes. Man hatte versucht, vorzuschlagen, dass Ungarn, die im privaten System bleiben möchten, über den 24-prozentigen Ar­beit­geberanteil des Pensions­beitrags frei disponieren dürfen, dies läuft aber dem Vorhaben der Regierung, Budgetlöcher zu stopfen, zuwider. Die "Prague Post" wiederum weiß vom Ruf des Verbandes der privaten Pensionskassen nach einem EU-Ombudsmann, der untersuchen soll, ob verfassungsmäßig garantierte Rechte der Bürger durch das schwere Foul an der zweiten Säule tangiert sind.

  

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Demokratie?
Rang: keram(483) ProfilBuddyIgnorieren (am 04.12.10 13:33)

Spanien ruft Alarmzustand aus.
Die Regierung macht gegen die streikenden Fluglotsen mobil. Für sie gilt ab sofort das Militärrecht. Im spanischen Luftraum bewegt sich aber deswegen immer noch nichts. Vor Sonntag ist nicht mit einer Normalisierung zu rechnen.
Die spanische Regierung hat nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung den Alarmzustand ausgerufen. Die streikenden Fluglotsen seien dem Militärrecht unterstellt worden, teilte der Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba mit. Wenn sie der Anordnung zur Wiederaufnahme der Arbeit nicht Folge leisten würden, könnten die Lotsen wegen Befehlsverweigerung in Schnellverfahren nach militärischem Recht zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden.
Der Alarmzustand gibt der Regierung besondere Vollmachten. Er steht von den Auswirkungen her eine Stufe unterhalb des Ausnahmezustands und war seit der Wiedereinführung der Demokratie in Spanien vor 35 Jahren noch nie verhängt worden.
Der wilde Streik der Fluglotsen legte auch am Samstag den Flugverkehr in Spanien lahm. Der Luftraum über den Großflughäfen von Madrid, Barcelona sowie auf Mallorca und den Kanarischen Inseln ist weiter gesperrt. Die spanische Fluggesellschaft Iberia strich bis 6 Uhr (Ortszeit) Sonntagmorgen alle Flüge. Die Airline forderte die Passagiere auf, zu Hause oder in ihren Hotels zu bleiben und nicht zu den Flughäfen zu kommen.
Die Flughafenbehörde Aena rief Fluggäste auf, sich erst dann zu den Flughäfen zu begeben, wenn die Normalität wiederhergestellt ist. Auf dem Madrider Flughafen begannen einzelne Fluggesellschaften am Samstagmorgen damit, Passagiere abzufertigen. Die Gesellschaften wiesen die Fluggäste aber darauf hin, dass nicht sichergestellt sei, dass die Flugzeuge auch wirklich starten würden. Inoffiziell verlautete, dass die Sperre des Luftraums über Madrid bis zum Abend verlängert werden sollte.
Am Freitagabend übernahm das Militär die Flugsicherung, nachdem die zivilen Fluglotsen am späten Nachmittag überraschend ihre Arbeit niedergelegt hatten. Nur wenige Stunden vor dem Ausstand hatte die Regierung weitere Einschnitte gebilligt, um den zunehmenden Druck der Anleger wegen der Haushaltslage zu entschärfen. Vorgesehen ist unter anderem die teilweise Privatisierung von Flughäfen. Die Fluglotsen verhandeln schon lange mit der Aena über Löhne und Arbeitsbedingungen.
Nach Angaben der Fluglotsengewerkschaft haben deren Mitglieder die Maximalarbeitszeit bereits seit Wochen erreicht. Aena-Chef Juan Ignacio Lema warf den Fluglotsen vor, die spanische Bevölkerung zu erpressen. Die Flughäfen von Madrid, Barcelona, Mallorca, Menorca, Ibiza und auf den Kanarischen Inseln mussten wegen des Ausstands geschlossen werden. Weite Teile des spanischen Luftraums sind gesperrt.
Tausende von Passagieren hatten die Nacht in den Wartehallen der Flughäfen in Madrid, Barcelona und auf Mallorca verbracht. Ein Teil der streikenden Fluglotsen kehrte nach Angaben des staatlichen Rundfunks RNE am Samstagmorgen in die Kontrolltürme zurück, nahm die Arbeit aber nicht wieder auf.
Das Fehlen der Fluglotsen löste kurz vor einem Nationalfeiertag in Spanien am Montag ein Reisechaos aus. Nach Angaben der Fluggesellschaft Iberia saßen 200.000 Reisende fest. Auf den Flughäfen bildeten sich am Freitag an den Abfertigungsschaltern lange Warteschlangen.
Laut der Fluggesellschaft Air Berlin hat die Flugsicherung Eurocontrol den Flugraum bis voraussichtlich 19 Uhr geschlossen. Air Berlin streicht deswegen zahlreiche Flüge. Der Billigflieger Ryanair teilte ebenfalls mit, Spanien zunächst nicht anzufliegen. Auch Lufthansa meldete Flugausfälle.
Nach Angaben der Aena hatten etwa 70 Prozent der Lotsen ohne vorherige Ankündigung ihre Arbeitsplätze verlassen. Die Behörde setzte sich mit Eurocontrol in Verbindung, um zu verhindern, dass Flugzeuge aus anderen europäischen Ländern spanische Flughäfen anflogen.

  

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denmokratische grundrechte auf dem prüfstand?
Rang: keram(483) ProfilBuddyIgnorieren (am 04.12.10 20:13)

Spanier wüten gegen Fluglotsen

Der Konflikt zwischen den Fluglotsen und der Regierung schwelte schon seit Monaten. Immer wieder kam es vor, dass auffällig viele Lotsen wegen "Krankheit" fehlten und Flüge sich verspäteten oder abgesagt werden mussten. Die Fluggesellschaften sprachen von einem "verkappten Streik".
Im vorigen Sommer drohten die Lotsen mitten in der Reise-Saison offen mit Arbeitsniederlegungen. Dies löste in Spanien eine solche Welle der Empörung aus, dass die Lotsengewerkschaft USCA einlenkte. Es gab dann sogar eine "prinzipielle Einigung" über ein neues Tarifabkommen, aber das Einvernehmen sollte nicht von Dauer sein.
Beispielloses Chaos: Erstmals in Spaniens Geschichte bringen die Fluglosen den Luftverkehr des Landes komplett zum Erliegen. Sie verderben Hunderttausenden das Wochenende. Verständnis hat niemand, die Berufsgruppe gilt als privilegiert. Familien wurden um ihren Wochenendausflug gebracht, Hochzeitsfeiern mussten abgesagt und Fußballspiele verschoben werden. In den Abfertigungshallen der Flughäfen von Madrid, Barcelona oder Mallorca drängten sich ratlose Passagiere. Sie wussten nicht, ob sie noch auf einen Flug warten oder die Hoffnung aufgeben und nach Hause fahren sollten.

Für andere war der Flughafen Endstation: Urlauber campierten die Nacht zum Samstag in den Abfertigungshallen. Reisegesellschaften und eine Sondereinheit des Militärs verteilten Decken und Kissen.
"Ich fühle mich als Geisel genommen", beklagte sich auf dem Flughafen von Palma ein junger Mallorquiner, der in Madrid die Fußballer von Real sehen wollte. Der Pilot einer Maschine, die von Madrid nach Frankfurt am Main fliegen sollte, sagte nach der Verweigerung der Starterlaubnis über Lautsprecher: "Es ist nicht zu glauben, was hier geschieht." Mehr zum Thema
Ende des Streiks Spanische Fluglotsen knicken vor Militär ein

Fluglotsen-Streik Armee übernimmt Luftkontrolle in Spanien

Die spanischen Fluglotsen haben sich mit ihrem Streik wohl zur meistgehassten Berufsgruppe des Landes gemacht. In einem Hotel am Madrider Flughafen, in dem die Streikführer über ihre Strategie berieten, kam es beinahe zu Handgreiflichkeiten zwischen Lotsen und gestrandeten Passagieren. "Ihr habt uns unsere Ferien versaut", bekamen die Streikenden zu hören. "Ihr solltet alle entlassen werden."
Spaniens Lotsen gelten als die bestbezahlten in Europa. Ihre Gehälter werden auf fast 30.000 Euro im Monat beziffert. Die üppigen Einkommen gehen vor allem darauf zurück, dass die Fluglotsen bisher nur 1200 Stunden im Jahr Dienst tun mussten und darüber hinaus teuer bezahlte Überstunden leisten konnten.

Die Regierung hat sich daran gemacht, diese Privilegien zurechtzustutzen, um die hohen Kosten in den Griff zu bekommen. Sie erhöhte die vorgeschriebene Dienstzeit auf 1670 Stunden im Jahr. Wegen des Wegfalls von Überstunden bedeutet dies für die Lotsen Einkommensverluste von etwa 40 Prozent.

Im Flughafen Loiu gab ein gestrandeter Chor spontan ein Konzert Die Regierung in Madrid verabschiedete am Freitag die Einführung der neuen Dienstzeiten-Regelung und beschloss obendrein, dass die - bisher staatlichen - Großflughäfen in Madrid und Barcelona künftig einem privaten Management unterstellt werden. Da platzte den Fluglotsen offenbar der Kragen. Mitten in ihrer Schicht verließen sie ihre Plätze in den Kontrolltürmen und erklärten, sie fühlten sich "nicht wohl". Sie traten spontan - und offensichtlich ohne Einschaltung ihrer Gewerkschaft - in den Streik.
Die Regierung rief erstmals in der jüngeren Geschichte des Landes den "Alarmzustand" aus und schaltete das Militär ein. Offiziere zogen in die Kontrolltürme ein und übernahmen dort das Kommando über die zivilen Lotsen. Die Arbeit der Streikenden konnte die Armee jedoch nicht übernehmen. Dazu fehlen dem Militär die nötigen Fachkräfte. Der zivile Flugverkehr wird in Spanien von 2200 Lotsen dirigiert, die Armee verfügt nur über 200.
Am Samstagnachmittag lenkten die Streikenden ein und kehrten an ihren Arbeitsplatz zurück. Danach konnte auch der Luftraum wieder geöffnet werden.



ps: na wenn das so ist, könnten wir uns da nich auch einmal die öbb vornehmen?

  

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RE: denmokratische grundrechte auf dem prüfstand?
Rang: Finanzer(573) ProfilBuddyIgnorieren (am 05.12.10 10:13)

>Spaniens Lotsen gelten als die bestbezahlten in Europa. Ihre
>Gehälter werden auf fast 30.000 Euro im Monat beziffert. Die
>üppigen Einkommen gehen vor allem darauf zurück, dass die
>Fluglotsen bisher nur 1200 Stunden im Jahr Dienst tun mussten
>und darüber hinaus teuer bezahlte Überstunden leisten
>konnten.


30000 im monat!???

  

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Vertragsentwurf für dauerhafte Euro-Rettung
Rang: keram(483) ProfilBuddyIgnorieren (am 12.12.10 10:43)

damit könnte die debatte um eine euro-teilung vorerst einmal beendet sein, in weiterer konsequenz auch um ein ausscheiden einzelner staaten aus der währungsunion und in letzter konsequenz auch um die option der schuldenrestrukturierung. die nächsten anstrengungen gehen hoffentlich in richtung gemeinsame wirtschafts- und steuerpolitik mit dem endziel einer gemeinsamen verfassung.




"Wenige Tage vor dem EU-Gipfel liegt der Entwurf für die EU-Vertragsänderung vor, mit der ein dauerhafter Euro-Rettungsmechanismus unter Beteiligung privater Investoren geschaffen werden soll. Dem für die Staats- und Regierungschefs vorbereiteten Vorschlag zufolge werden zwei Sätze in den Vertrag eingefügt, die keine neuerliche Ratifizierungsrunde in den 27 Mitgliedstaaten nach sich ziehen sollen. Die beiden Sätze sind dem Reuters vorliegenden Entwurf zufolge: „Die Mitgliedstaaten, deren Währung der Euro ist, können einen Stabilitätsmechanismus einführen, der die Stabilität der Euro-Zone als Ganzes sichert. Die Bewilligung finanzieller Hilfen wird dabei unter strikte Bedingungen gestellt.“

Im Kommentar zu dem vorgeschlagenen Vertragstext heißt es, die Änderung vergrößere nicht die von den Mitgliedsstaaten an die Gemeinschaft übertragenen Kompetenzen. Dies gilt als Voraussetzung dafür, dass Irland die Änderung nicht in einem Referendum zur Abstimmung stellen muss. Der EU-Vertrag war in dem inzwischen von den Euro-Partnern gestützten Land erst im zweiten Anlauf vom Volk angenommen worden.

Die Staats- und Regierungschefs treffen sich am Donnerstag und Freitag in Brüssel. Der dauerhafte Mechanismus soll 2013 den Rettungsschirm ablösen, den die EU nach der Griechenland-Krise im Frühjahr gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgespannt hat."

orf.at



  

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RE: Die Krise im Weltfinanzsystem
redart(4) ProfilBuddyIgnorieren (am 05.2.11 12:06)

Interessanter Presse Artikel (falls er nicht eh schon im Forum veröffentlicht wurde)

Den USA droht eine Schuldenkatastrophe
04.02.2011 | 18:39 | (Die Presse)


"....Mit einem Staatsanleihen-Portefeuille von 1100 Mrd. Dollar ist die Fed nach Berechnungen der „Financial Times“ zum größten Gläubiger der USA geworden. Noch vor China und Japan. Weil das „Quantitative Easing“-Programm der Fed in vollem Umfang weitergefahren wird, könnte die Fed bis zum Sommer bereits US-Staatsanleihen im Ausmaß von 1600 Mrd. Euro halten. Für die Regierung ist das eine extrem günstige Art des Schuldenmachens...."

"...Zum ernsten Problem könnte dies werden, falls es im Zug der anhaltenden Schuldenkrise zu einer Abwertung von US-Anleihen kommt: Dann würde die Fed in Konkursgefahr rutschen.

Dagegen hat sich die amerikanische Notenbank erst vor wenigen Tagen abgesichert: Nach Angaben des amerikanischen Finanz-TV-Senders CNBC hat die Fed in ihren Finanzausweis neuerdings eine Klausel eingebaut, die es ermöglicht, künftige Verluste des amerikanischen Zentralbanksystems nicht als Verbindlichkeit gegen das Kapital der Notenbank, sondern als Verbindlichkeit gegen das US-Finanzministerium zu buchen. Ein Rückfall des Eigenkapitals in den negativen Bereich (und damit Insolvenzgefahr) wird mit dieser „Tarnkappen-Bilanzierung“ unmöglich...."




Vollständiger Artikel unter:
http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/631411/Den-USA-droht-eine-Schuldenkata strophe?_vl_backlink=/home/index.do

  

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Thema #4460

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