Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defizit | aktie.at Forum
Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defizit interessant
Rang: Doxy100(24) ProfilBuddyIgnorieren (am 04.5.09 22:56)

Vielleicht war ja das heutige 2,7Mrd-Packerl zu 8%fix für die Erste wirklich eine Okkasion, who knows?

Dieser Thread soll nicht eine einzelne Bank in den Vordergrund stellen, sondern die Auswirkung der aktuellen Entwicklung auf die Finanzen der Republik.

Nachdem Faymann in den (Schulden-)spuren von Kreisky wandeln möchte, wird dies sicher ein lustiger Thread.

Dass man die aktuellen Ereignisse anderswo schon genau registriert, zeigt nachfolgender Artikel. Einer von vielen derzeit...
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<http://www.telegraph.co.uk/finance/comment/ambroseevans_pritchard/3275375/Investors-shun- Greek-debt-as-shipping-crisis-deepens.html>
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Auszugsweise der letzte Absatz:
Mr Klawitter said Greece is not the only country in the eurozone that is coming under the microscope. "The spreads on what was once rock-solid Austrian debt have reached 90. Investors have started to look at the numbers and they realise that cross-border loans by Austrian banks to Eastern Europe are over 80pc of GDP, and that is really worrying in this turmoil. They have seriously begun to think that one – or several – East European countries are going to fail to get their act together and go the way of Iceland," he said.

  

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Antworten zu diesem Thema
Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defizit, Rang: Doxy100(24), 04.5.09 22:56
Subject Auszeichnungen Author Message Date ID
Österreichische Aktien im In- und Ausland
30.10.08 19:53
1
RE: Österreichische Aktien im In- und Ausland
30.10.08 19:59
2
RE: Österreichische Aktien im In- und Auslandinteressant
30.10.08 20:01
3
      RE: Österreichische Aktien im In- und Ausland
30.10.08 20:07
4
      RE: Österreichische Aktien im In- und Ausland
30.10.08 20:09
5
      RE: Österreichische Aktien im In- und Ausland
30.10.08 20:16
6
RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defiz...
30.10.08 19:57
7
RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defiz...
30.10.08 20:02
8
RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defiz...
30.10.08 20:09
9
RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defiz...
30.10.08 20:12
10
      RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defiz...
30.10.08 20:20
11
      RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defiz...
30.10.08 20:25
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      RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defiz...
30.10.08 20:22
13
Molterer: Genug Geld für Bankenkapitalspritzen da
31.10.08 15:27
14
Wann geht Österreich eigentlich pleite?interessant
29.1.09 20:55
15
RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?
29.1.09 21:06
16
RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?
29.1.09 21:07
17
      RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?
29.1.09 21:09
18
      RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?
29.1.09 21:25
19
      RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?
29.1.09 21:19
20
      RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?
29.1.09 21:54
21
      RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?
29.1.09 22:08
22
      RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?gut analysiert
30.1.09 06:46
23
RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defiz...
02.2.09 09:27
24
RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defiz...
02.2.09 09:37
25
Der Staat als Geldverteilerinteressant
02.2.09 22:23
26
Mehr als 300.000 Menschen in Österreich ohne Job
02.2.09 22:32
27
Der Staat als Krisengewinner: 350 Millionen Euro Zinser...
02.2.09 22:52
28
ÖBB verliert Prozess gegen Deutsche Bankinteressant
03.2.09 14:05
29
RE: ÖBB verliert Prozess gegen Deutsche Bank
03.2.09 15:39
30
RE: ÖBB verliert Prozess gegen Deutsche Bank
03.2.09 20:38
31
RE: ÖBB verliert Prozess gegen Deutsche Bank
03.2.09 23:56
32
ÖBB-Prozess gegen Deutsche Bank kostet 5,4 Millionen Eu...
08.2.09 11:36
33
      RE: ÖBB-Prozess gegen Deutsche Bank kostet 5,4 Millione...
08.2.09 20:49
34
"Bad Bank": "Österreichs Kredit-Rating könnte sich vers...
04.2.09 10:47
35
Schuldenmachen wird für den Staat immer teurerinteressant
04.2.09 20:40
36
RE: Schuldenmachen wird für den Staat immer teurer
04.2.09 20:53
37
RE: Schuldenmachen wird für den Staat immer teurer
04.2.09 20:56
38
Anleihe mit CDS auf Österreich
04.2.09 21:45
39
Defizit dürfte 2010 (EU) ein Niveau von 4,8 Prozent err...
08.2.09 20:36
40
EU-Finanzminister sind besorgt
09.2.09 17:22
41
Pröll rechnet mit Defizitverfahreninteressant
15.4.09 13:12
42
Unbegrenzte Spareinlagen-Garantie soll fallen
15.4.09 18:39
43
      RE: Unbegrenzte Spareinlagen-Garantie soll fallen
15.4.09 19:26
44
      RE: Unbegrenzte Spareinlagen-Garantie soll fallen
15.4.09 20:11
45
      RE: Unbegrenzte Spareinlagen-Garantie soll fallen
15.4.09 21:58
46
Etwas nervös, der Pröll
15.4.09 21:50
47
RE: Etwas nervös, der Pröll
15.4.09 22:01
48
2010 nur 8% Defizit ?
20.4.09 17:18
49
RE: 2010 nur 8% Defizit ?
20.4.09 17:22
50
      RE: 2010 nur 8% Defizit ?
21.4.09 09:12
51
ÖBB: 4-5 Mrd. Zuschuß pro Jahrinteressant
04.5.09 22:29
52
RE: ÖBB: 4-5 Mrd. Zuschuß pro Jahr
04.5.09 22:46
53
Deutschland bleibt unter 3%
09.9.09 09:44
54

Österreichische Aktien im In- und Ausland
FulgorX(6) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.10.08 19:53)

der thread gehört wenn überhaupt in den allgemein forum ...

  

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RE: Österreichische Aktien im In- und Ausland
Rang: Doxy100(24) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.10.08 19:59)

>der thread gehört wenn überhaupt in den allgemein forum ...

Danke für Deinen netten Hinweis. Ich habe mir gut überlegt, wo ich es reinposte.

Nachdem wir hier jedoch auch Threads wie
"Immobilienkrise - Finanzkrise - Wirtschaftskrise",
"Erdöl - Ölpreisthread", etc. etc.
finden, fühle ich mich hier genau richtig, insbesondere weil der Bankenbezug wohl nicht fehlen wird.



  

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RE: Österreichische Aktien im In- und Ausland interessant
Rang: Hochstapler(49) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.10.08 20:01)

Ich weiss nicht, ob die Grafik der Verschuldung schon gepostet wurde, aber ich bekomm die Grafik natürlich wieder nicht rein.

siehe:

http://mrmortgage.ml-implode.com/page/2/

  

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RE: Österreichische Aktien im In- und Ausland
Rang: Hagen(760) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.10.08 20:07)

>Ich weiss nicht, ob die Grafik der Verschuldung schon
>gepostet wurde, aber ich bekomm die Grafik natürlich wieder
>nicht rein.

Warum nicht?

  

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RE: Österreichische Aktien im In- und Ausland
Rang: Hochstapler(49) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.10.08 20:09)

Ich meine die Grafik darunter.

  

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RE: Österreichische Aktien im In- und Ausland
Rang: Hagen(760) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.10.08 20:16)

>Ich meine die Grafik darunter.

Die ist tatsächlich mühsam, die müsste man z.B. auf 666kb.at zwischenspeichern.

  

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RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defizit
Rang: kiva(14) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.10.08 19:57)

>Vielleicht war ja das heutige 2,7Mrd-Packerl zu 8%fix für die
>Erste wirklich eine Okkasion, who knows?


was hier noch dazu kommt ist

Die Erste Group verpflichtete sich, in den nächsten drei Jahren Kredite für heimische Firmen- sowie Privatkunden von jeweils mindestens drei Mrd. Euro zu vergeben. Das Institut sprach in der Früh von einem "Sechsmilliardenkonjunkturpaket" für die Wirtschaft.


kann man das so verstehen, dass jetzt jeder, der eigentlich nichtmal seine monatliche 20-euro-handy-rechnung bezahlen kann, einfach zur bank geht und dann unter hinweis darauf, er wäre ja staatsbürger, einen kredit bekommt?

  

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RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defizit
Rang: Doxy100(24) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.10.08 20:02)

>kann man das so verstehen, dass jetzt jeder, der eigentlich
>nichtmal seine monatliche 20-euro-handy-rechnung bezahlen
>kann, einfach zur bank geht und dann unter hinweis darauf, er
>wäre ja staatsbürger, einen kredit bekommt?

Die Idee hattest heute wohl nicht nur Du, sondern sehr viele Leute.
Ist sozusagen zum Stammtischgespräch geworden.

  

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RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defizit
Rang: shareholder(102) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.10.08 20:09)

>>kann man das so verstehen, dass jetzt jeder, der
>eigentlich
>>nichtmal seine monatliche 20-euro-handy-rechnung bezahlen
>>kann, einfach zur bank geht und dann unter hinweis darauf,
>er
>>wäre ja staatsbürger, einen kredit bekommt?
>
>Die Idee hattest heute wohl nicht nur Du, sondern sehr viele
>Leute.
>Ist sozusagen zum Stammtischgespräch geworden.

die fremdwährungskreditkunden bekommen ja eh schon eine günstige umstiegsmöglichkeit in den EURO geboten.

  

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RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defizit
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.10.08 20:12)

>was hier noch dazu kommt ist
>
>Die Erste Group verpflichtete sich, in den nächsten drei
>Jahren Kredite für heimische Firmen- sowie Privatkunden von
>jeweils mindestens drei Mrd. Euro zu vergeben. Das Institut
>sprach in der Früh von einem
>"Sechsmilliardenkonjunkturpaket" für die
>Wirtschaft.


Das dürfte über das normale Neugeschäft nicht wesentlich
hinausgehen... der Treichl ist clever genug sich zu nichts zu
verpflichten was er nicht mit vertretbarem Risiko einhalten kann.

  

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RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defizit
Rang: shareholder(102) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.10.08 20:20)

>Das dürfte über das normale Neugeschäft nicht wesentlich
>hinausgehen... der Treichl ist clever genug sich zu nichts zu
>
>verpflichten was er nicht mit vertretbarem Risiko einhalten
>kann.

klar und island liegt auch in osteuropa... der großen sparefroh vor der zentrale war im heutigen ZIB-betrag ziemlich amüsant.

  

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RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defizit
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.10.08 20:25)

>>Das dürfte über das normale Neugeschäft nicht wesentlich
>
>>hinausgehen... der Treichl ist clever genug sich zu nichts
>zu
>>
>>verpflichten was er nicht mit vertretbarem Risiko
>einhalten
>>kann.
>
>klar und island liegt auch in osteuropa... der großen
>sparefroh vor der zentrale war im heutigen ZIB-betrag ziemlich
>amüsant.

Das habe ich auch kritisch vermerkt, das hätte in dieser Höhe nicht passieren dürfen. Aber das die Erste nur Risiko in Osteuropa hat
wird wohl niemand ernsthaft glauben?
Im Gegenzug war z.b. das Lehman-Exposure für die Größe der Bank sehr gering.

  

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RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defizit
Rang: Hagen(760) ProfilBuddyIgnorieren (am 30.10.08 20:22)

>Das dürfte über das normale Neugeschäft nicht wesentlich
>hinausgehen... der Treichl ist clever genug sich zu nichts zu
>
>verpflichten was er nicht mit vertretbarem Risiko einhalten
>kann.

Mich hat das sehr an die Gegengeschäfte zum Eurofighter erinnert, wo jeder Daimler-Zulieferer reingerechnet wurde.
Natürlich wird die Erste auch jetzt keine absehbar faulen Kredite vergeben. Da hätte niemand was davon, nichteinmal der Feymann.

  

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Molterer: Genug Geld für Bankenkapitalspritzen da
Rang: Doxy100(24) ProfilBuddyIgnorieren (am 31.10.08 15:27)

Oh, die 15Mrd scheinen schon knapp zu werden...
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<http://www.orf.at/ticker/306872.html>
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Finanzminister Wilhelm Molterer (ÖVP) hat heute Sorgen zerstreut, wonach die für Eigenkapitalhilfen und staatliche Beteiligungen an Banken und Versicherungen in Österreich reservierte Summe von 15 Mrd. Euro nicht reichen könnte.

"Wir haben die Gesamtvolumina mit bestem Wissen und Gewissen positioniert", sagte Molterer heute bei einem Weltspartagsempfang zur APA. Sollten die 15 Milliarden doch nicht genug sein, hätte man "eine gewisse Flexibilität" zwischen diesen 15 Milliarden und den 75 Mrd. Euro im staatlichen Garantiepaket. Sakrosankt seien freilich die zehn Mrd. Euro für die zusätzliche Einlagensicherung, sagte der Minister.

  

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Wann geht Österreich eigentlich pleite? interessant
Rang: Doxy100(24) ProfilBuddyIgnorieren (am 29.1.09 20:55)

Feymanns Bettelreise wahr nicht wirklich erfolgreich...
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<http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/christianortner/448244/index.do>
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29.01.2009 | 18:26 | CHRISTIAN ORTNER (Die Presse)

Wenn die EU Osteuropa im Stich lassen sollte, droht der Republik die Insolvenz.

Dass Bundeskanzler Faymann und Finanzminister Pröll sich mit aller Kraft bemühten, der EU schlappe 100 Mrd. Euro zugunsten der finanziell Not leidenden osteuropäischen Nachbarn zu entsteißen, ist ziemlich dringend notwendig, um es einmal zurückhaltend zu formulieren.

Und zwar aus einem ziemlich einfachen Grund. Ohne Hilfe von außen droht einer Reihe der Reformstaaten der ökonomische Kollaps. Ein derartiger Kollaps wiederum würde praktisch alle größeren österreichischen Banken bedrohen. Da aber die Republik Garantien für diese Banken übernommen hat, würden diese Haftungen dann wohl schlagend werden: Zahltag für Pröll oder dessen allfälligen Nachfolger.

Dann aber wäre Österreich mit hoher Wahrscheinlichkeit schlicht und ergreifend pleite. Denn diese Summen hat es nicht, und diese Summen kriegt es auch nicht.

Bei der Mission „Rettet Osteuropa“ geht es daher im Kern nicht (nur) um Osteuropa, sondern um Österreich: Man kann den nun notwendigen „Bailout“ der postkommunistischen Staaten durchaus als „Bailout“ der Republik Österreich verstehen. (Was sich übrigens auch darin widerspiegelt, dass die Wiener Regierung für neue Kredite bereits substanziell höhere Zinsen zahlen muss als Deutschland.) Österreich ist leider in einer Position, die jener Islands unangenehm nahe ist: So ähnlich wie die Insel im Nordatlantik wären wir im Ernstfall kaum imstande, unsere Banken selbst zu retten, sollte dies nötig sein. Dazu sind nämlich die Beträge, die hiesige Geldhäuser nach Osteuropa verliehen haben, zu groß: 85 Prozent eines Jahresbruttosozialproduktes, ein Vielfaches mehr als jedes andere EU-Land.

Früher, als das Bankgeschäft sich gemessen an der Seriosität noch einigermaßen vom Betrieb eines Bordells unterschieden hat, hätte man Derartiges ein „Klumpenrisiko“ genannt, das Banken keinesfalls eingehen dürfen. Ein paar notorische Spaßverderber wie etwa der Weltwährungsfonds weisen auch schon lange darauf hin, dass Österreich hier alles auf eine Karte gesetzt habe, was mit hohen Risken verbunden sei.

Heute, ausgerüstet mit der Weisheit des Im-Nachhinein, wissen wir: Es wäre nicht unklug gewesen, diese Kritik zumindest ansatzweise zu beherzigen. Man muss den Banken zugutehalten, dass sie aus dieser Hochrisikostrategie ja kein Geheimnis gemacht haben. Das Ganze hieß bloß nicht „Klumpenrisiko“, sondern „Story“ und wurde von fast allen Beteiligten – einschließlich der Medien – gerne geglaubt.

Was aber haben sich die Experten der OeNB, der Bankenaufsicht und des Finanzministeriums dabei gedacht, dieses „Klumpenrisiko“ zuzulassen, ohne auch nur eine Augenbraue zu heben? Wer trägt die Verantwortung dafür, dass nun de facto die EU Österreich aus der Klemme helfen muss?

Außenminister Figl wurde einst berühmt mit dem Satz: „Österreich ist frei.“ Scheitert die Rettung Osteuropas, droht 2010 der dann amtierende Regierungschef mit dem Satz „Österreich ist pleite“ in die Geschichte einzugehen.

  

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RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?
Rang: Hagen(760) ProfilBuddyIgnorieren (am 29.1.09 21:06)

>die Beträge, die hiesige Geldhäuser nach Osteuropa verliehen haben, zu groß: 85 Prozent eines Jahresbruttosozialproduktes


Vielleicht zahlt der eine oder andere Schuldner seinen Kredit wider Erwarten doch zurück. Dann sind es nimmer 85%.

Bei aller Panik: Ausfälle im zweistelligen Prozentbereich würden mich doch sehr wundern.

  

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RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 29.1.09 21:07)

>als „Bailout“ der Republik Österreich verstehen. (Was sich
>übrigens auch darin widerspiegelt, dass die Wiener Regierung
>für neue Kredite bereits substanziell höhere Zinsen zahlen
>muss als Deutschland.)

Er vergißt zu erwähnen daß z.b. Irland, Spanien und Griechenland noch
deutlich mehr zahlen, und deren Osteuropa-Risiko scheint vergleichsweise gering...
Bei jeder Krise sind die großen Sovereigns der sichere Hafen und
die kleinen Länder zahlen Aufschläge.

  

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RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?
Rang: ctt(14) ProfilBuddyIgnorieren (am 29.1.09 21:09)

ich weiss jetzt, warum wir alle Bürger sind!!
.
.
.
.
.
.
.
weil wir für die Banken bürgen

  

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RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?
Rang: kiva(14) ProfilBuddyIgnorieren (am 29.1.09 21:25)

>weil wir für die Banken bürgen


und den bürgen sollst du würgen

  

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RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?
Rang: Doxy100(24) ProfilBuddyIgnorieren (am 29.1.09 21:19)

>Er vergißt zu erwähnen daß z.b. Irland, Spanien und
>Griechenland noch
>deutlich mehr zahlen,

Die sind aber alle drei schon de facto pleite...

  

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RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?
Rang: ifoko(347) ProfilBuddyIgnorieren (am 29.1.09 21:54)

Wer ist den eigentlich heut zu tage nicht fast pleite?

Was ich mich die ganze Zeit frage, wenn es soviel Schulden gibt, wer ist dann der mit dem vielen Geld?

  

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RE: Wann geht Österreich eigentlich pleite?
Rang: shareholder(102) ProfilBuddyIgnorieren (am 29.1.09 22:08)

>Wer ist den eigentlich heut zu tage nicht fast pleite?
>
>Was ich mich die ganze Zeit frage, wenn es soviel Schulden
>gibt, wer ist dann der mit dem vielen Geld?

der trottel?!

  

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RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defizit
Rang: Doxy100(24) ProfilBuddyIgnorieren (am 02.2.09 09:27)

Sollte tatsächlich in den nächsten Tagen/Wochen das AAA für Österreich weg sein, werden die Refinanzierungen noch lustiger...
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<http://diepresse.com/home/wirtschaft/finanzkrise/448663/index.do>
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Strafaufschläge wegen Osteuropa-Risiko

30.01.2009 | 18:54 | (Die Presse)

Im Vergleich zu Deutschland fallen bei österreichischen Anleihen höhere Risiko-Aufschläge an.

Wien (höll). Verliert Österreich das prestigeträchtige Triple-A-Rating? Diese Frage sorgt unter Finanzexperten für hitzige Diskussionen. „Wir haben keinen Grund zur Annahme, dass eine Herabstufung geplant ist“, beruhigt das Wiener Finanzministerium. Erst in der Vorwoche senkten internationale Ratingagenturen wegen der Finanzkrise die Bonitätsnoten für Spanien, Portugal und Griechenland. Die Auswirkungen einer solchen Maßnahme sind dramatisch. Denn die betroffenen Länder müssen für ihre Schulden immer mehr Zinsen zahlen – zudem steigt die Angst, dass sie keine Käufer für ihre Anleihen finden. Die Agentur Standard & Poor' s hat zuletzt das Triple-A-Rating für die Republik Österreich mit stabilem Ausblick bestätigt. Mit Spannung wird auf die Analysen anderer Agenturen gewartet. Verschlimmert sich die wirtschaftliche Situation in Osteuropa, gerät unter Umständen die gute Bonität Österreichs in Gefahr. Denn das Kreditvolumen, das Österreichs Banken in Osteuropa ausständig haben, erreicht mit 230 Mrd. Euro 68 Prozent des heimischen Bruttoinlandsprodukts. Dies ist auch der Grund, warum die Kosten für die Versicherungen gegen einen Ausfall österreichischer Anleihen (im Fachjargon „Credit Default Swaps“) gestiegen sind. Das Argument heimischer Wirtschaftsleute, dass die Konjunktur in Osteuropa immer noch weit besser laufe als im Westen, überzeugt internationale Investoren nur bedingt.


Fremdwährungskredite als Problem

Ungarn und Lettland wurden vom Internationalen Währungsfonds gerettet. Auch Rumänien benötigt eine Finanzspritze von mehreren Milliarden Euro. „Unser größtes Risiko ist, dass ein osteuropäischer Staat bankrott geht. Das könnte am ehesten die Ukraine treffen“, gibt UniCredit-Chef Alessandro Profumo zu. UniCredit ist über die Bank Austria in Osteuropa besonders stark engagiert. Auch Raiffeisen International und Erste Bank gehören zu den großen Playern in der Region. Sorgen bereiten in diesem Zusammenhang vor allem die Fremdwährungskredite. Denn in Osteuropa wurde ein großer Teil der Kredite in Dollar oder Euro aufgenommen. Da Private und Unternehmer diese meist mit der stark gefallenen Landeswährung bedienen müssen, könnte ein Teil der Darlehen Not leidend werden.

Vergangenen Herbst hatte die Wiener Bundesfinanzierungsagentur, über die sich der Staat auf den Kapitalmärkten Geld besorgt, die Emission einer Anleihe gestoppt. Offiziell hieß es damals, die Republik habe gar kein Geld gebraucht. Doch internationale Finanzexperten munkelten, Österreich habe Angst gehabt, nicht genügend Käufer für die Anleihe zu finden. Die Londoner „Financial Times“ merkte kritisch an, die Probleme in Osteuropa hätten Auswirkungen auf die Bonität Österreichs.


Milliardenemissionen geplant

Mitte Jänner war es dann doch so weit: Die Finanzierungsagentur legte eine fünfjährige Bundesanleihe mit einem Volumen von drei Mrd. Euro auf. Bemerkenswert ist die Verzinsung: Diese ist um 77,5 Basispunkte höher als eine vergleichbare deutsche Emission.

Dass die Risikoaufschläge von österreichischen Anleihen im Vergleich zu Deutschland derart stark auseinanderlaufen, sei ein „Schock“, meinte jüngst UniCredit-Experte Michael Rottmann. Und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ titelte: „Österreich zittert“. Das Land sei für Investoren nicht unbedingt der sicherste Platz. Dennoch will sich Österreich noch heuer über Anleihen 24 bis 30 Mrd. Euro holen.

  

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RE: Österreich auf dem Weg zu einem zweistelligen Defizit
Rang: Hagen(760) ProfilBuddyIgnorieren (am 02.2.09 09:37)

Sorgen bereiten in diesem Zusammenhang vor allem die Fremdwährungskredite. Denn in Osteuropa wurde ein großer Teil der Kredite in Dollar oder Euro aufgenommen. Da Private und Unternehmer diese meist mit der stark gefallenen Landeswährung bedienen müssen, könnte ein Teil der Darlehen Not leidend werden.


Dieses Argument stimmt zu einem gewissen Grad zwar. Aber: Hätten wir die Kredite lieber in Lei oder Grivna vergeben sollen? Da wäre ohne entsprechende Einlagen der Schaden schon mit der Abwertung eingetreten.

  

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Der Staat als Geldverteiler interessant
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 02.2.09 22:23)

Na ich weiß nicht....


Der Staat als Geldverteiler
02.02.2009 | 18:34 | BEATE LAMMER UND CHRISTIAN HÖLLER (Die Presse)

Wirtschaftsminister Mitterlehner droht den Banken: Der Staat könnte selbst Kredite vergeben. Vor allem Kleinkredite zwischen 10.000 und 30.000 Euro sind schwer zu bekommen.

Wien. Die Wirtschaftskammer urgierte in der Vorwoche ein „Kraftpaket“ für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Österreich. Sie wären besonders von der „Kreditklemme“ betroffen, weshalb zahlreiche Investitionsvorhaben auf die lange Bank geschoben werden müssten.


Eine Analyse, die offenbar auch von der Regierung geteilt wird: Der Staat überlegt, gezielt in das Kreditgeschäft mit Klein- und Mittelbetrieben einzusteigen. Oder, wie es Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) am Montag ausdrückte: Wenn die Banken Kredite an Klein- und Mittelbetriebe weiterhin so schleppend bzw. zu teuren Konditionen vergeben, will der Staat selbst in die Bresche springen.

In einem ersten Schritt soll es laut Wirtschaftsminister Mitterlehner nur um Mikrokredite (bis 30.000 Euro) gehen, in einem zweiten Schritt könnte der Staat als „Notmaßnahme“ aber auch weitere Unternehmenskredite begeben, „wenn sich im Markt nichts bewegt“. Abgewickelt werden sollten die Kredite über die Förderstelle Austria Wirtschaftsservice (AWS). Das Institut steht zu 100 Prozent im Eigentum des Bundes und untersteht dem Wirtschaftsministerium (also Mitterlehner selbst) sowie dem Infrastrukturministerium. Um Kredite zu vergeben, bedarf es allerdings einer erweiterten Banklizenz, die binnen zwei Monaten erteilt werden kann.

Die AWS wäre freilich nicht die einzige staatliche Bank, die Kredite vergeben darf. Im Herbst hatte der Bund die Kommunalkredit verstaatlicht, um deren Pleite abzuwenden. „Es wäre durchaus auch eine Variante, das über die Kommunalkredit abzuwickeln“, räumt Mitterlehner ein. Er plädiert dennoch für die AWS. Für diese spreche, dass sie bereits Erfahrung im Geschäft mit Klein- und Mittelbetrieben habe. Die Kommunalkredit war auf Finanzierungen für Gemeinden spezialisiert.



Banken wehren sich
Die Banken sind über den Vorstoß alles andere als glücklich. „Ein direkter Einstieg des Staates ins Bankgeschäft ist nicht sinnvoll“, sagt Michael Ikrath, Generalsekretär des Sparkassenverbands. „Bei den Sparkassen gibt es keine Kreditklemme. Wir haben die entsprechenden Mittel sogar aufgestockt“, versichert Ikrath. Bietet der Staat nun möglicherweise direkt Kredite an, bestehe die Gefahr, dass sich in Österreich die „guten Banken“ in „Bad Banks“ entwickeln.

Ähnlich äußert sich Elisabeth Bleyleben-Koren, Österreich-Chefin der Erste Bank: „Wer eine Kreditklemme beklagt, soll die Daten auf den Tisch legen. Mir liegen keine Marktdaten vor, die eine Kreditklemme belegen“, meint die Bankerin. Tatsache sei, dass jemand, der vor einem Jahr aus Bonitätsgründen keinen Kredit bekommen habe, auch jetzt keinen erhalten werde. Und ein Sprecher der Raiffeisen Zentralbank (RZB) verweist auf eine Statistik der Nationalbank von Ende Jänner, wonach es keinen Rückgang, sondern eine Steigerung bei Unternehmenskrediten gibt.

AWS-Geschäftsführer Johann Moser kontert: „Auch bei den Kleinkrediten wären wir keine Konkurrenz, da wir ja nur dann selbst Kredite vergeben müssten, wenn die Banken das nicht tun.“ Auch soll es sich bei den AWS-Krediten nicht um Betriebsmittelkredite für marode Unternehmen handeln, sondern um „investive“ Kredite – also Geld für konkrete Investitionsvorhaben.

Umstritten bleibt freilich die Frage, ob die Wirtschaft tatsächlich kein Geld bekommt. In einer im Dezember des Vorjahres durchgeführten Umfrage meinten noch 16Prozent der von der Wirtschaftskammer befragten Unternehmen, dass Kredite zwar schwerer zu bekommen seien, eine wirkliche „Kreditklemme“ aber noch nicht vorliege. Von dieser sei erst zu sprechen, wenn großflächig kein Geld mehr zu bekommen sei.

Klar ist allerdings, dass sich die Voraussetzungen erschwert haben: Banken fordern mehr Sicherheiten, die Kredite haben sich zudem auch verteuert. Jede fünfte Firma gibt an, mehr Sicherheiten vorweisen zu müssen. Zudem fordern Banken auch exaktere Angaben zu den Geschäftszahlen des Unternehmens.



Streit um Prämie für Banken
Unternehmen, die Geld von der AWS wollen, müssen derzeit bei der Hausbank darum ansuchen und mit der Hausbank auch den Kreditvertrag abschließen. Die Mittel für die Kredite kommen aus dem ERP-Fonds. Dieser fördert Investitionen durch Kredite mit langfristig sehr günstigen Konditionen. Heuer sollen 550 Millionen Euro an ERP-Krediten vergeben werden, dazu soll es auch Mikrokredite im Ausmaß von 50 Mio. Euro geben.

Doch gerade bei Letzteren würden nicht alle Banken bei der Vergabe mitziehen, kritisiert Mitterlehner. Hintergrund ist der Streit zwischen Banken und der AWS über die Kosten. Pro Mikrokredit erhalten die Banken von der AWS 500 Euro. Um dieses Geld würden sie umfallen, wenn die Förderstelle die Kredite selbst begebe.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.02.2009)

  

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Mehr als 300.000 Menschen in Österreich ohne Job
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 02.2.09 22:32)

Erstaunlicherweise ist die Anzahl der Beschäftigten trotzdem noch gestiegen
(um 10.000, siehe unten)

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Mehr als 300.000 Menschen in Österreich ohne Job
02.02.2009 | 12:49 | (DiePresse.com)

Im Jänner 2009 waren mit 301.592 um 12,2 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im Jänner 2008. Besonders die Jugendarbeitslosigkeit stieg um alarmierende 22,9 Prozent an.

Die Arbeitslosigkeit ist in Österreich im Jänner 2009 deutlich gestiegen: 301.529 Personen waren arbeitslos gemeldet, um 32.777 Personen bzw. 12,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Das geht aus den aktuellen Daten des Arbeits- und Sozialministeriums hervor.

Mehr Arbeitslose, weniger offene Stellen

Im Jänner trafen mehr Arbeitslose auf weniger beim AMS gemeldete offene Stellen. Dafür waren mehr Menschen unselbstständig beschäftigt.

Arbeitsmarkt Jänner 2009
Jänner 09 Jänner 08 +/- in pax +/- in %
Unselbstständig Beschäftigt 3.343.000 3.333.000 +10.000 +0,3
vorgemerkte Arbeitslose 301.529 268.815 +32.777 +12,2
offene Stellen 26.811 34.025 -7.214 -21,1
Arbeitslosenquote Eurostat 3,9 0,0

http://diepresse.com/home/wirtschaft/448979/index.do?_vl_backlink=/home/wirtschaft/index. do

  

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Der Staat als Krisengewinner: 350 Millionen Euro Zinsersparnis für die Republik
Rang: DrEvil(205) ProfilBuddyIgnorieren (am 02.2.09 22:52)

Das Positive an der Finanzkrise: Die Republik Österreich konnte sich kostengünstig verschulden. Durch die massiven Zinssenkungen ersparte sich der Staat stolze 350 Millionen Euro. Viel brachte auch die Verschuldung in Yen und Euro: Dadurch zahlte die Republik Österreich in den letzten 15 Jahren insgesamt 10,5 Milliarden Euro weniger Zinsen!

"Ohne Fremdwährungsfinanzierung wäre der österreichische Schuldenstand heuer 3,5 Prozent höher", sagt Martha Oberndorfer, Chefin der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur im GEWINN-Interview und betont gleichzeitig: "Neue Schulden nehmen aber auch wir nicht in Franken auf, es stimmt zur Zeit das Ertrags-Risikoprofil nicht.

Heuer wird man die Bundesfinanzierungsagentur Öbfa für den Staat voraussichtlich ein Anleihenvolumen von 24 bis 30 Milliarden Euro begeben. Die budgetrelevanten Zusatzausgaben für Konjunkturpakete und Einnahmenausfällen werden auf vier Milliarden Euro geschätzt. Das Positive an der Finanzkrise: Die Republik kann sich vergleichsweise günstig verschulden. Auch wenn Österreich aufgrund seines Osteuropa-Engagement und dem 100-Milliarden-Euro-Bankenpaket bei den institutionellen Investoren nicht mehr so hoch angesehen ist und bereits knapp 80 Basispunkte mehr an Zinsen als deutsche Staatsanleihen bieten muss, müsse man die Gesamtersparnis im Auge behalten, betont die oberste Schuldenmanagerin: "Die massiven Zinssenkungen, die zur Gegensteuerung der Finanzkrise erfolgten, brachten dem Schuldner Österreich im Vorjahr 350 Millionen Euro Zinsersparnis."

Zu den Geschäftsbeziehungen mit dem insolventen Investmenthaus "Lehmann Brothers" hält sie fest: "Lehman war für die Republik Österreich ein wichtiger Anleihenplazeur und Finanzpartner, doch wir haben uns sehr gut abgesichert. Wir haben keinerlei Ausfälle."


Datum/Zeit: 02.02.2009 10:24
Quelle: Allgemeines - Presseaussendung
aktien-portal.at

  

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ÖBB verliert Prozess gegen Deutsche Bank interessant
Rang: Hagen(760) ProfilBuddyIgnorieren (am 03.2.09 14:05)

ÖBB verliert Prozess gegen Deutsche Bank
Der Österreichischen Bundesbahn droht jetzt der Totalverlust von 612,9 Millionen Euro.


Knalleffekt im Prozess der ÖBB gegen die Deutsche Bank um Risikoveranlagungen in Höhe von 612,9 Millionen €: Das Handelsgericht Wien hat die Klage der ÖBB mittels Ende Jänner ausgestellten Urteils abgewiesen, womit die Deutsche Bank das Verfahren in erster Instanz zur Gänze gewonnen hat.

Damit steht fest, dass die unter Ex-ÖBB-Finanzchef Erich Söllinger abgeschlossene Swap-Deals nicht wie von der ÖBB behauptet eine Wette darstellen, sondern ein reguläres Finanzgeschäft. „Wir sind immer davon ausgegangen, dass die Transaktion rechtswirksam abgeschlossen wurde. Die Struktur des Portfolio Credit Default Swaps und dessen Risiken wurden seinerzeit eingehend mit der ÖBB erörtert. Es gab keine Irreführung", erklärte ein Sprecher der Deutschen Bank.

Für die ÖBB, von der es zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Stellungnahme gibt, die aber wohl gegen das Urteil berufen dürfte, bedeutet das Urteil ein extremes finanzielles Risiko. Im schlimmsten Fall droht ihr der Gesamtausfall der 612,9 hochriskant veranlagten Millionen €. Immerhin wurden bisher bereits 477 Millionen € dafür in der ÖBB-Bilanz rückgestellt.


Weitere Details und alle Hintergründe zur Causa lesen sie in Mittwoch-Ausgabe des WirtschaftsBlatt.

http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oesterreich/branchen/360500/index.do

  

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RE: ÖBB verliert Prozess gegen Deutsche Bank
Rang: stone(14) ProfilBuddyIgnorieren (am 03.2.09 15:39)

Die ÖBB könnt ja jetzt zum Kolba vom VKI gehen, uups die ÖBB ist ja kein Konsument...

  

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RE: ÖBB verliert Prozess gegen Deutsche Bank
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 03.2.09 20:38)

>Knalleffekt im Prozess der ÖBB gegen die Deutsche Bank um
>Risikoveranlagungen in Höhe von 612,9 Millionen €: Das
>Handelsgericht Wien hat die Klage der ÖBB mittels Ende Jänner
>ausgestellten Urteils abgewiesen, womit die Deutsche Bank das
>Verfahren in erster Instanz zur Gänze gewonnen hat.

Einen Knalleffekt kann ich da nicht erkennen. Das war doch wohl von
vornherein klar, daß die Deutsche Bank das hieb- und stichfest gemacht
hat. Im Gegensatz zur ÖBB sind da keine Dilettanten am Werken.

  

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RE: ÖBB verliert Prozess gegen Deutsche Bank
neugier(2) ProfilBuddyIgnorieren (am 03.2.09 23:56)

Wie dumm muss man sein, dass jemand glaubt mit der Argumentation "das ist eine Wette" bei einem international üblichen Finanzprodukt durchzukommen??

übrigens - dafür könnte man rund 500km neue Gleise legen (was dringend notwendig wäre) ...

  

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ÖBB-Prozess gegen Deutsche Bank kostet 5,4 Millionen Euro
Rang: Lauda(20) ProfilBuddyIgnorieren (am 08.2.09 11:36)

"profil": ÖBB-Prozess gegen Deutsche Bank kostet 5,4 Millionen Euro
Utl.: Die Bahn will sich durch die Instanzen klagen =

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am
Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, würden sich die
Gerichtsgebühren für die ÖBB im Prozess gegen die Deutsche Bank auf
5,4 Millionen Euro belaufen, wenn sie sich durch die Instanzen bis
zum Obersten Gerichtshof (OGH) klagt. In der ersten Instanz am Wiener
Handelsgericht unterlag die Bahn der Deutschen Bank. Das Unternehmen
kündigte an, wenn notwendig bis zum OGH zu gehen. Bisher mussten die
ÖBB 1,2 Millionen Euro Gerichtsgebühr bezahlen.

  

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RE: ÖBB-Prozess gegen Deutsche Bank kostet 5,4 Millionen Euro
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 08.2.09 20:49)

>"profil": ÖBB-Prozess gegen Deutsche Bank kostet
>5,4 Millionen Euro
>Utl.: Die Bahn will sich durch die Instanzen klagen =

Totale Geldverschwendung. Wenigstens geht der Großteil davon ohnehin
an die Republik (Gerichtsgebühren).

  

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"Bad Bank": "Österreichs Kredit-Rating könnte sich verschlechtern"
Rang: Finanzer(573) ProfilBuddyIgnorieren (am 04.2.09 10:47)

"Bad Bank": "Österreichs Kredit-Rating könnte sich verschlechtern"
04.02.2009 | 08:52 | (DiePresse.com)

Ex OeNB-Chef Klaus Liebscher sieht das Modell einer "Bad Bank", in der "giftige" Wertpapiere entsorgt werden sollen, skeptisch. "Die Risiken sind hoch", sagt er.

Klaus Liebscher, der ehemalige Gouverneur der Nationalbank und jetzige Vorstand der Finanzmarktbeteiligung AG (FIMBAG), die das Bankenhilfspaket des Staates verwaltet, steht dem Modell einer "Bad Bank" skeptisch gegenüber. Eine "Bad Bank" könnte zwar Vertrauen in das Finanzsystem zurückbringen, sie könnte aber auch das Gegenteil bewirken, so Liebscher am Mittwoch im ORF-Morgenjournal.


"Risiken sind hoch"

"Ich glaube, dass die Risiken hoch sind, dass der Staat auch ein Risiko dabei übernimmt, dass das Budget belastet wird, dass letztlich hier auch die Gefahr für den Staat besteht, dass sein eigenes Kredit-Rating durch eine derartige Maßnahme verschlechtert werden könnte - weil eben Zweifel oder Sorgen entstehen, dass die Neuverschuldung oder die Gesamtverschuldung des Staates steigt," so Liebscher.

Er sei daher hinsichtlich einer "Bad Bank" zurückhaltend. Auf der anderen Seite - hinge es auch sehr stark davon ab, welche "faulen" Wertpapiere oder Kredite man hineinnehme. Aus der Sicht der Bank sollten es die schlechtesten sein, aus der Sicht der "Bad Bank" müssten es relativ gute sein, so Liebscher.

Auch Banken an Risiko beteiligen

Damit den Banken die riskanten Papiere abgenommen werden, müssten sich auch die Banken an dem Risiko beteiligen, meint Liebscher weiter. Die Bank müsste seiner Meinung nach zu einem gewissen Prozentsatz selbst die Haftung mittragen, wenn dort etwas passiert. Andererseits sollten sie dann im Fall einer Realisierung der Werte nach einigen Jahren auch am Gewinn - wenn einer herauskommt - beteiligt werden.

Liebscher gibt auch zu bedenken, dass eine "Bad Bank" - also eine zentrale Abwicklungsstelle - auch administrativ sehr aufwändig wäre.

Österreichisches Bankenpaket "ausreichend"

Für Liebscher ist das österreichische Bankenpaket - "aus heutiger Sicht" - ausreichend. Wesentlich sei, dass wieder die Geschäfte am Interbankenmarkt aufgenommen werden, dass das Misstrauen zwischen den Banken zurückgeht. Und hier sei eine wesentliche Voraussetzung, dass eine erhöhte Transparenz bei den Banken kommt.

Wenn die Kapital stärkenden Maßnahmen bei den Banken in verstärktem Maße durchgeführt werden, könnte der Kreditfluss wieder in Gang zu bringen sein, so Liebscher. Es gebe aber die Verpflichtung der Banken, neue Kredite in einem zu bestimmenden Ausmaß, das von Bank zu Bank unterschiedlich sein wird, zu vergeben. "

(APA)

  

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Schuldenmachen wird für den Staat immer teurer interessant
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 04.2.09 20:40)

Schuldenmachen wird für den Staat immer teurer
04.02.2009 | 18:29 | CHRISTIAN HÖLLER (Die Presse)

Bank rät zum Verkauf von österreichischen Staatsanleihen. Finanz-Experten rätseln, ob Österreich das prestigeträchtige Triple-A-Rating verlieren wird.

Wien. Die Meldung lief um 13.39 Uhr über die Finanzagentur Bloomberg: Die Experten der Commerzbank, der zweitgrößten Bank Deutschlands, raten internationalen Investoren, zehnjährige österreichische Staatsanleihen zu verkaufen. Als Grund nannte Analyst Peter Müller die engen Verflechtungen der österreichischen Wirtschaft zu Osteuropa.


Für die Wiener Regierung ist das starker Tobak. Denn der Bund will sich heuer Anleihen über 24 bis 30 Mrd. Euro holen. Um Abnehmer zu finden, werden immer höhere Zinszahlungen fällig. Laut UniCredit-Analyst Michael Rottmann liegt der Risikoaufschlag für zehnjährige österreichische Staatsanleihen schon bei 4,28 Prozent. Damit haben die heimischen Papiere fast das Niveau von Spanien (4,32 Prozent) erreicht. Zum Vergleich: Deutschland kommt mit 3,36 Prozent vergleichsweise gut weg.



„Nicht der sicherste Platz“
Staatsanleihen im Euro-Raum werden von Anlegern gekauft, die so gut wie kein Risiko eingehen wollen. Wegen der Wirtschaftsbeziehungen zu Osteuropa ist Österreich derzeit nicht unbedingt der sicherste Platz, sagen Analysten. Das Kreditvolumen, das Österreichs Banken in Osteuropa ausständig haben, erreicht mit 230Mrd. Euro 68 Prozent des heimischen Bruttoinlandsprodukts. Kommen die Institute in Bedrängnis, muss der Bund einspringen. Rottmann ist überzeugt, dass Österreich weiterhin Käufer für Anleihen finden wird. „Aber das Ganze wird für den Staat teurer.“ Laut Angaben des UniCredit-Experten habe es seit 1994 noch nie einen so hohen Aufschlag für österreichische Staatspapiere gegeben: „Es könnte weiter nach oben gehen.“

Bereits vergangenen Herbst machten Gerüchte die Runde, die Wiener Bundesfinanzierungsagentur, über die sich der Staat auf den Kapitalmärkten das Geld besorgt, habe die Emission einer Anleihe wegen des Osteuropa-Risikos gestoppt, was jedoch dementiert wurde. Im Jänner brachte die Agentur eine fünfjährige Anleihe mit einem Volumen von drei Mrd. Euro auf den Markt. Diese war überzeichnet, doch die Verzinsung lag um 77,5 Basispunkte höher als eine deutsche Emission.

Finanzexperten rätseln, ob Österreich das prestigeträchtige Triple-A-Rating verlieren wird. „Wir erwarten keine Herabstufung“, heißt es im Finanzministerium. Jüngst senkten Ratingagenturen die Bonitätsnoten für Spanien, Portugal und Griechenland. Standard & Poor's hatte zuletzt das Rating für Österreich bestätigt. Mit Spannung wird auf die Analysen anderer Agenturen gewartet.

Von der Bundesfinanzierungsagentur war am Mittwoch niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Die zuständigen PR-Leute übermittelten eine positive Analyse von BNP Paribas. Was sie nicht sagten: BNP Paribas gehörte zu jenen Banken, die Österreich bei der Organisation der Jänner-Anleihe geholfen haben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2009)

  

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RE: Schuldenmachen wird für den Staat immer teurer
Rang: Hagen(760) ProfilBuddyIgnorieren (am 04.2.09 20:53)

Ähnlich wie bei Privaten ist die Lage auch beim Staat: Schuldenmachen war schon lange nicht mehr so billig. Auch wenn die Aufschläge leicht gestiegen sind, ist die Basis auf die aufgeschlagen wird derzeit besonders niedrig. In Summe völlig undramatisch.

  

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RE: Schuldenmachen wird für den Staat immer teurer
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 04.2.09 20:56)

>Ähnlich wie bei Privaten ist die Lage auch beim Staat:
>Schuldenmachen war schon lange nicht mehr so billig. Auch wenn
>die Aufschläge leicht gestiegen sind, ist die Basis auf die
>aufgeschlagen wird derzeit besonders niedrig. In Summe völlig
>undramatisch.

Das stimmt, auf absoluter Basis hat sich nicht viel geändert. Aber es
ist trotzdem ärgerlich wenn die Deutschen um soviel billiger davonkommen.

  

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Anleihe mit CDS auf Österreich
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 04.2.09 21:45)

Höhere Rendite gibt es bei dieser Struktur mit eingebautem CDS auf
Österreich (allerdings ist da sicher zusätzlich das Emittentenrisiko
zu tragen):

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Auch wenn der heutige Super-G bei der WM keinen Anlass zur Freude bei den österreichischen Ski-Fans gibt, kann man dennoch stolz auf unser Land sein. Mit der HVB Crelino Anleihe können Anleger nämlich auf die Bönität, also die Kreditwürdigkeit der Republik Österreich setzen. Diese spiegelt sich u.a. im Rating wieder, das derzeit bestmöglich mit AAA (S&P) und Aaa (Moody’s) bewertet wird (Stand 30. Dezember 2008). Solange während der Laufzeit kein Kreditereignis (dazu später mehr) eintritt, erhält der Anleger am jeweiligen Zahltag einen Kupon von jährlich 4,75%. Die erste Zahlung in Höhe von 5,26% erhält man am 20.3.2010. Die weiteren Zinszahlungen in Höhe von jeweils 4,75% p.a. folgen dann jährlich bis zum 20.3.2014. Ausserdem wird die Anleihe am Ende der Laufzeit zu 100% des Nominalbetrags zurückgezahlt.

AAA für Austria

Sollte es während der Laufzeit bei der Republik Österreich zu einem Kreditereignis kommen, so entfallen sämtliche noch ausstehnden Kuponzahlungen und die Anleihe wird zum Barausgleich zurückbezahlt. Insgesamt ist das Kapital der Anleger maximal fünf Jahre und gut einen Monat investiert, wobei man die Anleihe jederzeit liquide und ausserbörslich zum aktuellen Kurs verkaufen kann. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 6. Februar 2009, der anfängliche Verkaufspreis liegt bei 101% (dies inkludiert den Ausgabeaufschlag). Die ISIN lautet DE000HV5AJ42. Das Listing erfolgt in Frankfurt (Freiverkehr), Stuttgart (EUWAX) und XETRA (Scoach Premium).
Das Kreditereignis
Die Kuponzahlung und die Rückzahlung zu 100 Prozent des Nominalbetrags hängen davon ob, ob bei der Republik Österreich (hat wie bereits erwähnt, das bestmögliche Rating) während der Laufzeit eines der folgenden Kreditereignisse eintritt:

-) Nichtzahlung von definierten Verbindlichkeiten
-) Nichtanerkennung/Moratorium
-) Restrukturierung von definierten Verbindlichkeiten

Ergibt sich während der Laufzeit eines dieser Ereignisse, wird die Anleihe abweichend vom Fälligkeitstag zum Barausgleichsbetrag und in der Regel vorzeitig zurückgezahlt. Der Ermittlung dieses Betrages wird eine Einschätzung von unabhängigen Dritten zugrunde gelegt. Er wird üblicherweise annährend dem Kurs einer auf dem Kapitalmarkt gehandelten Verbindlichkeit des Landes entsprechen. Der so ermittelte Barausgleichsbetrag kann unter Umständen erheblich unter dem Nominalwert der Anleihe liegen, im Extremfall kann er auf Null sinken. (mp)

http://www.boerse-express.com/pages/744288

  

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Defizit dürfte 2010 (EU) ein Niveau von 4,8 Prozent erreichen
Rang: Doxy100(24) ProfilBuddyIgnorieren (am 08.2.09 20:36)

<http://www.ftd.de/politik/europa/:Kampf-gegen-die-Rezession-EU-Staaten-geht-das-Geld-aus/ 471574.html>
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Exklusiv EU-Staaten geht das Geld aus

Die EU-Staaten haben kaum noch Finanzmittel, um gegen die schwere Wirtschaftskrise mit weiteren großen Bankenrettungs- und Konjunkturpaketen anzukämpfen. Die Haushaltsdefizite werden 2010 weit über die Obergrenze von drei Prozent steigen.


Das geht nach Informationen der FTD aus einem vertraulichen Bericht des einflussreichen Wirtschafts- und Finanzausschusses (WFA) hervor, über den die EU-Finanzminister am Dienstag beraten werden. Im WFA sind die Finanzministerien, die Kommission und die Europäischen Zentralbank durch Spitzenbeamte vertreten.

"Die vollen Auswirkungen des Abschwungs werden in der Realwirtschaft bei Wachstum und Beschäftigung im ersten und zweiten Quartal 2009 genau zu dem Zeitpunkt sichtbar, wenn die Bürger davon überzeugt werden müssen, dass die Konjunkturprogramme mit der Zeit Ergebnisse bringen", heißt es in der Studie, die der FTD vorliegt. "Der Druck auf die Regierungen wird steigen, zusätzliche kostspielige Unterstützungsmaßnahmen anzuschieben, doch ihr fiskalischer Spielraum ist stark reduziert."

Der Bericht taxiert das Gesamtvolumen der nationalen Konjunkturpakete in der EU für die Jahre 2009 und 2010 auf drei bis vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Gemeinschaft. "Das Haushaltsdefizit dürfte 2010 (in der EU) ein Niveau von 4,8 Prozent erreichen, also den höchsten Wert seit 15 Jahren", heißt es in dem Papier. In der EU gilt eine Defizitobergrenze von 3,0 Prozent.

  

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EU-Finanzminister sind besorgt
Rang: Finanzer(573) ProfilBuddyIgnorieren (am 09.2.09 17:22)

http://www.boerse-express.com/pages/745641

Unter dem Druck steigender Budgetdefizite beraten die Finanzminister der Eurozone und der EU am Montag bzw. am Dienstag die Auswirkungen der bisherigen Rettungspakete, vor allem im Bankensektor. Dabei könnte doch auch das zuletzt von Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann vorgelegte Osteuropa-Paket zur Sprache kommen. Hier gebe es zwar unterschiedliche Meinungen, doch stehe Österreich nicht allein da, hiess es zuletzt aus Ratskreisen.
Teure Verschuldung
Die EU-Finanzminister zeigen sich zunehmend besorgt, dass für einzelne Staaten die Verschuldung an den internationalen Kapitalmärkten immer teurer wird. Die sich ausweitenden Risikospreads bei Staatsanleihen einzelner Länder seien "beunruhigende Entwicklungen", geht laut Bloomberg aus einem vertraulichen Report für Luxemburgs Finanzminister Jean-Claude Juncker (im Bild) hervor, der im Vorfeld des G-7-Treffens erstellt worden ist. Juncker wird die Euro-Staaten bei diesem Treffen am 14. Februar repräsentieren und dabei auch die Besorgnis über die zuletzt teilweise schwache Nachfrage bei Auktionen von Staatsanleihen zum Ausdruck bringen.

Die EU plant zudem, im Februar ein weiteres Treffen der Staatsspitzen zum Thema Finanzkrise einzuschieben. Geplant sei ein informelles Meeting aller 27 Mitgliedsstaaten, sagte ein EU-Sprecher am Montag. Man wolle erörtern, "wie die Anstrengungen in den einzelnen Staaten für einen wirtschaftlichen Anreiz" gediehen seien und was sinnvollerweise getan werden könne, um die Anstrengungen weiter zu intensivieren. (red/ag)

  

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Pröll rechnet mit Defizitverfahren interessant
Rang: Doxy100(24) ProfilBuddyIgnorieren (am 15.4.09 13:12)

http://www.orf.at/ticker/324572.html
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Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) geht davon aus, dass die EU-Kommission wegen des steigenden Budgetdefizits ein Verfahren gegen Österreich einleiten wird. "Es wird gegen Österreich ein Verfahren eingeleitet wegen der Überschreitung der drei Prozent", sagte Pröll heute.

Wie hoch das gesamtstaatliche Defizit heuer und 2010 liegen wird, wollte Pröll noch nicht sagen und verwies auf die Budgetrede am Dienstag. Auf Nachfrage schloss er aber auch ein Minus von über vier Prozent der Wirtschaftsleistung nicht aus.

Der im Regierungsprogramm vereinbarte Budgetpfad wird laut Pröll jedenfalls nicht zu halten sein, damals war man statt von einer starken Rezession noch von Wirtschaftswachstum im heurigen und nächsten Jahr ausgegangen. "Die Zahlen sind deutlich schlechter als im Regierungsübereinkommen erwartet, deutlich schlechter", sagte Pröll.

"Dramatischer Einbruch"
Er erwartet in mindestens einem halben Jahr einen "dramatischen Einbruch" bei den Steuereinnahmen. Sollte die Wirtschaftskrise noch tiefer ausfallen als derzeit erwartet, ist laut Pröll mit einem entsprechend höheren Defizit zu rechnen. Man hoffe aber, die Budgetentwicklung angesichts der derzeitigen Prognosen relativ genau einschätzen zu können.

  

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Unbegrenzte Spareinlagen-Garantie soll fallen
Rang: SieurKolou74(340) ProfilBuddyIgnorieren (am 15.4.09 18:39)

Die Regierung ist am Prüfen, ob sie die unlimitierte Spareinlagengarantie über 2009 hinaus verlängert oder wie im neuen Regelwerk zur Einlagensicherung vorgesehen auf 100.000 Euro pro natürlicher Person zurück geht. Finanzminister Josef Pröll (V) tendiert derzeit eher dazu, "auf die 100.000 Euro zu gehen", wie er am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten sagte.

Die Letztentscheidung soll schließlich davon abhängen, was andere Länder machen und vor allem von der "Psychologie" der Finanzmärkte, wie der Minister wissen ließ. Er habe da aber eher die Banken anderer Länder im Sinn als die österreichischen.

Im vorigen Herbst, als die internationale Finanzkrise eskalierte, hat die Republik Österreich die Einlagensicherung blitzartig reformiert. Im Oktober 2008 wurde die gesetzliche Einlagensicherung der Banken europaweit und so auch in Österreich von 20.000 auf 50.000 Euro je Sparer aufgestockt. Für private Konten und Einlagen über diese Summen hinaus haftet der Bund in Österreich in unlimitierter Höhe. Diese Totalgarantie (unbegrenzter Haftungsrahmen) gilt derzeit nur bis zum 1. Jänner 2010, danach schützt die Einlagensicherung 100.000 Euro pro Konto.

(APA)

  

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RE: Unbegrenzte Spareinlagen-Garantie soll fallen
Rang: Finanzinvest(175) ProfilBuddyIgnorieren (am 15.4.09 19:26)

Wieso gab es eigentlich für meine Aktien keine Staatsgarantie. Gibt es in Österreich nicht den Gleichbehandlungsgrundsatz???

  

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RE: Unbegrenzte Spareinlagen-Garantie soll fallen
RealBorg(4) ProfilBuddyIgnorieren (am 15.4.09 20:11)

Für Spareinlagen haftet der Staat unbegrenzt, bei Aktien hat er sich
sogar der Amtshaftung der FMA entledigt... Man merkt, dass unsere
Politiker ihr Schwarzgeld eher auf einem Sparbuch verstecken, als auf
einem Wertpapierdepot.

Tom

  

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RE: Unbegrenzte Spareinlagen-Garantie soll fallen
Rang: Finanzinvest(175) ProfilBuddyIgnorieren (am 15.4.09 21:58)

>Für Spareinlagen haftet der Staat unbegrenzt, bei Aktien hat
>er sich
>sogar der Amtshaftung der FMA entledigt... Man merkt, dass
>unsere
>Politiker ihr Schwarzgeld eher auf einem Sparbuch verstecken,
>als auf
>einem Wertpapierdepot.
>
>Tom

Oder daß sie von Banken mehr Schmiergeld bekommen als von der Wiener Börse - äh, war nur ein Scherz, liebe FMA, aber der mußte sein ...

  

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Etwas nervös, der Pröll
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 15.4.09 21:50)

Krugmans Staatspleite-Sager empört Pröll

WIEN. Empört hat Österreichs Finanzminister Josef Pröll (V) am Mittwoch auf Äußerungen des Starökonomen und Wirtschaftsnobelpreisträgers Paul Krugman reagiert, für den Österreich wegen der Osteuroparisiken der Banken ein heißer Pleitekandidat ist.

http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/art15,151896

  

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RE: Etwas nervös, der Pröll
Rang: Finanzinvest(175) ProfilBuddyIgnorieren (am 15.4.09 22:01)

>Krugmans Staatspleite-Sager empört Pröll
>
>WIEN. Empört hat Österreichs Finanzminister Josef Pröll (V) am
>Mittwoch auf Äußerungen des Starökonomen und
>Wirtschaftsnobelpreisträgers Paul Krugman reagiert, für den
>Österreich wegen der Osteuroparisiken der Banken ein heißer
>Pleitekandidat ist.
>
>http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/art15,151896

Na ja, wenn ein Wirtschafts-Nobelpreisträger so etwas sagt, ist das geradezu DER perfekte Kontraindikator. Das könnte tatsächlich den Wendepunkt signalisieren und uns stehen rosike Investorenzeiten in Österreich ins Haus!

  

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2010 nur 8% Defizit ?
Rang: Doxy100(24) ProfilBuddyIgnorieren (am 20.4.09 17:18)

http://www.profil.at/articles/0916/560/239642/oecd-prognose-rekorddefizit-nur-sparpaket-s taatsfinanzen
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OECD-Prognose sagt Rekorddefizit voraus:
Nur Sparpaket kann Staatsfinanzen retten

Österreich steuert auf dunkle Zeiten zu. Nach einem bisher unveröffentlichten Länderbericht der OECD soll das Budgetdefizit 2010 auf acht Prozent der Wirtschaftsleistung explodieren. Um wieder auf ein Nulldefizit zu kommen, müssten Sparpakete im Umfang von bis zu
22 Milliarden Euro geschnürt werden.

Von Eva Linsinger, Michael Nikbakhsh, Josef Redl, Andrea Rexer und Ulla Schmid

Jedes Jahr dasselbe Ritual im Hohen Haus. Kistenweise werden Kopien, eng bedruckt mit Zahlenkolonnen, in die Parlamentsklubs geliefert. Dort werden sie an die Abgeordneten verteilt, damit sich diese auf die dreitägige Debatte über Österreichs Staatshaushalt vorbereiten können. Jedes Jahr dasselbe Ritual im Hohen Haus. Wenn diese Woche der Finanzminister ans Rednerpult tritt, haben die Mandatare ihre Argumente bereits parat. Das parlamentarische Spiel ist absehbar, weil oft erprobt: Die Regierungsparteien werden höflich Applaus spenden und selbstlobende Worte finden. Die Opposition wird scharfe Angriffe reiten.

Jedes Jahr dasselbe Ritual im Hohen Haus – und doch eine Premiere. Es ist Josef Prölls erste Budgetrede, und die Vorstellung wird wohl nicht so rühmlich ablaufen, wie er sich das zu Amtsantritt vielleicht noch ausgemalt hat. Die Vorzeichen sind unheilschwanger. Bereits vergangene Woche musste Pröll eingestehen, dass Österreich die von der EU erlaubten Defizitgrenzen nicht einhalten wird können. Mit einem Abgang von über vier Prozent müsse gerechnet werden. Schlimm genug. Doch selbst dieses düstere Szenario scheint von der Krise längst überholt.

Bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) in Paris werden für Österreich weit schlechtere Zahlen prognostiziert. Freitag vergangener Woche ging profil ein brisantes Papier zu – ein Auszug aus dem am 15. April fertig gestellten und bisher unveröffentlichten „Länderbericht Österreich 2009“ der OECD mit der Nummer ECO/EDR (2009)7. Ein Rohbericht also, der am 6. Mai endredigiert wird. Die 1961 gegründete Organisation prüft die 30 Mitgliedsstaaten alle eineinhalb bis zwei Jahre. Der letzte so genannte Economic Survey zu Österreich stammt vom Juli 2007 – da war noch scheinbare Ordnung in der Weltwirtschaft.

Die OECD-Ökonomen kommen auf Basis der Wirtschaftsdaten vom April 2009 zu verheerenden Erkenntnissen: Demnach soll Österreichs Budgetdefizit heuer auf 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen. 2008 waren es laut OECD 0,3 Prozent (das Finanzressort errechnete 0,4 Prozent). 2010 soll sich der Abgang auf sagenhafte 7,7 Prozent auswachsen. Zum Vergleich: Der schlechteste Wert der jüngeren Geschichte lag 1995 bei 5,8 Prozent. Eines steht fest: Die Österreicher können sich auf Sparpakete einstellen, die tiefe Einschnitte in allen Bereichen vorsehen werden.

Rekorddefizit. Die Experten der OECD korrigieren auf Seite 14 des „vertraulichen“ Berichts die in Österreich erstellten Prognosen empfindlich nach unten. Die Oesterreichische Nationalbank und die Wirtschaftsforschungsinstitute gehen für heuer von einem Budgetdefizit von unter vier Prozent aus, für 2010 werden vier bis fünf Prozent nicht ausgeschlossen. Auch bei der Wirtschaftsleistung liegen Welten zwischen Wien und Paris. Das Finanzministerium erwartet, gestützt auf nationale Prognosen, dass Österreichs BIP heuer real günstigstenfalls um zwei Prozent, schlimmstenfalls um vier Prozent schrumpfen wird. Doch spätestens 2010 soll die Wirtschaft wieder leicht wachsen. Die Rede ist von plus 0,5 bis ein Prozent.

Die OECD dagegen: minus 4,1 Prozent Wirtschaftsleistung 2009, minus ein Prozent 2010. Österreich würde damit kommendes Jahr den Anschluss an die Euro-Zone verlieren. Für diese hatte die OECD am 31. März ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung 2010 um 0,3 Prozent errechnet. Auch beim Budgetdefizit droht Österreich übers Ziel hinaus zu schießen. 2009 sollen die 16 Staaten durchschnittlich 5,4 Prozent minus ausweisen, 2010 sollen es sieben Prozent sein – also fast ein Prozentpunkt weniger, als Österreich vorausgesagt wird. Sollte das tatsächlich schlagend werden, würde sich Österreichs Bonität international drastisch verschlechtern. Und diese hat im Lichte der wackeligen Ost-Engagements der Großbanken ohnehin bereits gelitten. Die jüngsten Aussagen von US-Nobelpreisträger Paul Krugman, wonach Österreich Gefahr läuft, neben Island und Irland bank­rottzugehen, waren dem Image auch nicht eben zuträglich.

Auf die Verschuldung des Staates hat all das gewaltige Auswirkungen. Im laufenden Jahr soll sie bereits fast zehn Prozentpunkte über der von der EU festgelegten magischen Grenze von 60 Prozent des BIP liegen (2008: 62,5 Prozent), 2010 die 70-Prozent-Marke überspringen. Das hieße, dass Österreich am Jahresende 2010 auf Schulden von nahezu 200 Milliarden Euro säße.

Es sind mehrere Faktoren, die diese Prognosen plausibel machen. Die Wirtschaftskrise wächst sich mit etwa einem halben Jahr Verzögerung auch zur Budgetkrise aus: Noch sind die Steuereinnahmen relativ stabil. Betonung auf noch: Denn im Finanzministerium wird mit dramatischen Einbußen kalkuliert, vor allem die drei großen Steuerblöcke – Körperschaftsteuer, Einkommensteuer und Kapitalertragsteuer – brechen weg. Selbst vorsichtige Berechnungen gehen von einem Einnahmenausfall von 5,5 Milliarden Euro aus. Denn die Faustregel lautet: Allein ein Schrumpfen des BIP um ein Prozent bedeutet eine Mehrbelastung für das Budget von 1,3 Milliarden Euro.

Kostenfaktor Arbeitslosigkeit. Während die Haben-Seite schrumpft, klettert die Soll-Seite in die Höhe. Der einzige Wirtschaftszweig, der derzeit gleichsam boomt, ist die Kurzarbeit. Allein bei voestalpine in Linz wurden vergangene Woche die Maßnahmen auf 5900 Beschäftigte ausgeweitet. Quer durch Österreich subventioniert der Staat mittlerweile Kurzarbeit für 50.000 Arbeitnehmer mit hunderten Millionen Euro.

Noch teurer ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit: Mit Ende März schnellte sie gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent in die Höhe, inklusive der in Schulung befindlichen Menschen waren exakt 334.007 ohne Job. Schon jetzt reicht die eine Milliarde Euro, die für das Arbeitsmarktservice budgetiert ist, bei Weitem nicht aus. Für Herbst wird bereits mit 500.000 Arbeitslosen kalkuliert. Nach Berechnungen der österreichischen Wirtschaftsforscher soll die Arbeitslosigkeit heuer fünf Prozent erreichen, 2010 wird mit rund sechs Prozent gerechnet – und das bei sinkender Beschäftigung.

Auch hier geht die OECD noch ein Stück weiter, allerdings ist deren Berechnungsmethode mit den auch hierzulande angewendeten Eurostat-Standards nur bedingt vergleichbar. Die OECD prognostiziert für 2009 sechs Prozent Arbeitslose und für 2010 fast acht Prozent. Nur zum Vergleich: 2006 lag die Arbeitslosigkeit laut OECD bei 5,6 Prozent (Eurostat: 4,8 Prozent).

Leute ohne Job kosten Geld. Auch hier gelten simple Faustregeln: Ein Prozent weniger Wirtschaftswachstum produziert 20.000 Arbeitslose mehr. Und ein Prozentpunkt mehr Arbeitslosigkeit kostet rund 500 Millionen Euro pro Jahr. Dazu kommt, dass Arbeitslose nur 55 Prozent ihres Gehalts verdienen – und damit auch weniger Beiträge in die Sozialversicherung abliefern. Nun war allen klar, dass während einer Wirtschaftskrise diesen Ausmaßes keine Nulldefizite zu erstellen sind. Nicht zuletzt deshalb hat Brüssel seine strengen Budgetvorgaben gelockert.

Aber trotzdem: Noch im Vorjahr lag das heimische Defizit, wie gesagt, bei 0,4 Prozent. Nachgerade putzig nehmen sich aus heutiger Sicht die Sorgen des vergangenen Herbstes aus. Das Weltwirtschaftsbarometer stand bereits auf Sturm, und die Wirtschaftsforscher hatten angesichts der Krise mit einer Erhöhung des Defizits auf 2,4 Prozent gerechnet. Trotzdem legte sich Prölls Vorgänger Wilhelm Molterer auf einen „persönlichen Zielwert“ von 0,1 Prozent Defizit für 2010 fest. Weiter kann man von einem Ziel kaum entfernt sein.

Steuerproblem. Selbst wenn die Prognosen der OECD nicht eintreten sollten – das Budgetproblem ist eklatant und ungelöst. „Das ist das erste Mal in der Nachkriegszeit, dass wir nicht nur einen realen, sondern auch einen nominellen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zu gewärtigen haben“, so der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank Ewald Nowotny – also unter Einrechnung der Inflation. „Alle Steuern hängen an der nominellen Wirtschaftsleistung, und das hat gewaltige Effekte.“

Die Kalkulation der staatlichten Gebarung kommt der Raketenwissenschaft bereits gefährlich nahe. Dennoch lässt sie sich auf eine vergleichsweise einfache Rechnung reduzieren: 2008 hat Österreich ein Bruttoinlandsprodukt von rund 283 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das ausgewiesene Budgetdefizit lag bei 0,4 Prozent und somit bei 1,1 Milliarden Euro. Da Österreichs Wirtschaft heuer und 2010 nicht wachsen wird, wird auch das BIP annähernd gleich bleiben. Das heißt aber: Selbst bei einem gnädig prognostizierten Abgang von nur vier Prozent (laut Wifo) käme für 2009 eine Budgetüberschreitung von kolossalen elf Milliarden Euro heraus. Legt man den OECD-Parameter von sechs Prozent 2009 an, wären es heuer 17 Milliarden, 2010 bei einer angenommenen Defizitquote von 7,7 Prozent sogar fast 22 Milliarden Euro.

So oder so: Einen derart aus den Fugen geratenen Haushalt hat es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Das höchste Defizit gab es zuletzt 1995 mit 5,8 Prozent. Das war ebenfalls krisenbedingt und hatte die ÖVP prompt Neuwahlen ausrufen lassen. Jene ÖVP also, die jetzt den Finanzminister stellt – und die sich die Frage gefallen lassen muss, wer all das bezahlen soll.

„Es wird heuer und 2010 kein Sparpaket geben“, beteuert Josef Pröll. „Wir werden sicherlich nicht an Sozialleistungen sparen. Das wäre unverantwortlich, da ein Sparpaket die Konjunktur weiter abbremsen würde. Auf der Verwaltungsseite hingegen werden wir langfristig ausgerichtete Reformen vorantreiben.“ Ähnlich formuliert es SP-Finanzstaatssekretär Andreas Schieder: „Mit dem Budget setzen wir die richtigen Schwerpunkte in schwierigen Zeiten. Bei der sozialen Sicherheit und bei den Zukunftsinvestitionen Bildung, Wissenschaft und Infrastruktur. Andernfalls würde die Wirtschaftskrise zur sozialen Krise.“

In der Verwaltung sind theoretisch tatsächlich Milliarden zu holen – und das seit Jahrzehnten. In der Praxis ist daran jede Regierung gescheitert. Wenn schon wegen zwei Unterrichtsstunden mehr der Staatsnotstand ausgerufen wird, wie soll dann eine große Verwaltungsreform gegen Beamtengewerkschaft und Landeshauptleute durchgezogen werden? „Wir werden nicht an einem Bürokratieabbau vorbeigehen können“, sagt der Generalsekretär der Indus­triellenvereinigung Markus Beyrer, „den richtigen Zeitpunkt dafür gibt es ohnehin nie.“

Spätestens 2010 muss die Regierung sich etwas einfallen lassen. Das erklärt auch, war­um die SPÖ so plötzlich laut über zusätzliche Einnahmen wie etwa die Vermögen­steuer nachdenkt. Sozialminister Rudolf Hundstorfer dazu: „Wir müssen Vermögen stärker besteuern, nur so kann man drastische Sparpakete verhindern.“ Parteikollege und SPÖ-Budgetsprecher Kai-Jan Krainer baut ebenfalls vor: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir wieder bei Gesundheit, Bildung und Sozialem sparen, weil es die trifft, die für die Krise nichts können.“

Andererseits: Es wäre nicht das erste Mal, dass genau das passiert. In der Vergangenheit mussten immer wieder Sparpakete geschnürt werden, um den Staatshaushalt nicht gänzlich entgleisen zu lassen. 1987 bewegte sich das Defizit bei 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In absoluten Zahlen: umgerechnet 5,2 Milliarden Euro. Die große Koalition unter Kanzler Franz Vranitzky beschloss damals zwar auch eine umfassende Steuerreform, die eine jährliche Entlastung von rund 15 Milliarden Schilling (1,1 Milliarden Euro) bringen sollte; darunter Maßnahmen wie die Senkung des Einkommensteuer-Spitzensatzes von 62 auf 50 Prozent. Das Budget wurde damals aber vor allem ausgabenseitig saniert. Die größten Einsparungen erzielte SPÖ-Finanzminister Ferdinand Lacina, indem er die Pensionsanpassung und die Erhöhung von Beamtengehältern statt per 1. Jänner einfach um ein halbes Jahr auf den 1. Juli 1988 verschieben ließ.

Sparpakete. Beamten und Pensionisten waren auch Mitte der Neunziger Leidtragende der Budgetsanierung. 1995 stand das Defizit mit 5,8 Prozent auf dem historischen Höchststand. Gleichzeitig musste für 1997 nach den so genannten Maastricht-Kriterien eine Neuverschuldung von unter drei Prozent erreicht werden, um an der EU-Währungsunion teilnehmen zu können.

In mehreren Sparpaketen wurden Rezeptgebühren, Tabaksteuer und Kapitalertragsteuer (von 22 auf 25 Prozent) erhöht und eine Energiesteuer auf Strom und Gas eingeführt. Für die Beamten gab es 1996 nur eine Einmalzahlung, 1997 wurde die Pensionsanpassung ausgesetzt. Insgesamt belief sich das Volumen an Einsparungen auf umgerechnet 6,8 Milliarden Euro. Die eine Hälfte wurde steuerlich lukriert, die andere ausgabenseitig. „Es ist erfahrungsgemäß leichter, Einnahmenerhöhungen durchzubringen als Ausgabeneinsparungen. Bei den Ausgaben trifft man eine ganz bestimmte Schicht, die dann auf die Barrikaden steigt. Bei einer allgemeinen Steuererhöhung ist das anders“, so der Budgetexperte und ehemalige Wifo-Ökonom Gerhard Lehner.

Ein Rat, den auch ein gewisser Karl-Heinz Grasser beherzigte. Zur Durchsetzung seiner „Nulldefizit“-Pläne erhöhte er die Energieabgabe und die motorbezogene Versicherungssteuer, führte (mittlerweile ­wieder abgeschaffte) Studien- und Ambulanzgebühren ein. Darüber hinaus wurde der Investitionsfreibetrag für Unternehmen abgeschafft und der Arbeitnehmerabsetzbetrag halbiert. Einsparung: rund zwei Milliarden Euro. Das war freilich nur ein Bruchteil der heutigen Summen.

  

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RE: 2010 nur 8% Defizit ?
Rang: SieurKolou74(340) ProfilBuddyIgnorieren (am 20.4.09 17:22)

Keine Sorge.Dick & Doof haben sicher schon Lösungen parat

  

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RE: 2010 nur 8% Defizit ?
Raubvogel(4) ProfilBuddyIgnorieren (am 21.4.09 09:12)

>Keine Sorge.Dick & Doof haben sicher schon Lösungen
>parat

hoooooooooo!! Krotz grod ob vor lauta locha!

Und da Dicke mocht grod sei Budgetrede!
Bin neigierig wos fian Schochsinn er do wieda verzapft!
Vermutlich kaunst des in 3 Monat scho wieda üwan haufm werfm!

  

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ÖBB: 4-5 Mrd. Zuschuß pro Jahr interessant
Rang: Hagen(760) ProfilBuddyIgnorieren (am 04.5.09 22:29)

Die ÖBB verbrennt immerhin gute 500€ pro Österreicher und Jahr. Da ist die AUA eine Okkasion dagegen.
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Verheerende Bilanz
04.05.2009 | 18:33 | JOSEF URSCHITZ (Die Presse)


Nach normalen Kriterien ist die heimische Bundesbahn schlicht pleite.

In der vorigen Woche hat die Bahn ihre Katastrophenbilanz 2008 präsentiert. Die Debatte hat sich dabei intensiv um hohe Spekulationsverluste und um möglicherweise unverdiente Versagerprämien, die dort euphemistisch „Vorstandsbonus“ genannt werden, gedreht.

Dabei zeigt ein etwas tieferer Blick in die Bilanz, dass das nicht die wahren Probleme der Bahn sind. Und dass das Unternehmen in Wirklichkeit noch viel katastrophaler dasteht.

Man muss sich nur ein paar Eckdaten ansehen: Der Marktumsatz der Bahn liegt bei etwa 2,51 Milliarden Euro, wovon aber nur knapp 1,5 Milliarden auf „echte“ Güter- und Personenverkehrsumsätze auf der Schiene entfallen. Dem steht ein Personalaufwand von 2,28 Milliarden Euro gegenüber, der zu einem hohen Teil im Zusammenhang mit dem Schienennetz anfällt. Die Personalaufwendungen sind also deutlich höher als der auf der Schiene erzielte Umsatz. Die Investitionen ins Schienennetz liegen (durch teure Prestigeprojekte, die wenig bringen) bei 2,78 Milliarden Euro, was wesentlich zu einem Anstieg der Finanzverbindlichkeiten um 3,54 Milliarden Euro gegenüber 2007 beigetragen hat.


Wie nennt man den betriebswirtschaftlichen Zustand einer Bahngesellschaft, die auf der Schiene 1,5 Milliarden „echt“ umsetzt, dafür mehr als zwei Milliarden Personalkosten hat und deren Finanzverbindlichkeiten in einem Jahr um 3,54 Milliarden steigen? Und wäre es vielleicht nicht angebracht, Investitionen bei einer derart im Schlamm steckenden Organisation nicht mehr rein nach politischen Begehrlichkeiten zu tätigen, sondern zumindest ansatzweise volks- und betriebswirtschaftliche Überlegungen anzustellen?

Plus: Ist es wirklich ein Naturgesetz, dass der Staat Jahr für Jahr vier bis fünf Milliarden Zuschuss in dieses Fass ohne Boden schütten muss, ohne für die Verwendung dieser Gelder halbwegs Rechenschaft zu verlangen?

Oder ist vielleicht doch betriebswirtschaftliches Unvermögen – zu deutsch: Managementversagen – einer der wesentlichen Gründe dafür, dass der faktische Konkursbetrieb ÖBB mit so vielen Steuermilliarden künstlich beatmet werden muss?

Um diese Frage zu beantworten, braucht man nur zwei Vergleichsdaten: Die ÖBB „erwirtschaften“ laut Bilanz Gesamterträge von 5,8 Mrd. Euro mit 42.265 Mitarbeitern. Bei der Schweizer Bahn schaffen 27.862 Eisenbahner 5,21 Mrd. Euro Gesamtertrag. Alles klar?

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.05.2009)

http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/diebilanz/476141/index.do

  

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RE: ÖBB: 4-5 Mrd. Zuschuß pro Jahr
Rang: Warren Buffett(3546) ProfilBuddyIgnorieren (am 04.5.09 22:46)

>Man muss sich nur ein paar Eckdaten ansehen: Der Marktumsatz
>der Bahn liegt bei etwa 2,51 Milliarden Euro, wovon aber nur
>knapp 1,5 Milliarden auf „echte“ Güter- und
>Personenverkehrsumsätze auf der Schiene entfallen. Dem steht
>ein Personalaufwand von 2,28 Milliarden Euro gegenüber, der zu
>einem hohen Teil im Zusammenhang mit dem Schienennetz anfällt.

....

>Um diese Frage zu beantworten, braucht man nur zwei >Vergleichsdaten: Die ÖBB „erwirtschaften“ laut Bilanz Gesamterträge >von 5,8 Mrd. Euro mit 42.265 Mitarbeitern. Bei der Schweizer Bahn >schaffen 27.862 Eisenbahner 5,21 Mrd. Euro Gesamtertrag. Alles klar?

Man könnte heulen
Und wenn man dann noch bedenkt daß vor nicht so langer Zeit der Personalstand bei 70.000 war... und es hat genauso gut (oder schlecht) funktioniert...

  

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Deutschland bleibt unter 3%
Rang: Finanzer(573) ProfilBuddyIgnorieren (am 09.9.09 09:44)

Deutschland kann sich Defizitverfahren sparen
09.09.2009 | 09:03 | (DiePresse.com)

Die Neuverschuldung Deutschlands dürfte heuer nur 2,75 Prozent des BIP betragen. Damit wäre sie unter den drei Prozent der Maastricht-Kriterien und Deutschland würde einem EU-Defizitverfahren entkommen.


Deutschland wird einem Zeitungsbericht zufolge in diesem Jahr voraussichtlich doch die Höchstgrenze der Europäischen Union für die staatliche Neuverschuldung einhalten und damit um ein EU-Defizitverfahren herumkommen. Wie das "Handelsblatt" am Mittwoch berichtet, zeigen Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), dass Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen 2009 zusammen Schulden von etwa 2,75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) machen werden, während die deutsche Bundesregierung derzeit offiziell noch mit einer Defizitquote von vier Prozent rechnet.



Die sogenannten Maastricht-Kriterien sehen für EU-Staaten eine maximale Nettoneuverschuldung von drei Prozent des BIP vor. Nach den IfW-Zahlen würde Deutschland dies einhalten.

Weniger Arbeitslose, mehr Steuern
Konjunktur und Arbeitsmarkt würden sich voraussichtlich besser als erwartet entwickeln, sagte IfW-Finanzexperte Alfred Boss dem "Handelsblatt". Daher müsse der Gesamtstaat deutlich weniger Kosten der Arbeitslosigkeit schultern als bisher gedacht. Zudem sei die gesamtwirtschaftliche Lohnentwicklung besser, so dass sich Steueraufkommen und Beiträge günstiger entwickelten.

  

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Thema #60425

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