Vorweg:
Das ist nicht meine persönliche Meinung - ich bin selber zufriedener Kunde der Firma
Gericom und schreibe diese Zeilen auf einem superzuverlässigen Gericom-Laptop... 
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Quelle: http://www.wallstreet-online.de/informer/community/thread.html?&inst_id=6470&market_id=1&
thread_id=1042925&forum_id=53&m=35.1.10.1.0&mode=full
Hallo und einen Gruß,
aufgrund diesen neuen threads möchte ich nun doch einmal ein paar Anmerkungen machen.
Vor zwei Jahren habe ich für Gericom jede Menge Notebooks in Deutschland verkauft. Herr Oberlehner,
der CEO, den ich dadurch natürlich auch persönlich kenne, ist ein echter Hysteriker. Zum damaligen
Zeitpunkt versuchte er, mit externen Vertriebsorganisationen zusammenzuarbeiten. Das damalige Problem lag
dabei speziell in seinem Cashflow, sprich, er hatte einfach kein Geld mehr, um Neuaufträge zu
finanzieren.
Aus diesem Grunde kam damals ein Deal zwischen Gericom und Medion zustande, in
dem Medion ihm eine Finanzierung ermöglichte (sonst wäre er pleite gewesen) und er Medion ein
Aktienpaket versprach. Aus irgendeinem Grunde kam dieses Geschäft allerdings nicht zustande, sprich,
Oberlehner hat Medion dieses Aktienpaket einfach nicht gegeben. Ob das bis heute schon geklärt ist, kann
ich mir nicht vorstellen. Eher wird Medion immer noch eine Klage gegen ihn laufen haben.
Als
damals diese Info kam, habe ich Aktien von Gericom erworben zu 8 Euro. Eine meiner bösesten Erfahrungen
im Aktiengeschäft. Auch ich würde mir einen Anstieg sehr wünschen.
Allerdings glaube ich
kaum an einen Anstieg, denn ich weiss sicher, dass Gericom viele Verfahren vor Gericht laufen hat, unter
anderem eines gegen meine Firma, denn Gericom hat einfach unsere Verkaufsprovision nicht bezahlt. Auch
bei einigen Kunden weiss ich, dass er gar keine Geschäfte mit denen machen kann, da er mit denen im
Clinch liegt. Hier hat Gericom noch einiges an Korrekturbedarf in 2006 und auch noch 2007, denn solange
dauern diese Verfahren vor Gericht.
Aber weiter: Gericom hat sich dann irgendwann in China an
einer Firma beteiligt, die mal nicht Notebooks macht. Sicher eine richtige Entscheidung. Aber da ich
selber Geschäfte in grossem Stil in China mache, kann ich allen mehr als versichern, dass das mindestens
ein Jahr dauert, bis eine solche Zusammenarbeit erste Früchte trägt. Und stellt sich hier auch die
Frage, ob da nicht Zwischenfirmen benutzt werden, um die Gewinne anderweitig zu investieren, aber das ist
reine Spekulation.
Kommen wir nun zu den echten Problemen von Gericom:
Der CEO Herr
Oberlehner: Dieser Mann ist ein Hysteriker, der ALLES selber entscheiden will. Sein Problem ist, dass er
nur äusserst ungerne Macht und Entscheidungen abgibt. Meint, er selber kauft auch heute noch die Ware in
grösseren Stückzahlen persönlich ein, sowohl Komponenten, als auch fertige Produkte. Hier lässt er
niemanden mitreden. Auch macht er sich dazu keine Notizen oder informiert seine MA schriftlich. Nein,
dieser Mann hat alles im Kopf. Nur seiner Lebenspartnerin, die eine starke Position im Vertrieb hat,
vertraut er ein wenig. Er hat meistens mindestens drei Telefone auf denen er zum Teil gleichzeitig
telefoniert und seine Mitarbeiter zusammenschreit. Denn wenn jemand auch nur eine Kleinigkeit nicht nach
seinem Willen macht, dann wird der entweder fertig gemacht oder gleich gefeuert.
Hier kommen
wir zum nächsten Problem: Wenn man sich die Fluktuation in diesem Unternehmen hinsichtlich der MA
anschaut und das speziell im Management, so hat er dies während der letzten drei Jahre mindestens 5 mal
ausgetauscht. Das ist mehr als risikoreich für diese Firma. Und das allerbeste ist hier, dass er das
ganz nach Lust und Laune macht, ganz willkürlich. Ich kenne fast all diese Leute persönlich und jeder
von denen ist heute froh, nicht mehr mit diesem " Verrückten" zusammenarbeiten zu müssen.
Zum nächsten Problem: Gericom hat zwei Grosskunden, einmal MediaMarkt und einmal Hofer. Bei diesen
beiden plaziert er seine grossen Volumen. Aber auch bei Hofer (aldi Österreich) konnte ich in letzter
Zeit keine grösseren Geschäfte mehr sehen. Speziell im Volumengeschäft wird Gericom Probleme haben,
einen Fuss auf den Boden zu bekommen, denn da hat Oberlehner zuviel verbrannte Erde hinterlassen. Und da
ich das Geschäft selber mit meiner eigenen grossen Firma betreibe und all seine potentiellen Einkäufer
kenne, weiss ich, in welchem Dilemma er da steckt.
Ein weiteres Problem ist der massive
Margenverfall mit den Produkten, auf die sich Gericom konzentriert. Notebooks Monitore und LCD TV sind
einfach so stark dem Preisverfall ausgesetzt, dass sie zum Teil schon zu teuer sind, wenn Sie bei ihm ans
Lager kommen. Diese Situation kann man nur dadurch kompensieren, dass man die Assemblierung in Europa
benutzt.
Auch hier wird es immer schwerer. Neue Gebühren für Monitore, Vorschriften in ganz
Europa für ROHS, DEHP und PAK, die den Umwe3ltschutz fördern sollen, bedingen ab 2.7.2006, dass die
GESAMTE Produktion aller Produkte umgestellt werden muss. Und wenn Gericom hier nicht mauscheln will,
sprich, sich die Zertifikate einfach druckt, was viele machen werden, dann werden seine Produkte teurer
oder seine Marge kleiner, Im anderen Falle kann es zu Abmahnungen kommen, die Gericom in den Ruin
treiben.
Kommen wir weiter zu dem Vergleich mit Medion. Ich kann überhaupt nicht verstehen,
wie jemand davon sprechen kann, dass Medion aufwärts geht und man das auch noch als Verglich mit Gericom
heranzieht. Das sind zwei KOMPLETT unterschiedlich Firmen. Alleine die Anzahl der MA ist so
unterscheidlich, der Umsatz, die Barreserven etc etc.
Medion ist so stark abgestürzt. Der Overhead
frisst die Firma auf. Aldi ist schon lange nicht mehr so fest an Medion gebunden, wie früher. Die Marge
werden immer transparenter und auch die Auftragslage ist als bescheiden zu betrachten. Der Vergleich
hinkt einfach und man kann ihn nicht heranziehen.
Auch stellt sich mir wieder einmal die
Frage, wie Gericom denn nun seinen Service macht. Bisher waren das ja externe Dienstleister, die er gar
nicht oder nur schleppend bezahlt hat. ( Unsere Firmenmutter war eine der Leidtragenden davon, da diese
im Aftersales auch tätig ist und Notebooks für Gericom für einen Zeitraum repariert hat) Die
Ersatzteilversorgung hat jedenfalls damals nicht geklappt, auch das ein Punkt, der sicherlich keinen
Endkunden glücklich macht.
Falls also jemand hier mir 4 Euros pro Stück für meine Aktien
zahlt aufgrund der Analysen von " Spezialisten" , die meines Erachtens sich nicht sonderlich auskennen,
dann bin ich ihm sehr verbunden und verkaufe auch ausserbörslich SOFORT.
Letztendlich möchte
ich noch anmerken, dass man sich hinsichtlich Herrn Oberlehner keine Sorgen machen braucht, denn der hat
seine Schäfchen im trockenen. Allerdings würde der Herr ziemlich schnell einen Herzinfarkt bekommen,
falls er aufhört zu arbeiten, denn sein Körper würde die fehlenden Belastungen kaum ertragen. Nicht
verwunderlich also, dass sich der Herr schon mehrmals auf Anweisung des Arztes im privaten Sanatorium
befunden hat.
Ich hoffe, den Lesern des Forums ein wenig weiterhelfen zu können und bin für
Fragen immer offen.
Die o.g. Aussagen kann ich schriftlich belegen.