DAX, TecDAX, DOW Jones, Nasdaq - Ein "manisch-depressiver Markt" - Wo bleibt die Bärenmarktrallye ?
Datum 25.02.2008 - Uhrzeit 00:00 (© BörseGo AG 2007, Autor: Weygand Harald, Technischer
Analyst, © GodmodeTrader - http://www.godmode-trader.de/)
WKN: 965814 | ISIN: EU0009658145 | Intradaykurs:
Die Signallage zeigt weiterhin eine temporäre Bodenbildung in den Aktienmärkten an.
Anders ausgedrückt, der Märkt bewegt sich gemächlich in die seit 2 Wochen proklamierte
Bärenmarktrallye hinein.
Ich warte also mit einer Bestätigung der bisherigen Einschätzung
auf. Und diese Bestätigung ist das Ergebnis eines intensiven Analyseprozesses.
Bitte
entschuldigen Sie die verspätete Veröffentlichung.
Der erwartete weitergehende Anstieg in
den Indizes zieht sich zeitlich hin, seit mittlerweile 4-5 Wochen stehen die großen Indizes oberhalb
zentraler charttechnischer Unterstützungsniveaus, nennenswerter Kaufdruck ist bisher nicht aufgekommen,
allerdings bisher auch kein wirklich relevanter Verkaufsdruck. Bullische Tage mit Kurserholungsansätzen
wechseln sich mit bärischen Tagen ab, die den Markt wieder nach unten drücken. Der Markt verhält sich
bipolar, quasi "manisch depressiv". Davon sollte man sich als Beobachter nicht anstecken lassen. Am
Puls der Märkte, ja. Aber nicht das eigene emotionale Geschehen dem des Marktes anpassen.
Wie ist das Kräfteverhältnis zwischen Bullen (Käufern) und Bären (Verkäufern) derzeit
einzuschätzen? Liegt eine Pattsituation zwischen Bullen und Bären vor ?
Nein, nicht
wirklich. Es gibt eine Fülle von Signalen, die nach wie vor für die Entfaltung einer Bärenmarktrallye
sprechen, obwohl die Indizes bisher noch nicht richtig in die Gänge gekommen sind. Und glauben Sie mir,
ich habe mir die Einschätzung nicht leicht gemacht. Ich weiß, alleine die Tatsache, dass der
Analyseprozess "intensiv" verlaufen ist, ist kein Argument dafür, dass meine Einschätzung tatsächlich
korrekt sein könnte. Als Beobachter des Marktes sollte man sich nicht einbilden, eine Marktrichtung
herbeireden zu können. Und eine Einschätzung nur um des "Rechthabenwillens" beizubehalten, das macht
man vielleicht in den Anfängen einer Analysten- bzw. Investmenttätigkeit, aber nicht dann, wenn man
wirklich effektiv die Märkte einschätzen und prognostisch eingrenzen will.
Der Markt hat
immer recht. Das ist einer der Grundsätze, die es als professioneller Anleger zu befolgen gilt. Der
Markt gibt die Signale vor, wir werten sie aus und fügen sie wie ein großes Puzzle zu einer in sich
stimmigen, harmonischen Analyse (wenn möglich) mit Prognose zusammen.
Wie sieht das Puzzle
nun aktuell aus ?
Das Sentiment in den Finanzmedien ist weiterhin von hohem Pessimismus
geprägt. Nach wie vor wird intensiv diskutiert, wie weit sich die Finanzkrise ausdehnen und ob der US
Markt in eine Rezession schlittern könnte. Interessant ist dabei auch das Sentiment, die Stimmung
unter charttechnisch ausgerichteten Marktbeobachtern. Es fällt auf, dass viele Charttechniker in den
vergangenen Wochen mehrfach die Seite gewechselt haben. Kein Zweifel, in der Charttechnikergilde ist
Verunsicherung da. Die stark negative Marktstimmung werte ich als Kontraindikator. Wer verkaufen
konnte, der hat verkauft. Wer besonders skeptisch ist, der ist short positioniert. Und an den
Seitenlinien wartet Kapital darauf, in Richtung der Ausbrüche aus den vorliegenden Ranges in den Markt
zu fließen.
Werfen Sie einen Blick auf die Preisentwicklung der Industriemetalle wie Kupfer
und Aluminium. Beide ziehen steil an. Beide haben im Verlauf der zurückliegenden Woche neue
charttechnische Kaufsignale ausgebildet. Und zwar starke Kaufsignale. Bei Kupfer muß mittelfristig mit
phasenweise explosiv ansteigenden Preisen gerechnet werden. Und werfen Sie einen Blick auf Öl. Der
Ölpreis steht wieder bei 100 $ pro Barrel und damit kurz vor Ausbildung eines neuen Kaufsignals in
Richtung 120 $. Es gibt keine besseren Konjunkturindikatoren als die Preise für die Güter, die von
stark wachsenden Volkwirtschaften wie beispielweise China und Indien benötigt werden.
Sentimentanalyse und vorlaufende Indikatoren lassen allerdings "nur" tendenziell eingrenzende Prognosen
zu. Wenn es nach dem Sentiment geht, könnte der DAX durchaus noch bis 6.200 Punkte durchrutschen. Der
Kupferpreis kann wie erwähnt ausbrechen, was nicht zwangsläufig bedeutet, dass der DAX sofort ansteigen
muß. Nein, der DAX könnte bis 6.200 Punkte durchrutschen, auch wenn Kupfer explodiert.
Also zücken wir nun das charttechnische Instrumentarium, mit dem sich prognostisch präziser
eingrenzen läßt.
Pattern-Reading und Intermarketanalyse weisen den Weg, das ist meine
Meinung. Es liegen Intermarketkorrelations-Supportcluster vor. DOW Jones, S&P 500 Index, Nasdaq,
Russel, Semiconductor Index, aber auch DAX, TecDAX, MDAX oder der Eurostoxx50, sie alle bewegen sich seit
Wochen oberhalb zentraler charttechnischer Unterstützungsniveaus. Es haben sich nicht irgendwelche
neutrale Ranges (Schiebezonen) ausgebildet. Nein, bei vielen Indizes sieht man relativ angeordnete SKS
Trendwendeformationen, die zu Trendfortsetzungsformationen umfunktioniert wurden. DOW Jones und S&P 500
Index sind dabei, so genannte "Rebreaks" (Rückkehrbewegungen) zurück in mittelfristige
Abwärtstrendkanäle auszubilden. Außerdem sind die Volumenmuster bisher positiv zu werten. Sie
unterstützen die These, dass wir einen Selling Climax gesehen haben. Ein Selling Climax muß nicht den
finalen Boden einleiten, aber sehr oft leiten Selling Climax' zumindest temporäre Böden ein.
Der Rohstoffsektor haussiert. Goldman Sachs Commodity Index, CRB Index, Amex Oil Index, Oil Service
Sector Index, sie alle prallen entweder auf wichtigen Unterstützungen nach oben ab oder generieren durch
Ausbrüche über wichtige mittelfristige Triggermarken neue prägnante Kaufsignale. Wohlgemerkt,
Rohstoffaktien sind im US Aktienmarkt hoch gewichtet. Sie dürften den Markt also nach oben ziehen.
Vorläuferindizes wie beispielsweise der DOW Jones Transportation Index, aber auch der PHLX Bank Index
weisen ansatzweise V-Bottom Muster auf, die für eine Fortsetzung der Kurserholungen in diesen bisher so
schwachen Sektoren sprechen.
Der Blick auf den Rentenmarkt in Gestalt von BUND Future und
T-Bond Future zeigt auf, dass sich hier kurz- bis mittelfristige Tops ausbilden könnten. Der BUND
Future kann laut meiner aktuellen Einschätzung bis 113,50 Punkte abwärts laufen.
Ich
bleibe dabei. Auch wenn sich das Kursgeschehen seit Wochen nervenaufreibend gestaltet, aller Voraussicht
nach dürfte sich der Aktienmarkt nach oben bewegen können. Und zwar so deutlich, dass man diese
technische Reaktion durchaus als Bärenmarktrallye klassifizieren kann. Bevor ich nun im
Schnelldurchgang die großen Indizes charttechnisch bespreche, möchte ich wiederholend darauf hinweisen,
dass sich die Märkte in volatilen Tradingmarkets bewegen. Solche Marktphasen handeln erfahrene
Anleger. Solche Marktphasen erfordern von Anlegern ein ausgewogenes Risiko- und Moneymanagement. In
solchen Marktphasen bietet es sich an, mit geringerem Kapitaleinsatz zu handeln als in klaren
Trendphasen.
Halten Sie konsequent ihre Stoplossniveaus ein. Wenn es sein muß, lassen Sie
sich ausstoppen und suchen anschließend eine erneute Einstiegsmöglichkeit.
Für alle hier
vorgestellten Indizes gilt. Sollten Sie die Tiefs unterschreiten, die Sie am 22. bzw. 23.01.08
ausgebildet haben, dann wäre das aus charttechnischer Sicht sehr kritisch zu werten. Ein Unterschreiten
dieser Tiefs wäre nach der klassischen Charttechnik im Sinne von Verkaufssignalen zu werten.
Spätestens unterhalb dieser Tiefs bietet es sich insofern an, Longpositionen mit Stoploss abzusichern,
auch wenn man Gefahr läuft in einen "Fake Out" hineinzulaufen.
Herzliche Grüße,
Ihr
Harald Weygand
Bei allen Charts der nun folgenden Kommentierung handelt es sich um
Tageskerzencharts. Das heißt, dass eine Kerze für jeweils einen Tag steht.
DAX
aktuell 6.806 Punkte.
Widerstand bei 7.040-7.080 Punkten ist neuer BUY Trigger, der wie ein
Magnet wirkt. Oberhalb von 7.080 Punkten dürften Stop BUY Orders im Markt liegen. Steigt der DAX über
7.080 Punkte an, dürfte das Filling dieser Orders einen schnellen Anstieg, einen Ausbruch auslösen. Da
ich im Rahmen meiner Einschätzung nach wie vor davon ausgehe, dass der DAX über 7.080 ansteigen wird,
bietet es sich für professionelle Marktteilnehmer an, sich vor dem Ausbruch zu positionieren. Meine
charttechnisch hergeleitete Erwartungshaltung sieht so aus, das entweder direkt oder aber nach Abdriften
nochmals bis 6.600 Punkte, die Anstiegsphase im DAX beginnt. Potenzielle Ziele für die Erholung liegen
wie mehrfach berichtet bei 7.230, 7.370 und 7.450 Punkten. Nur damit kein Leser auf die Idee kommt zu
überhebeln, ich kann aus heutiger Sicht nicht ausschließen, dass der DAX doch nochmal einen Fakeout
unter 6.400 Punkte produziert.
http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/klg345.gif.png
Eurostoxx50
aktuell 3.737 Punkte.
Auch hier ist es schwierig genau den Beginn der möglichen Erholung
festzumachen, nachdem sich der relativ direkte Anstieg bisher nicht wie erwartet eingestellt hat. Wenn
es nach den US Indizes am Freitag geht, müßte der Eurostoxx50 relativ direkt ansteigen. Dennoch sollte
ein Abdriften bis 3.600-3.650 Punkte einkalkuliert werden. S. blauer Tendenzpfeil in der beigefügten
Chartgrafik. Die Erholungsziele liegen bei 3.870 und anschließend mindestens 4.030 Punkten. Eine
Folge-Ziel von 4.135 Punkten kann bereits benannt werden.
Beim Eurostoxx50 ist zu erwähnen,
dass er bei 3.500 Punkten eine relevante Unterstützung hat. Was heißt das ? Das heißt, dass im
Falle einer Konsolidierungsausdehnung ausgehend von 3.500 Punkten mit einem Abpraller nach oben zu
rechnen ist. Insofern sollten kurzfristig aktive Trader diese 3.500er Marke im Blickfeld behalten.
http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/klg346.gif.png
DOW Jones
aktuell 12.381 Punkte.
Die 5-wöchige Konsolidierung findet auf der Aufwärtstrendlinie seit
2004 statt. Diese verläuft derzeit bei 12.000 Punkten. Darüberhinaus auch hier die SKS als
Fortsetzungsformation. Zudem bahnt sich ein "Rebreak" in den mittelfristigen Abwärtstrendkanal an.
Und auch hier formuliere ich die charttechnisch hergeleitete Erwartungshaltung so, dass entweder
relativ direkt oder aber nach Rücksetzer bis in den 12.000er Bereich eine Kurserholung bis zunächst
13.000 Punkte starten sollte.
http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/klg349.gif.png
ATX aktuell
3.938 Punkte
Das Kursgeschehen der vergangenen Wochen zeigt im ATX die Möglichkeit eines
1-2-3 Tiefs als temporären Boden. Das I-Tüpfelchen wäre ein Anstieg über 4.020 Punkte. Bei
4.000-4.020 Punkten liegt nämlich ein relevanter Kreuzwiderstand. Steigt der ATX über 4.020 Punkte an
und hält das Kursniveau darüber bis Tagesschlußkurs , ergibt sich ein Kaufsignal bis 4.170 und
anschließend 4.340 Punkte.
http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/klg353.gif.png
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iver-Markt-Wo-bleibt-die-Baerenmarktrallye-&p=news&ida=788856&idc=64