Institutionelle können sich bereits in die Investmentstory einlesen
Frequentis wird bei
Anlegern vorstellig
Mit Frequentis wird ein kleines
IPO das Emissionsjahr in
Wien
voraussichtlich abschliessen.
Das Unternehmen will stärker
als der Markt wachsen.
Während der Edelstahlhersteller Breitenfeld
in den Startlöchern für das IPO, das
kommende
Woche beginnen soll, scharrt,
wird bereits der nächste Börseanwärter bei
Investoren
vorstellig. Die Rede ist vom Flugsicherheits-
Spezialisten Frequentis, der vergangene
Woche
bekanntgegeben hat, sich
auf ein IPO vorzubereiten. Mit einem Unternehmenswert
vor Emission,
der laut Company
Report der Erste Bank zwischen 130
Mio. Euro und 170 Mio. Euro angesiedelt
werden kann (je nach zugrundeliegendem
Zinssatz und Wachstumsannahme), ist Frequentis
deutlich kleiner als Breitenfeld. Das
Unternehmen, das mit einem Anteil von
30% am Markt für
Kommunikationssysteme
in der zivilen Luftfahrt weltweit führend
ist, erwirtschaftete 2006
einen Umsatz von
rund 116 Mio. Euro, das EBITDA belief
sich auf 7,2 Mio. und der Überschuss
auf
3,3 Mio. Euro.
Frequentis rechnet mit einem jährlichen
Marktwachstum zwischen
5% und 8%, als
Katalysatoren für das Geschäft wirken vor
allem die steigende Mobilität und
damit
die Notwendigkeit, das Verkehrsaufkommen
effizient abwickeln zu können, der
technologische
Fortschritt sowie die höhere Bereitschaft
öffentlicher Stellen, in
Sicherheitsmassnahmen
zu investieren (nach 9/11
und den Bombenanschlägen in London
und
Madrid).
Derartige Geschehnisse können
- wie die Vergangenheit zeigt - allerdings
auch
kurzfristig auf den Frequentis-
Geschäften lasten. Denn durch die Einsparungen
in der
Luftfahrtbranche als Folge
von 9/11 musste das Unternehmen zwei
Jahre sinkende Umsätze
hinnehmen und
schwenkte erst 2004 wieder auf den Wachstumspfad
ein.
US-Markt
lockt
Die Analysten der Erste Bank prognostizieren
für die Jahre 2007 bis 2010 ein
durchschnittliches Umsatzwachstum von
9% im Jahr, wobei vor allem die Expansion
im
„Installed Base Business, IBB“ als Treiber
gesehen wird. Dieser Bereich umfasst
Maintenance- und Supportverträge mit bestehenden
Kunden sowie den technischen
Betrieb und
Upgrade-Möglichkeiten und
ist deshalb so interessant, weil hier lange
Laufzeiten (15 Jahre und
mehr) greifen und
Umsätze bis zur dreifachen Höhe des ursprünglichen
Vertrags generiert
werden können.
Das EBITDA von Frequentis sollte
zwischen 2007 und 2010 um durchschnittlich
19% im Jahr zulegen können,
der Nettogewinn um durchschnittlich 30%,
erwarten die Analysten.
Das Unternehmen,
das derzeit zu 96% im Besitz von CEO Hannes
Bardach steht, will den IPO-Erlös
zum
einen für eine breitere geografische Aufsetzung
nutzen, wobei vor allem der USMarkt
lockt. Dort können die Österreicher
ein Referenzprojekt mit der NASA vorweisen,
die
Anpassung der Produkte an lokale
Bedürfnisse und die Erschliessung von
Vertriebskanälen
erfordern allerdings Geld.
Weiters will Frequentis das Geschäftsmodell
insofern ausweiten, als
Kontrakte im
Bereich des technischen Betriebs angestrebt
werden. Diese langfristigen Projekte
weisen
attraktive Margen auf, erfordern allerdings
höheren Kapitaleinsatz. Nicht zuletzt
will
Frequentis Flexibilität für Akquisitionen
schaffen, auch wenn es aktuell keine
konkreten
Ziele am Radarschirm gibt.
Abhängig von den künftigen Kapitalerfordernissen
strebt Frequentis eine Ausschüttungsquote
von 30% bis 40% des Nettogewinns
an. (bs)