Mittwoch, 17. Juni 2009
Kaufempfehlung für Immofinanz Aktie
Attraktive Bewertung und
Immoeast-Hebel
Bereits vor etwa einer Woche, anlässlich der Aufnahme der CA Immobilien
Anlagen AG in unser Musterdepot-Aktien-Österreich ( www.pi5.at ), haben wir angekündigt, dass wir in einem geeigneten Marktumfeld eine
Aufstockung des Immobiliensegmentes in unserem Depot anstreben.
Daher nützen wir die derzeit
etwas schwächere Stimmung an den Märkten für eine Depotaufnahme der Immofinanz AG. Wir glauben, dass
das neue Management in den vergangenen Monaten viele entscheidende Schritte zur Stabilisierung des
Konzerns erfolgreich durchgeführt hat. Die Neuausrichtung nimmt immer konkretere Formen an und von der
rechtlichen Seite her wurden die Unsicherheiten, unserer Einschätzung nach, zuletzt etwas geringer.
Eventuell könnten, wie man aus jüngsten Medienberichten ableiten kann, sogar Chancen entstehen über
den Rechtsweg einiges an Geld in die Firmen zurück zu bekommen. Der zuletzt ausgewiesene NAV per
31.01.2009 lag bei 5,84 Euro/Aktie, der Buchwert wurde mit 4,95 Euro/Aktie ausgewiesen. Der Abschlag vom
NAV auf den aktuellen Kurs beträgt somit knapp 75 %. Ein Wert der uns recht hoch erscheint, auch wenn im
Laufe des Jahres sicherlich noch mit weiteren Abwertungen auf das Immobilienportfolio zu rechnen ist.
Was wir auch positiv sehen ist der Hebel, der durch die hohe Beteiligung an der Immoeast AG in
der Immofinanz AG vorhanden ist. Wir glauben, dass sich die wirtschaftlichen Szenarien für Osteuropa
zuletzt erheblich verbessert haben und dass die ganz schlimmen Annahmen nur mehr eine äußerst geringe
Wahrscheinlichkeit haben. Ein Hauptgrund dafür ist das starke Anziehen der Rohstoffpreise, vor allem des
Rohölpreises. Wir sehen aus dieser Entwicklung erhebliche positive Beiträge und rechnen damit, dass
viele Rohstoffpreise sich, zumindest nach einer Konsolidierungsphase, eher weiter nach oben entwickeln
werden.
Aus heutiger Sicht wollen wir die Immofinanz-Position längerfristig in unserem Depot
halten. Sollte es aber zu raschen und starken Kurssteigerungen kommen, schließen wir Gewinnmitnahmen in
unserem Depot sicher nicht aus.
Derzeit (Stand Schlusskurse vom 16.06.2009) liegt das
Musterdepot YTD mit gut 36 % im Plus. Der ATX, als Benchmark für dieses Depot, konnte im gleichen
Zeitraum rund 20 % zulegen.
http://www.be24.at/blog/entry/624408
Immofinanz-Gruppe will bis
August Settlement für IBAG-Bond
Die Fusion von Immofinanz und Immoeast könnte im Mai 2010 ein
Thema werden. Das Management betont bei den Roadshows, die Lücke zwischen NAV und Kurs schliessen zu
wollen.
Die Immofinanz-Gruppe plant, bis August dieses Jahres ein Settlement für den
IBAG-Bond (jene 512 Mio. Euro, die aus der Immoeast abgeflossen sind und für die eine Garantie seitens
der Constantia Packaging BV bestehen soll) zu erzielen. Auch soll bis dahin die Neuverhandlung über die
Kreditfazilität von 415 Mio. Euro abgeschlossen werden. Das geht aus der Unternehmenspräsentation vor,
mit der CFO Eduard Zehetner (im Bild) dieser Tage zahlreiche Roadshows bestreitet. Das strategische Ziel
einer Verbesserung der Gruppenstruktur (Stichwort Fusion von Immofinanz und Immoeast) soll laut
derzeitigem Stand bis Mai 2010 umgesetzt werden.
Nach Terminen in London, Amsterdam und
Warschau ist die Immo-Gruppe heute mit der Erste Group in Frankfurt, am Donnerstag findet eine
Präsentation vor Institutionellen in Wien statt. Am 24. Juni steht dann mit der RCB ein weiterer
London-Termin am Programm.
Zehetner geht in den Terminen nicht nur auf die künftige Struktur
der Immobiliengruppe mit dem Fernziel einer Fusion von Immofinanz und Immoeast und auf einen möglichen
Zeitplan ein, er unterstreicht auch die drastische Reduktion der Entwicklungspipeline um mehr als 5,1
Mrd. auf rund 1,7 Mrd. Euro, berichten Teilnehmer.
Dabei wurden Projekte mit
Investitionskosten von 3,5 Mrd. Euro gecancelt, dafür seien bislang Kosten von 45 Mio. Euro angefallen.
Projekte für weitere 1,7 Mrd. Euro wurden vorerst auf Eis gelegt. Die noch offenen Baukosten für die
zusammengekürzte Pipeline belaufen sich auf 827 Mio. Euro, 700 Mio. Euro davon seien aber bereits
finanziert. Folglich müssen aus diesem Part in den kommenden drei Jahren nur noch rund 130 Mio. Euro
aufgestellt werden.
Lücke schliessen
Als Ziel wird kommuniziert, die Lücke
zwischen Aktienkurs und NAV schliessen zu wollen bzw. den Aktienkurs näher an den NAV heranzubringen.
Aktuell werden Immofinanz und Immoeast mit Abschlägen von mehr als 70% zu ihren zuletzt gemeldeten NAVs
gehandelt.
Der Fokus der Immofinanz-Gruppe werde künftig auf sieben Ländern (Österreich,
Deutschland, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Polen und der Slowakei) sowie auf den vier Assetklassen
Büro, Retail, Wohnimmobilien und Logistikbereich liegen. Auf operativer Seite sollen bis November 2009
die wesentlichsten Verbesserungen umgesetzt sein, der bereits begonnene Verkauf von nicht zum
Kerngeschäft gehörenden Assets ist auf der Zeitachse bis August 2010 eingetragen.
Ein
Settlement mit der Constantia Privatbank sei nach wie vor in Verhandlung. Die Immofinanz-Gruppe versucht
dabei auch, bereits bezahlte Managementgebühren teilweise zurückzufordern, geht aus der Präsentation
hervor. Neben einem stabilen Geschäft aus den Mieteinnahmen der österreichischen Immobilien erwartet
das Management zudem, dass eine Stabilisierung in den CEE-Märkten und ein aktives Management der
Immobilien Aufwärtspotenzial für die Erträge bietet.
Bettina Schragl
Aus dem
Börse Express vom 17. Juni 2009
http://www.boerse-express.com/pages/786584
Quelle:
http://immofinanz-anleihen.blogspot.com/