DJ RWE steigt aus Pipeline-Projekt Nabucco aus

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Von Kerry Skyring und Nicole Lundeen

Der Energiekonzern RWE steigt aus dem Pipeline-Projekt Nabucco aus. Mit der geplanten Gasröhre von dem kaspischen Meer über die Türkei nach Europa sollte die Region unabhängiger von russischen Gaslieferungen werden. Doch dieses Ziel sei in weite Ferne gerückt, begründete die RWE AG den Abschied aus dem Konsortium.

Das Wall Street Journal hatte bereits zu Wochenbeginn unter Berufung auf Kreise berichtet, RWE und der österreichische Versorger OMV hätten unterschiedliche Vorstellungen über die künftige Eigentümerstruktur von Nabucco und die strategische Ausrichtung der Gaspipeline.

Das Hauptinteresse von RWE an Nabucco habe darin bestanden, zusätzliche langfristige Gastransitströme nach Deutschland und gegebenenfalls auch in Nachbarländer auszulösen, teilte der Konzern mit. "Dieses Ziel wird aus RWE-Sicht auf absehbare Zeit nicht erreicht, weil die Lieferländer bisher nur begrenzte Gasmengen in Aussicht gestellt haben."

Unabhängig davon werde RWE weiter daran arbeiten, kaspisches Gas für den deutschen Markt verfügbar zu machen, etwa über Lieferverträge, hieß es.

Die Beteiligung des Essener Energiekonzerns an Nabucco von 16,6 Prozent könnte nun von OMV übernommen werden. Die Tochter RWE Supply & Trading habe den Verkauf der Anteile an OMV eingeleitet, teilte RWE mit.

"Wir sind in Gesprächen", sagte OMV-Vorstandsvorsitzender Gerhard Roiss zu Journalisten. RWEs Rückzug habe nicht mit den Chancen des Projektes auf Erfolg zu tun, sagte er. Sollte das Projekt aber letztlich ganz scheitern, plane er keine zweite Pipeline.

Ob die Gasproduzenten aus dem aserbaidschanischen Shah-Deniz-Feld tatsächlich einen Anteil von 50 Prozent an Nabucco haben wollten, wie aus Kreisen zu hören war, wollte Roiss nicht bestätigen. Er gehe davon aus, dass das Shah-Deniz-Konsortium in der ersten Jahreshälfte kommenden Jahres eine Entscheidung über einen Einstieg treffen werde. Das Konsortium muss sich zwischen Nabucco und der Trans Adriatic Pipeline (TAP) entscheiden, die sich auch für den Lieferzuschlag aus Shah Deniz beworben hat.

--Jan Hromadko hat zu diesem Bericht beigetragen.

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December 07, 2012 06:58 ET (11:58 GMT)

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