Marktanalyse Österreich
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Der ATX startete mit einem Wochenplus von 1,7% in das 4. Quartal, auch die internationalen Aktienmärkte nahmen zu Beginn des letzten Jahresviertels ordentlich Anlauf. Dabei zeigten sich die US-Börsen vom „Government Shutdown“ bislang unbeeindruckt, im Fokus stehen steigende Hoffnungen auf Zinssenkungen. In Europa waren vor allem Gesundheitswerte nach der Einigung von Pfizer mit der Trump-Regierung gesucht sowie Technologiewerte.
Am Wiener Aktienmarkt stach diese Woche klar die Wiener Technologiefirma Frequentis hervor mit einem Kursplus von 40% auf Wochensicht. Grund dafür sind zunehmende Drohnensichtungen über Europa, die Sorgen um die Sicherheit des Luftraums auslösten. Frequentis, spezialisiert auf Kommunikations- und Informationssysteme für die zivile und militärische Flugsicherung, könnte von geplanten Maßnahmen wie Investitionen in einen sogenannten "Drohnenwall" profitieren.
An die ATX-Kursspitze setzte sich diese Woche die voestalpine mit +10,7% auf Wochensicht. Die EU plant ein neues Schutzpaket für den Stahlsektor, der unter der starken Konkurrenz aus Asien leidet. Dabei sollen die Importquoten für Stahl um fast die Hälfte gesenkt werden und die Zölle auf darüber hinaus gehende Mengen auf bis zu 50% angehoben werden.
ATX-Schlusslicht war diese Woche die Lenzing-Aktie mit -3,6%. Der Faserkonzern plant Stellenkürzungen und hat eine strategische Überprüfung des Produktionsstandortes in Indonesien eingeleitet. In diesem Zusammenhang werden heuer Wertberichtigungen von rund EUR 100 Mio. erwartet, der Finanzausblick für das EBITDA 2025 bleibt davon unberührt. Lenzing will sich zukünftig noch stärker auf höhermargige Premiumfasern fokussieren.
Die RBI-Aktie reagierte heute sehr positiv auf Medienberichte, wonach die EU die Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Oleg Deripaska aufheben könnte, um den Transfer der STRABAG-Anteile an die RBI zu ermöglichen. Damit sollte die Bank für die Strafzahlung der russischen Tochterbank aus dem von Rasperia eingeleiteten Gerichtsverfahren entschädigt werden. Ob alle EU-Staaten diesem Plan zustimmen, ist derzeit jedoch fraglich. Sowohl in unserem Bewertungsmodell als auch vom Großteil des Marktes werden die russischen Vermögenswerte der RBI mit null bewertet. Jede positive Entwicklung in Russland kann daher als Kurstreiber wirken.
Ausblick
Kommende Woche präsentiert die Agrana ihre Ergebnisse zum 1. Halbjahr 2025/26 und die OMV veröffentlicht ihr Trading Statement zum 3. Quartal.