AT&S verzeichnet Aufwärtstrend im ersten Quartal

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AT&S verzeichnet Aufwärtstrend im ersten Quartal



Umsatz steigt im 1. Quartal 2025/26 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14 % auf 399 Mio. €
EBITDA von 71 Mio. € entspricht einer Marge von 17,7 %
Umsatz, Ergebnis und Eigenkapital stark von Wechselkursentwicklungen betroffen
Halbjahresprognose: 820 Mio. € Umsatz und 20 % EBITDA Marge
Ausblick für GJ 2026/27 bestätigt

Leoben – „Investitionen in künstliche Intelligenz treiben den Markt für IC-Substrate und Leiterplatten für Server und Hochleistungscomputing weiter an“, sagt AT&S CEO Michael Mertin. „Unser Fokus auf hochwertige IC-Substrate und die neuen Werke in Kulim/Malaysia sowie Leoben/Österreich sind für AT&S ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu profitablem Wachstum, das auf Spitzentechnologie, fundiertem Know-how und starken Partnerschaften mit weltweit führenden Unternehmen beruht.“

Im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöhte sich der Konzernumsatz des 1. Quartals 2025/26 um 14 % auf 399 Mio. € (VJ: 349 Mio. €). Währungsbereinigt stieg der Konzernumsatz um 19 %. Im Berichtszeitraum konnte AT&S durch eine positive Volumenentwicklung sowohl dem nach wie vor im Raum stehenden Preisdruck als auch negativen Wechselkurseffekten erfolgreich entgegenwirken.

Das EBITDA verbesserte sich um 9 % von 65 Mio. € auf 71 Mio. € ‒ währungsbereinigt betrug der Anstieg 24 %. Die Ergebniserhöhung ist vorrangig auf die gestiegenen Volumina zurückzuführen. Trotz der positiven Entwicklung führt AT&S sein umfassendes Kostenoptimierungs- und Effizienzprogramm intensiv fort, um den aus dem weiterhin schwierigen Marktumfeld resultierenden Effekten wie Preisdruck und Inflation gegenzusteuern. Zusätzlich zum Preisdruck wirkten sich auch Anlaufkosten in Kulim, Malaysia, und Leoben, Österreich, negativ auf das Ergebnis aus. Die EBITDA-Marge lag bei 17,7 % und damit leicht unter dem Vorjahresniveau von 18,5 %.

Die Abschreibungen erhöhten sich aufgrund von Anlagenzugängen und Technologie-Upgrades im Vergleich zum Vorjahr um 14 Mio. € auf 87 Mio. € (22 % vom Umsatz). Das EBIT fiel von -8 Mio. € auf -16 Mio. €. Die EBIT-Marge lag bei -4,1 % (VJ: -2,3 %). Das Finanzergebnis reduzierte sich vor allem durch negative Wechselkurseffekte von -20 Mio. € im Vorjahr auf aktuell -44 Mio. €. Das Konzernergebnis reduzierte sich von -34 Mio. € auf -56 Mio. €. Dies führte beim Ergebnis pro Aktie zu einem Rückgang um 0,56 € von -0,99 € auf -1,55 €.

Der operative Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich auf 184 Mio. € und lag um 170 Mio. € über dem Wert des Vorjahres. Wesentliche Treiber waren die Wiederaufnahme des internationalen Factoring-Programms, welches neu aufgestellt wurde, und eine Verbesserung bei Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten.

KENNZAHLEN
in Mio. € (sofern nicht anders angegeben)	 
 	 	Q1 2025/26	 	Q1 2024/25	 	Veränderung in %
Umsatzerlöse	 	398,9	 	349,4	 	14,2 %
EBITDA	 	70,6	 	64,6	 	9,4 %
EBITDA bereinigt1	 	78,5	 	96,5	 	(18,7 %)
EBITDA-Marge (in %)	 	17,7 %	 	18,5 %	 	–
EBITDA-Marge bereinigt (in %)1	 	19,7 %	 	27,6 %	 	–
EBIT	 	(16,3)	 	(8,1)	 	(>100 %)
EBIT bereinigt1	 	(6,2)	 	26,4	 	(>100 %)
EBIT-Marge (in %)	 	(4,1 %)	 	(2,3 %)	 	–
EBIT-Marge bereinigt (in %)1	 	(1,5 %)	 	7,6 %	 	–
Konzernergebnis	 	(55,9)	 	(34,0)	 	(64,4 %)
ROCE (in %)1	 	(2,0 %)	 	(2,4 %)	 	–
Nettoinvestitionen	 	-53,6	 	-92,7	 	(42,1 %)
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit	 	184,0	 	13,8	 	>100 %
Ergebnis je Aktie (in €)	 	(1,55)	 	(0,99)	 	(56,6 %)
Mitarbeiterstand (Anzahl)2	 	12.800	 	13.573	 	(5,7 %)
1 Bereinigt um Sondereffekte
2 Inkl. Leihpersonal, Durchschnitt. Zum Stichtag 30. Juni 2025: 13.133	 
 	 	 	 	 	 	 	 
 

Die Bilanzsumme verringerte sich im ersten Quartal 2025/26 gegenüber dem Bilanzstichtag um 3 % auf 4.516 Mio. €. Die Eigenkapitalquote verringerte sich aufgrund negativer Wechselkurseffekte im ‚Sonstigen Ergebnis‘ (OCI, other comprehensive income) sowie des negativen Konzernergebnisses um 3,9 Prozentpunkte auf 19,4 %.

Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten erhöhte sich auf 772 Mio. € (31. März 2025: 485 Mio. €). Zusätzlich verfügt AT&S über 152 Mio. € an nicht genutzten Kreditlinien zur Sicherstellung der Finanzierung des verbleibenden Investitionsprogramms und kurzfristig fälliger Rückzahlungen. Das Verhältnis Nettoverschuldung zum EBITDA der letzten zwölf Monate hat sich von 2,5 (per 31. März 2025) auf 2,3 reduziert.

Kostenoptimierungs- und Effizienzprogramm
Im Geschäftsjahr 2025/26 werden die Maßnahmen zur Kostensenkung weiter verstärkt. Sämtliche Investitionen werden genau geprüft. Nach einer Reduktion der Kostenbasis um 120 Mio. € im Vorjahr wird diese nun nachhaltig um weitere 130 Mio. € gesenkt. Ziel ist es, die Auswirkungen des weiterhin herausfordernden Marktumfelds sowie die Anlaufkosten der zusätzlichen Produktionslinien in Kulim auszugleichen.

„Wir gehen davon aus, dass wir uns weiterhin in einem preissensiblen Markt befinden, daher setzen wir unsere bisher erfolgreichen Effizienzprogramme konsequent fort. Den Herausforderungen der geopolitischen Situation sowie den neuen dynamischen Märkten begegnen wir mit kontinuierlicher Risiko- und Chancenbewertung und einem schnellen und agilen Portfolio an Maßnahmen“, erklärt Mertin.

Erwartetes Marktumfeld

Trotz mehrfacher Ankündigungen von Zöllen, die in den vergangenen Monaten ein wichtiges Thema waren, blieb der Einfluss auf den Markt bisher unklar. Die unsichere Situation hat dazu geführt, dass manche Unternehmen Lagerbestände aufgebaut oder frühzeitig Bestellungen getätigt haben. Diese Effekte sind jedoch vereinzelt und beeinflussen die allgemeine Marktlage nur wenig.

Einzige Ausnahme ist der Bereich Rechenzentren und Server: Hier bleibt die Nachfrage stabil, da dieser Bereich nicht von den Zöllen betroffen wäre. Besonders gefragt sind hochwertige Produkte, die für künstliche Intelligenz entwickelt worden sind. Hier setzt sich auch der Trend zu hochwertigen IC-Substraten fort, von dem AT&S weiterhin profitieren wird.

In den meisten anderen Märkten bremsen geopolitische Spannungen das Wachstum. Vor allem bei Smartphones, Notebooks und anderen Elektronikgeräten könnten mögliche Zölle in den USA zu höheren Preisen führen. Das würde die Nachfrage in Nordamerika verringern. Gleichzeitig gibt es aber auch positive Entwicklungen: Der Fortschritt bei künstlicher Intelligenz dürfte die Nachfrage ankurbeln und so einen Teil der wirtschaftlichen Belastungen ausgleichen.

In den Bereichen Industrial und Automotive wird für 2025 nur ein leichtes Wachstum erwartet. Ein Grund dafür sind Lagerbestände, die noch nicht vollständig abgebaut wurden. Besonders herausfordernd ist die Lage bei der E-Mobilität: Hier schwächt die aktuell geringe Nachfrage das Marktumfeld. Außerdem sorgen Zölle sowie politische und gesetzliche Hürden in den USA und der EU für weitere Belastungen.