Marktanalyse Österreich
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Der ATX konnte in dieser Woche um 1,8% zulegen und die 4.500-Punkte-Marke zurückerobern. Während am Finanzmarkt der U.S.-Zollkonflikt, mit immer näher rückender Frist am 1. August, das bestimmende Thema bleibt, kam die Berichtssaison in Österreich voll in Schwung. Wienerberger (+5,6%) setzt sich nach Veröffentlichung eines Trading Updates an die Spitze der Kurstafel. Die veröffentlichten Eckdaten zu Umsatz und operativen EBITDA lagen im 2. Quartal im Rahmen der Erwartungen, der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr wurde außerdem bestätigt.
Die Titel der BAWAG (+0,3%) und Telekom Austria (-1,0%) zeigten sich im Gegensatz dazu trotz Ergebnisvorlage nur wenig verändert. Das Q2-Ergebnis der BAWAG bewerten wir insgesamt als stark, der Ausblick wurde bestätigt. Wir führen den Kursrückgang am Tag der Ergebnisveröffentlichung auf Gewinnmitnahmen nach der starken Kursentwicklung der letzten zwölf Monate zurück. Die Ergebnisse der Telekom Austria für das zweite Quartal fielen dagegen gemischt aus, wobei das EBITDA ohne Restrukturierungskosten den Erwartungen entsprach. Der Ausblick wurde ebenfalls bestätigt.
Im Vorfeld des Halbjahresergebnisses in der kommenden Woche hat die RBI (-3,0%) gestern mitgeteilt, dass die erwarteten Erlöse in Höhe von EUR 1,2 Mrd. aus der Vollstreckung von Ansprüchen gegen Rasperia bei der russischen Tochtergesellschaft ausgebucht werden. Wesentlich ist dabei, dass das Q2- Ergebnis der RBI-Gruppe ohne Russland von dieser Maßnahme unberührt bleibt und der Vorstand weiterhin überzeugt ist, dass die Klage gegen Rasperia in Österreich auf einer soliden rechtlichen Grundlage steht. Die Erfolgsaussichten der geplanten rechtlichen Schritte werden daher weiterhin als gut eingeschätzt – darauf liegt auch unser Fokus. Unsere Bewertung der RBI-Aktie bleibt unverändert, da das Russland-Geschäft ohnehin nicht berücksichtigt wird.
Ebenfalls schwach zeigten sich die Papiere der Zumtobel (-3,1%), nach Vorlage der Bilanz für das Geschäftsjahr 2024/25. Die Zahlen über das 4. Quartal lagen unter den Erwartungen und der Ausblick für 2025/26 stimmte Anleger bereits auf ein schwaches Jahr ein.
Auch die AMAG verlor auf Wochensicht -1,6% nach Zahlenvorlage. Das EBIT DA reduzierte sich im 2. Quartal um -35% im Jahresvergleich, da sich die Aus wirkungen der 25%-US-Einfuhrzölle bemerkbar machten. Die weitere Steigerung der US-Zölle auf 50%, welche seit 4. Juni 2025 in Kraft ist, wird ihre Auswirkung auf die Ergebnisentwicklung vor allem im 2. Halbjahr 2025 zeigen. Infolge veränderter Rahmenbedingungen hat der Vorstand den Ausblick leicht nach unten angepasst.
Ausblick
In der kommenden Woche steht wieder eine Vielzahl an Quartalsberichten auf der Agenda: RBI, Verbund, OMV, Andritz und Erste Group werden ihre Halbjahreszahlen präsentieren. AT&S wird weiters über das 1. Quartal 2025/26 berichten.