Österreichischer Einkaufsmanagerindex: Erste Produktionssteigerung im Mai seit drei Jahren trotz anhaltend gedämpfter Nachfrage
Österreichischer Einkaufsmanagerindex: Erste Produktionssteigerung im Mai seit drei Jahren trotz anhaltend gedämpfter Nachfrage
Ergebnisse auf einen Blick
Erstes Mini-Produktionsplus seit Mai 2022
Auftragsflaute sorgt für weiteren Rückgang bei Beschäftigung und Einkaufsmenge
Verkaufspreise erstmals seit drei Monaten wieder rückläufig
Produktion im Mai zum ersten Mal seit drei Jahren. Trotz Abschwächung gegenüber April signalisierten die anhaltenden Auftragsverluste allerdings, dass sich die Nachfrageflaute fortgesetzt hat, was wiederum Rückgänge bei Beschäftigung und Einkaufsmenge nach sich zog. Dessen ungeachtet hellte sich der Jahresausblick leicht auf.
Derweil wurden die Verkaufspreise erstmals seit Februar wieder reduziert, was nicht zuletzt an den weitgehend stabilen Einkaufspreisen lag, die in den drei Vormonaten noch gestiegen waren.
Nachdem er im April erstmals seit vier Monaten leicht auf 46,6 Punkte gesunken war, stieg der saisonbereinigte UniCredit Bank Einkaufsmanagerindex im Mai wieder und kletterte mit 48,4 Punkten den höchsten Wert seit Januar 2023. Die neutrale Wachstumsmarke von 50,0 Punkten wurde jedoch erneut unterschritten. Der Hauptindex setzt sich aus den Unterindizes für Produktion, Auftragseingang, Beschäftigung, Vormateriallager und Lieferzeiten zusammen und spiegelt das Ergebnis der Mai-Umfrage zur Konjunkturlage der Industrie Österreichs in einem Wert wider.
Am erfreulichsten an den aktuellen Auswertungen war, dass die Produktion erstmals seit drei Jahren - wenn auch nur geringfügig - ausgeweitet wurde. Damit endete die längste Kontraktionsphase seit Umfragebeginn im Jahr 1998.
Der Auftragseingang wies indes erneut ein Minus aus, wenngleich die Einbußen zu den schwächsten seit Beginn der Auftragsflaute vor über drei Jahren zählten. Und auch mit den Exportneuaufträgen ging es deutlich langsamer bergab als zuletzt.
Infolge des Auftragsmangels wurden die Auftragsbestände abermals abgebaut, diesmal allerdings mit der niedrigsten Rate seit drei Jahren.
Aufgrund des mangelnden Kapazitätsdrucks waren die Branchenakteure bestrebt, die Kosten zu senken und setzten den Stellenabbau in ungefähr demselben Tempo fort wie im Vormonat, als er so schwach ausgefallen war wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr.
Die Einkaufsmenge wurde abermals reduziert, weshalb die Bestände an Vormaterialien erneut sanken, diesmal allerdings mit der niedrigsten Rate seit Beginn des Lagerabbaus Anfang 2023. Die Bestände an Fertigwaren nahmen indes erstmals seit über einem Jahr wieder zu, und zwar so stark wie zuletzt im Juli 2023.
Die Lieferzeiten blieben im Mai nahezu unverändert, nachdem sie sich zuvor seit Anfang des Jahres 2023 ununterbrochen verkürzt hatten. Auch die Einkaufspreise blieben weitgehend konstant, was den Umfrageteilnehmern zufolge uneinheitlichen Trends bei den Materialpreisen und anderen Kosten geschuldet war.
Gleichzeitig wurden die Verkaufspreise erstmals seit drei Monaten moderat reduziert, was laut Befragten auf den scharfen Wettbewerb zurückzuführen war. Bei den meisten Unternehmen blieben sie tatsächlich konstant.
Letztlich hellten sich die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist wieder leicht auf und fielen so optimistisch aus wie zuletzt im Juni 2024. So rechnen viele Hersteller mit weiter sinkenden Zinsen und positiven Impulsen durch Übersprungseffekte infolge der höheren Staatsausgaben in Deutschland.