Immofinanz arbeitet weiter an s-Immo-Übernahme

Abschaffung des Höchststimmrechts beim Zielunternehmen erweist sich als Knackpunkt - Hauptversammlung am 24. Juni - Aktuelles Offert läuft noch bis 16. Juli - s-Immo-Management lehnt es ab

Bei der Übernahme des Immobilienkonzerns s Immo durch die Immofinanz knirscht es. Die börsennotierte Immofinanz will das derzeit geltende Höchststimmrecht abschaffen und wirbt dabei um breite Unterstützung. Zahlreiche institutionelle Investoren hätten bereits angekündigt, in der s-Immo-Hauptversammlung am 24. Juni für die Aufhebung zu stimmen, um damit die Annahme des Übernahmeofferts durch die Aktionäre zu ermöglichen, ließ die Immofinanz am Donnerstag via Aussendung wissen.

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Auch die beiden "einflussreichsten internationalen Stimmrechtsberater" Institutional Shareholder Services (ISS) und Glass Lewis würden den Aktionären empfehlen, bei dem außerordentlichen Aktionärstreffen im Juni für die Aufhebung des Höchststimmrechts zu stimmen.

Bleibe das Höchststimmrecht bestehen, "kann das Angebot nicht vollzogen werden", so der s-Immo-Großaktionär Immofinanz. Die s-Immo-Aktionäre könnten dann "vom attraktiven Angebotspreis nicht profitieren". Die im laufenden Übernahmeangebot festgehaltenen 22,25 Euro je Aktie sind Vorstand und Aufsichtsrat der s-Immo allerdings zu wenig, wie CEO Bruno Ettenauer bereits kommuniziert hat.

Die Immofinanz ist derzeit zu 26,5 Prozent an s Immo beteiligt und will das Unternehmen mehrheitlich übernehmen. Das Höchststimmrecht erweist sich dabei aber als sperriges Hindernis. Der Bestimmung zufolge hält kein Anteilseigner mehr als 15 Prozent der Stimmrechte, selbst wenn er einen höheren Aktienanteil hat.

Über die Abschaffung der Regelung sollen die Aktionäre der s Immo auf der anstehenden Hauptversammlung abstimmen. Diese hatten einen ähnlichen Antrag 2019 schon einmal zurückgewiesen. Diesmal soll das Höchststimmrecht jedoch nur dann gekippt werden, wenn es tatsächlich zu einer Übernahme der s Immo kommt, sprich wenn sich die Immofinanz 50 Prozent plus eine Aktie an dem Unternehmen sichern kann.

Das Management der s Immo stemmt sich jedenfalls gegen das Offert der Immofinanz und empfiehlt seinen Aktionären, das Angebot abzulehnen. Der Angebotspreis spiegle den inneren Wert des Unternehmens nicht wider. An der Wiener Börse notierten die Aktien Donnerstagvormittag bei 21,90 Euro, also unter dem gebotenen Preis. Die Annahmefrist endet am 16. Juli.

(Schluss) kre//ivn