Auch zweiter potenzieller Investor bei Autobank ist abgesprungen

Angeschlagene Bank führt aber bereits Gespräche mit weiterem Investor

Die schwer in der Krise steckende Autobank ringt weiter ums Überleben. Nachdem bereits Ende November ein potenzieller Investor bekanntgegeben hatte, kein Interesse mehr an einer Beteiligung zu haben, ist nun auch ein zweiter möglicher Retter abgesprungen. Dieser habe am Montag mitgeteilt, einen Erwerb von Anteilen an der Autobank Aktiengesellschaft nicht mehr anzustreben, gab die Bank bekannt. Das Institut führt den Angaben zufolge aber Gespräche mit einem weiteren Investor.

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Es gebe Gespräche mit einem möglichen Investor über den Abschluss einer Absichtserklärung (Letter of Intent), um eine mögliche Zeichnung des in der Hauptversammlung (HV) vom 30. November genehmigten Kapitals zu prüfen, heißt es in der Mitteilung der Bank von Montagabend. Damit potenzielle Interessenten mit dem Kauf neuer Aktien bei der Autobank einsteigen können, wurde bei der HV eine Kapitalerhöhung beschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu rund 8,8 Mio. Euro zu erhöhen, geht aus dem HV-Beschluss hervor.

Nach Abschluss eines "Letter of Intent" stünde eine Transaktion mit dem neuen, potenziellen Investor unter anderem unter dem Vorbehalt einer zufriedenstellenden Due Diligence, der Durchführung einer abschließenden Bewertung und der Einigung über die Vertragsdokumentation sowie entsprechenden Gesellschafterbeschlüssen der beteiligten Unternehmen, so die Autobank. Die Durchführung der Transaktion bedürfe zudem aufsichtsbehördlicher Bewilligungen, wie beispielsweise Eigentümerkontrollverfahren.

Die Autobank möchte sich strategisch neu ausrichten und neue Investoren an Bord holen. Bereits 2019 hat die Autoabsatzkrise den Auto- und Leasingfinanzierer schwer getroffen und der Bank herbe Verluste beschert. Erschwerend hinzu kam heuer die Coronakrise. Im März hatte die Bank zwar eine Neuausrichtung beschlossen - man wollte sich verstärkt auf die Refinanzierung von deutschen Leasinggesellschaften konzentrieren - diese konnte bisher jedoch nur mit Verzögerung umgesetzt werden, hieß es im Halbjahresbericht.

Seit August hat die Autobank eine Aufpasserin von der Finanzmarktaufsicht (FMA) bekommen, die den Bankchefs bei der Sanierung auf die Finger schauen soll.

(Schluss) kan/gru