Erste Bank sieht keine Handlungsnotwendigkeit in Bezug auf Rückkaufangebot

Erste Bank sieht keine Handlungsnotwendigkeit in Bezug auf Rückkaufangebot

Das österreichische Industrieunternehmen gab Anfang der Woche die Quartalszahlen für Q1-3/2003 bekannt. Der Umsatz ging von EUR 508,3 auf 444,6 Mio. zurück, das EBITDA von EUR 41,9 auf 36,3 Mio. und das EBIT von EUR 15,4 auf 14,9 Mio. Der Rückgang erklärt sich auch mit der Endkonsolidierung der Werzalit, wir haben allerdings keine bereinigten Vergleichszahlen für eine genauere Analyse. Beim Ergebnis vor Steuern wurde sogar ein Anstieg von EUR 5,9 auf 8,5 Mio. erzielt, genauso wie beim Konzernergebnis von EUR 0,08 auf 3,0 Mio. Das Unternehmen sieht eine Vorschau auf das Gesamtjahresergebnis durch die unsicheren Wirtschaftsprognosen und die rezessiven Tendenzen in den Schlüsselbereichen der Constantia ISO als nur sehr schwer möglich, dennoch wird trotz massiver geplanter Restrukturierungsschritte mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau gerechnet, wo ein Umsatz von EUR 651,5 Mio., ein EBIT von EUR 12,5 Mio. und ein EBITDA von EUR 45,9 Mio. erzielt worden ist. Netto ergab sich im Vorjahr ein Verlust je Aktie von EUR 0,14.

Überraschend wurde vom Unternehmen auch der Plan zum Börserückzug angekündigt, der vorerst über den Rückkauf eigener Aktien und später über ein freiwilliges Angebot in der Höhe von EUR 8,42 je Aktie erfolgen soll. Damit wäre auf Basis der derzeitigen Nettoverschuldung und den Ergebnissen aus dem Jahr 2002 das Unternehmen mit einem EV/EBITDA von 7,1x bewertet, was sicher kein Diskontwert ist. Allerdings wäre durch die derzeit niedrigen Margen und das konjunkturelle Erholungspotenzial in 2004 höchstwahrscheinlich eine deutliche Steigerung im Ergebnis möglich, wodurch auch die Bewertung sicher eine wesentlich niedrigere wäre. Zusätzlich liegt der Buchwert/Aktie ca. bei EUR 12,1, womit der Abfindungspreis ca. 30% unter dem Buchwert liegen würde. Insgesamt ergibt sich derzeit für den Anleger aus unserer Sicht überhaupt noch keine Handlungsnotwendigkeit. Es kann der Erfolg des kommenden freiwilligen Übernahmeangebots in Ruhe abgewartet werden, denn auch wenn die Mehrheit der Anleger das Angebot annimmt, bleibt noch immer die per Gesetz vorgeschriebene Nachfrist von 10 Börsentagen zur Annahme. Damit erhöhen sich auch die Chancen auf eine Nachbesserung, da wir vom Erfolg dieses Angebots von EUR 8,42 nicht überzeugt sind.