RLB OÖ: Lieber weniger Kredite als Verkauf von Industriebeteiligungen

Schaller: 50 Prozent der Voest-Mitarbeiter unsere Kunden

Banken mit wichtigen Industriebeteiligungen, in Österreich ist das vor allem Raiffeisen, kritisieren die debattierten Verschärfungen der internationalen Kapitalvorgaben für Banken (Basel IV), was Firmenbeteiligungen anlangt. Heinrich Schaller, Vorstandschef der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, sähe die RLB OÖ damit sicher getroffen.

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"Wir werden uns dennoch nicht von unseren Beteiligungen trennen", sagte Schaller in einem "Presse"-Interview (Mittwoch). Der oberösterreichische Raiffeisen-Banker bestätigt dem Blatt, lieber weniger Kredite vergeben zu wollen als sich von Industriebetrieben zu trennen.

Die neue Regelung sei schlecht für die Industrie und auch volkswirtschaftlich nicht tragbar. "Wir sind bei der Voest gemeinsam mit der Mitarbeiterstiftung der größte Einzelaktionär. Warum tun wir das? Erstens: Wir haben bisher sehr gut an der Voest verdient, und ich bin davon überzeugt, dass wir das auch in Zukunft tun werden. Zweitens: Rund 50 Prozent der Voest-Mitarbeiter sind auch unsere Kunden. Drittens: Wir wollen nicht, dass eine Firmenzentrale eines so großen Konzerns plötzlich irgendwo im Ausland ist. Das schadet der Region, uns selbst und letztlich dem ganzen Industriestandort Österreich."

Die Bank schaue im Fall ihrer Industriebeteiligungen nicht so sehr auf den Kurs, sondern auf den Unternehmenserfolg. "Der fließt auch in unsere Bilanz ein. Derzeit schlagen die starken Kursverluste leider stärker durch. Aber inhaltlich mache ich mir um diese Unternehmen keine Sorgen", so Schaller.

(Schluss) rf/bel