Oö. Zulieferer Miba trotzte 2018/19 Autokrise: Elf Prozent Umsatzplus
985 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 - Weiter Bangen um geplantes Gemeinschaftsunternehmen mit Zollern - Neue Werke in China und Indien, eMobility-Cluster in Vorchdorf
Der oberösterreichische Industriezulieferer Miba hat den Umsatz 2018/19 um 11 Prozent auf 985 Mio. Euro gesteigert. Der Automotive-Bereich entwickelte sich zwar schwächer als der Rest, aber viel besser als der Markt, so das Management. Bangen muss man um das geplante Joint Venture mit dem deutschen Mittelständler Zollern - der betroffene Gleitlager-Bereich macht 25 Prozent des Umsatzes aus.
Derzeit baut Miba zwei neue Werke in China und eines in Indien. Allein in China investiere man im Zeitraum von 2018 bis 2022 rund 100 Mio. Euro, berichteten CEO Peter Mitterbauer und Finanzvorstand Markus Hofer in der Bilanzpressekonferenz am Dienstag. Insgesamt hat das Unternehmen mit Sitz in Laakirchen im Vorjahr 128 Mio. Euro investiert - 87 Mio. Euro davon flossen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände, 41 Millionen in Forschung und Entwicklung.
In Vorchdorf in Oberösterreich entsteht aktuell der "Miba eMobility Cluster", wo man das Know-how aus Elektrifizierung und Automobilbranche zusammenbringen will. Bis 2025 will die Miba mehr als 100 Mio. Euro in die Elektromobilität investieren. Dennoch stützt man sich weiter auf alle gängigen Arten von Antrieben - Verbrennungs-, Hybrid- und Elektromotoren. Derzeit arbeiten rund 60 Mitarbeiter in Oberösterreich im F&E-Bereich am Thema Elektromobilität, erklärte Mitterbauer. Nehme man die produzierenden Beschäftigten dazu, komme man weltweit auf mehrere hundert.
Dringend gesucht werden laut dem CEO "E-Mobilitäts-Enthusiasten", etwa Mechatroniker, Leistungselektroniker oder Software-Ingenieure. Insgesamt spüre man den Fachkräftemangel deutlich, "wir könnten da und dort schneller wachsen, wenn es den Fachkräftemangel nicht gäbe". Weltweit hatte die Miba zum Stichtag 31. Jänner diese Jahres 7.377 Beschäftigte (2017/18: 6.860) und verfügt über 26 Produktionsstandorte. Die Forschungsquote liegt bei 4,1 Prozent.
Rund 49 Prozent des Miba-Umsatzes kommen aus dem Automotive-Bereich, hier legte man um acht Prozent zu. Die übrigen Industriegüter - von Baumaschinen über den Eisenbahnbereich bis hin zu Kraftwerken - machten mit 51 Prozent etwas mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes aus und wuchsen im Vorjahr um 14 Prozent. Nach Regionen verteilt macht die Miba 63 Prozent ihres Geschäfts in Europa, 21 Prozent in Nord- und Südamerika sowie 16 Prozent in Asien.
Insgesamt wurde der Ausblick als stabil beschrieben, was man vor allem auf die breit gefächerte Produktpalette zurückführt. Dank dieser habe man auch die Autokrise nicht so stark gespürt wie die Konkurrenz. Als Ziel gibt Miba bereits seit Längerem die Umsatzmarke von 1 Mrd. Euro bis 2020 aus. Gewinnzahlen publiziert das Unternehmen seit seinem Rückzug von der Börse Ende 2015 nicht mehr, Hofer zeigte sich aber zufrieden.
Nach wie vor in der Luft hängt man in der Frage eines Gemeinschaftsunternehmens mit der deutschen Zollern: Nachdem das deutsche Bundeskartellamt im Jänner den geplanten Zusammenschluss untersagt hatte, haben die Unternehmen um eine Ministererlaubnis angesucht. Allerdings empfahl die Monopolkommission Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), die Erlaubnis nicht zu erteilen. Sollte seine Entscheidung tatsächlich negativ ausfallen, werde man eben alleine weitermachen, sagte Mitterbauer, es werde dann alles "etwas langsamer und zäher gehen". Er argumentiert, dass der Zusammenschluss im Gleitlagerbereich seiner Ansicht nach nicht nur für die betroffenen Unternehmen, sondern auch für den Wettbewerb zwischen Europa und Asien sinnvoll wäre.
(Schluss) ver/kre/chr