Bankenstresstest - RZB erwartet nur mäßiges Abschneiden
RZB-Chef Rothensteiner: "Arbeiten an Verbesserung der Kapitalquote" - RZB/RBI-Fusionspläne werden am 26. August veröffentlicht
RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner rechnet vor der für Freitag geplanten Veröffentlichung des diesjährigen Bankenstresstests nur mit einem mäßigen Abschneiden seines Institutes. "Die Ergebnisse können nicht sonderlich gut ausfallen", sagt Rothensteiner in einem "Kurier"-Interview (Mittwochausgabe). "Darum arbeiten wir an der Verbesserung der Kapitalquote", ergänzt der RZB-Chef.
Die Europäische Bankenaufsicht habe für den Stresstest die Daten von Ende 2015 verwendet. "Alle Maßnahmen, die wir heuer gemacht haben, sind nicht inkludiert", betont Rothensteiner.
Der Stärkung des Eigenkapitals - und somit der Kapitalquote - diene auch der jüngst beschlossene Verkauf eines Großteils des UNIQA-Aktienpaketes an die UNIQA-Privatstiftung. Der Teilverkauf erhöht wie berichtet die Kernkapitalquote der RZB um 0,6 Prozentpunkte.
Um das Eigenkapital weiter zu stärken, werde man auch die beiden über der RZB stehenden Holdings - die Raiffeisen-Landesbanken-Holding GmbH und die R-Landesbanken-Beteiligungs GmbH - auflösen. Dies sollte die Eigenkapitalquote der RZB ebenfalls leicht erhöhen.
Auch das Projekt "R2" - der mögliche Zusammenschluss der RZB mit der Raiffeisen Bank International (RBI) - stehe unter dem Blickwinkel Eigenkapital, wie auch der jüngste Verkauf des Hilton Hotels. Einen möglichen Zeitplan für die Fusion werde man am 26. August mit den Halbjahreszahlen der RZB veröffentlichen. Der Zusammenschluss könnte dann bis Ende März 2017 über die Bühne gehen.
"Alle Aktionen zusammen werden jedenfalls die Kapitalquote deutlich erhöhen", sagt Rothensteiner.
Auch weitere Fusionen auf Ebene der Landesbanken will der RZB-Chef nicht ausschließen. Man könne aber nicht auf drei Ebenen gleichzeitig arbeiten. "Es könnte sich später schon die Frage stellen: Gibt es Landesbanken, die sich anschließen wollen?", so Rothensteiner.
(Schluss) ggr/sp