Fusion RZB/RBI - Spitzeninstitut kommt leichter zu Kapital
Rothensteiner: Entsprächen mit Zusammenlegung Erwartungen der Aufsicht mehr als bisher
Der Chef der Raiffeisen Zentralbank (RZB), Walter Rothensteiner, hat am Mittwoch Vorteile der zur Zeit geprüften Fusion mit der Raiffeisen Bank International (RBI) hervorgehoben. Den Ausschlag gaben "späte Anpassungen an Basel III und die damit geänderte Sicht der Eigenmittelrechnung". Durch eine Zusammenlegung entspräche man den Erwartungen der Aufsicht weit mehr als bisher.
"Andererseits würden wir die Kapitalaufnahmefähigkeit unseres Spitzeninstituts deutlich verbessern", sagt Rothensteiner in einem interview in der "Raiffeisen Zeitung".
"Auch können wir damit stärker Synergien heben", wobei er denke, dass man hier bereits in den letzten Jahren schon viel herausgeholt habe, meinte der RZB-Chef.
Ob er damit keine Gefahr sieht, dass sich das nach einer Fusion an der Börse notierte Spitzeninstitut irgendwann einmal nicht mehr in österreichischem Besitz befindet? "Nein, wir sind schon jetzt die einzige große österreichische Bankengruppe und werden das auch bleiben", so Rothensteiner. "Allerdings ist dieser Status nicht gottgegeben. Wir müssen ihn uns immer wieder erarbeiten. Ich möchte, dass wir über unsere Zukunft auch weiterhin in Österreich entscheiden und nicht Entscheidungen ausführen müssen, die in einer ausländischen Konzernzentrale getroffen werden." Er sei davon überzeugt, "dass unsere Eigentümer das genauso sehen".
(Schluss) rf/ivn