Aufschwung der deutschen Wirtschaft verliert im April leicht an Fahrt
Aufschwung der deutschen Wirtschaft verliert im April leicht an Fahrt
Ergebnisse auf einen Blick: Flash Deutschland Composite Index Produktion bei 54.2 (Finalwert März 55.4), 2-Monatstief
Flash Deutschland Service Index Geschäftstätigkeit bei 54.4 (Finalwert März 55.4), 3-Monatstief
Flash Deutschland EMI™ Industrie bei 51.9, (Finalwert März 52.8) 2-Monatstief
Flash Deutschland Index Industrieproduktion(4) bei 53.9 (Finalwert März 55.5), 2-Monatstief
Der Frühjahrsaufschwung der deutschen Wirtschaft hat im April leicht an Dynamik verloren. Dies signalisiert der saisonbereinigte Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion, der gegenüber dem Acht-Monatshoch von März um 1.2 Punkte auf 54.2 sank. Dessen ungeachtet ist dies der zweithöchste Wert seit letztem September. Dass sich das Geschäftswachstum sowohl in der Industrie als auch im Servicesektor verlangsamte, war den Umfrageteilnehmern zufolge auf verringerte Auftragszuwächse und die gestiegenen Einkaufspreise zurückzuführen.
Das vierte Auftragsplus in Folge fiel nicht mehr ganz so hoch aus wie im März, der entsprechende Index notiert aktuell jedoch auf dem zweithöchsten Wert seit acht Monaten. Verstärkt hat sich den Befragten zufolge die Binnennachfrage, während der Exportorderzuwachs in der Industrie nur mager ausfiel. Der schwache Euro sei dem Auftragseingang zwar zugute gekommen, die nachlassende Nachfrage in einigen Schlüsselmärkten habe das Auftragswachstum jedoch gebremst, hieß es. Der Beschäftigungsaufbau setzte sich im April in moderatem Tempo fort, was den Befragten zufolge auch auf die insgesamt recht gute Auftragslage zurückzuführen war.
Leicht zunehmende Auftragsbestände in der Industrie bei gleichzeitig geringfügig abnehmenden Auftragspolstern im Servicesektor sorgte dafür, dass die Auftragsbestände in der deutschen Wirtschaft gegenüber März weitgehend unverändert blieben. Die durchschnittlichen Einkaufspreise legten mit derselben Rate zu wie im März. Preistreibend wirkte neben den höheren Lohnkosten auch der schwache Außenwert des Euro (der einige Einfuhren verteuerte). Folglich wurden die Verkaufspreise so stark angehoben wie zuletzt im Januar 2014.
Geringfügige Zuwächse vermeldete die Industrie bei Einkaufsmenge und Vormateriallagern. Die durchschnittlichen Lieferzeiten verlängerten sich indes mit der niedrigsten Rate seit über eineinhalb Jahren.
Aufgrund guter Nachfrageperspektiven und einem günstigen Marktumfeld blieben die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Servicesektor zwar positiv, der Optimismus ließ jedoch gegenüber den drei Vormonaten nach.
Oliver Kolodseike, Ökonom bei Markit und Autor der aktuellen Flash-PMIs, kommentiert:
„Unsere heutigen Vorabschätzungen deuten darauf hin, dass sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft auch zu Beginn des zweiten Quartals 2015 fortgesetzt hat. Zwar schwächten sich die Zuwachsraten bei Produktion und Auftragseingang leicht ab, der Jobaufbau ging jedoch in moderatem Tempo weiter.
Die Einkaufspreise legten abermals zu, da die niedrigeren Ölpreise durch die höheren Lohnkosten und den schwachen Euro, in dessen Folge sich einige wichtige Industrie-Rohstoffe verteuerten, überkompensiert wurden. Folglich hoben die Unternehmen ihre Verkaufspreise so stark an wie seit Januar 2014 nicht mehr.
Trotz des gelungenen Starts ins zweite Quartal bleibt abzuwarten, ob die niedrigeren Auftragszuwächse und die höheren Einkaufspreise eine weitere Wachstumsabschwächung nach sich ziehen oder ob die deutsche Wirtschaft in den nächsten Monaten wieder an Dynamik gewinnen wird.”