Allianz sieht Eurozone im Aufwind - Österreich auf Rang 4
"Euro Monitor" des Versicherungskonzerns: Hohe Arbeitslosigkeit in Europa geht langsam zurück - Österreich verlor im Ranking zwei Plätze
Der deutsche Versicherungskonzern Allianz sieht die Eurozone im wirtschaftlichen Aufwind. Gemäß der alljährlich veröffentlichten Allianz-Studie "Euro Monitor" hat sich die Lage in allen 18 Euro-Ländern 2014 im Vergleich zum Jahr davor verbessert. Österreich befindet sich im Länder-Ranking auf Platz 4, hinter dem Spitzenreiter Deutschland sowie Estland (2) und Lettland (3).
Die Schlusslichter im Euroraum sind Zypern (18), Griechenland (17) und Italien (16).
Im Vergleich zu 2013 rutschte Österreich im Ranking um zwei Plätze ab. Insgesamt zeige sich in allen 18 Euro-Länder ein Aufwärtstrend, in Österreich habe sich die Gesamtwertung aber am geringsten verbessert. "Österreich verliert zwar zwei Plätze gegenüber dem Vorjahr, kann sich im Vergleich zu den anderen Euroländern aber immer noch gut behaupten", kommentierte Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich, in einer Aussendung.
Die ökonomischen Ungleichgewichte in der Eurozone nehmen ab, die hohe Arbeitslosigkeit geht langsam zurück, so die Kernaussage der Studie. Untersucht werden makroökonomische Ungleichgewichte anhand von 15 Indikatoren. Bewertet werden u.a. die Solidität der Staatsfinanzen, Wettbewerbsfähigkeit und Inlandsnachfrage, Beschäftigung und Produktivität, private Verschuldung und Verbindlichkeiten von Unternehmen. Dabei bekommen Staaten in jedem der 15 Indikatoren einen Wert zwischen 1 und 10 zugewiesen - je höher der Wert, desto besser die Performance. Im Fokus stehe ein "solides, ausgewogenes Wachstum".
Alle 18 Euro-Ländern haben ihre Bewertung 2014 im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Dies zeigt, dass der Währungsraum ökonomisch stabiler geworden ist, so die Allianz. Neben erfolgreicher Reformbemühungen dürfte auch die Konjunkturerholung die positive Entwicklung bei Staatsdefizit, Lohnstückkosten, Binnennachfrage und Arbeitsproduktivität unterstützt haben. 2014 hatten - mit Ausnahme von Zypern und Italien - alle Euroländer Wirtschaftswachstum verzeichnet.
Österreich liegt bei der Arbeitsmarktlage - gemeinsam mit Deutschland - am besten Platz und punktet mit der niedrigsten Arbeitslosenquote des ganzen Währungsraums. Bei der Arbeitsproduktivität hingegen befindet sich Österreich mit Platz 14 deutlich unter dem Schnitt.
Vergleichsweise schwach schneidet die Alpenrepublik in der Kategorie "Solidität der Staatsfinanzen" ab (neunter Platz in der Währungsunion). Hier schlagen die Restrukturierungskosten für die Hypo Alpe Adria durch. Gut platziert wird Österreich im Bereich "Private Verschuldung und Auslandsvermögensposition", wo es hinter Belgien und Deutschland am dritten Rang liegt: Die Verschuldung des Privat- sowie des Finanzsektors nimmt ab, zugleich ist Österreich bei der Auslandsverschuldung im Jahr 2014 erstmals Nettogläubiger.
Bei der Wettbewerbsfähigkeit und Inlandsnachfrage sehen die Allianz-Ökonomen Österreich ex aequo mit dem Krisenland Griechenland sowie mit Estland am vierten Rang. Spitzenreiter ist hier Deutschland, als Schlusslicht wird Italien geführt.
(Schluss) gru/cri