Deutsche Wirtschaft wird im März von kräftigem Frühjahrsaufschwung erfasst
Deutsche Wirtschaft wird im März von kräftigem Frühjahrsaufschwung erfasst
Flash Deutschland Composite Index Produktion bei 55.3 (Finalwert Feb. 53.8), 8-Monatshoch
Flash Deutschland Service Index Geschäftstätigkeit bei 55.3 (Finalwert Feb. 54.7), 6-Monatshoch
Flash Deutschland EMI™ Industrie bei 52.4, (Finalwert Feb. 51.1) 8-Monatshoch
Flash Deutschland Index Industrieproduktion bei 55.4 (Finalwert Feb. 52.2), 11-Monatshoch
Die deutsche Wirtschaft verzeichnete im März eine kräftige Frühjahrsbelebung. Dies zeigt der saison-bereinigte Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion, der gegenüber Februar um 1.5 Punkte auf 55.3 stieg und damit ein Acht-Monatshoch erreichte. Beschleunigt hat sich im März nicht nur das Wachstum der Industrie-produktion, auch die Geschäfte im Servicesektor liefen deutlich besser als im Vormonat. Neben dem gestiegenen Auftragseingang kam den Firmen auch die höhere Investitionstätigkeit zugute. Der Composite-PMI notiert bereits seit 23 Monaten ununterbrochen über der neutralen Wachstums-marke von 50 Punkten.
Dank des günstigen Konjunkturumfelds und der anziehenden Nachfrage vom Inland und von den Exportmärkten verbuchten die Unternehmen insgesamt das höchste Auftragsplus seit neun Monaten. In der Industrie legten die Exportbestellungen so stark zu wie zuletzt vor acht Monaten, was die Befragten nicht zuletzt auf den schwachen Euro zurückführten.
Der bereits seit November 2013 anhaltende Beschäftigungsaufbau schwächte sich gegenüber Februar zwar leicht ab, er blieb aber weitgehend auf dem Durchschnittsniveau der zurückliegenden 16 Monate. Der Servicesektor vermeldete einen soliden Stellenaufbau, während die Beschäftigung in der Industrie nur minimal stieg.
Da die Auftragsbestände lediglich in der Industrie zunahmen und bei den Dienstleistern sanken, signalisierte der entsprechende Index insgesamt nur einen geringfügigen Zuwachs.
Nach dreimonatigem Rückgang stiegen die Einkaufspreise im März wieder so stark wie zuletzt im Juli 2014. Kostentreibend wirkten sich nicht nur die höheren Importpreise infolge des schwachen Euro, sondern auch die gestiegenen Lohnkosten aus, was laut Befragten teilweise auf die Einführung des Mindestlohns zurückzuführen war.
Die Verkaufspreise wurden indes zum zweiten Mal hintereinander moderat angehoben. In der Industrie fiel die Erhöhung etwas stärker aus als im Servicesektor.
Die Fertigwarenlager in der Industrie wurden im März so stark abgebaut wie seit über zwei Jahren nicht mehr, und auch die Bestände an Vormaterialien nahmen trotz der ersten Ausweitung der Einkaufsmenge seit fünf Monaten ab. Infolge der optimistischen Konjunkturprognosen, verstärkter Auftragszuwächse und höherer Investitionen fielen die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Servicesektor noch positiver aus als im Vormonat.
Oliver Kolodseike, der als Ökonom bei Markit auch den Bericht zum Markit EMI™ Deutschland verfasst hat, kommentiert:
“Unsere heutigen Vorabschätzungen zeigen ein erfreuliches Bild der deutschen Wirtschaft. So legten Produktion und Auftragseingang mit den höchsten Zuwachsraten seit dem Sommer 2014 zu, was laut Befragten nicht zuletzt auf das verbesserte konjunkturelle Umfeld und die anziehende Binnen-und Exportnachfrage zurückzuführen war.
Trotz der niedrigen Ölpreise stiegen die Einkaufspreise erstmals seit letztem November wieder, und zwar mit der höchsten Rate seit acht Monaten. Dies war in erster Linie auf den schwachen Euro (der die Einfuhren verteuert) und die höheren Lohnkosten zurückzuführen. Allem Anschein nach ist die deutsche Wirtschaft wieder auf der Überholspur, und unsere Umfragedaten lassen ein weiteres Quartal soliden BIP-Wachstums erwarten.“