Deutschland: Stärkster Wachstumsschub im Februar seit fünf Monaten

Deutschland: Stärkster Wachstumsschub im Februar seit fünf Monaten



Die Geschäftstätigkeit im deutschen Dienstleistungssektor beschleunigte sich im Februar erneut dank abermaliger Neuauftragszuwächse. Auch der Beschäftigungsaufbau setzte sich zügig fort. Zudem hoben die Unternehmen angesichts einer gestiegenen Kosteninflation ihre Angebotspreise an. Ihre Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist schätzen sie weiterhin überaus positiv ein.

Der saisonbereinigte Service-Index Geschäftstätigkeit kletterte binnen Monatsfrist von 54.0 auf 54.7 Punkte. Damit markierte er den 21. Geschäftszuwachs in Folge, der zugleich höher ausfiel als in den vier Vormonaten. Die Vorabschätzung hatte indes bei 55.5 Punkten gelegen. Begünstigt wurde die aktuelle Entwicklung vor allem durch das erstarkende Marktumfeld und eine zunehmende Nachfrage.

Auch der finale Composite Index Produktion, welcher die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor in einem Wert vereint, wies eine Wachstumsbeschleunigung aus. Dank vermehrter Auftragseingänge kletterte er von 53.5 Punkten im Januar auf aktuell 53.8 und entsprach damit dem höchsten Stand seit Oktober letzten Jahres.

Bei den Neuaufträgen erreichte die Zuwachsrate ein 4-Monatshoch und schloss über ihrem Langzeitdurchschnitt. Einige der Befragten führten den Anstieg auf eine erfolgreiche Kundenakquise und erhöhte Investitionen zurück.

Angesichts des wachsenden Arbeitsbedarfs nahmen die Dienstleister saldiert neue Mitarbeiter unter Vertrag. Damit setzte sich der Stellenaufbau den 16. Monat in Folge fort, zugleich erreichte die Einstellungsrate zum zweiten Mal den höchsten Stand seit Dezember 2011.

Einige der befragten Dienstleistungsunternehmen berichteten von einem steigenden Druck auf ihre Kapazitäten. Ihre Auftragsbestände nahmen erstmals seit November 2013 insgesamt wieder marginal zu. Ausschlaggebend hierfür war in erster Linie die fortgesetzte Nachfragebelebung.

Die jüngsten Umfragedaten wiesen auch auf einen anhaltenden Kostendruck im Dienstleistungssektor hin. Die entsprechende Inflationsrate kletterte im Februar auf ein 4-Monatshoch. Insbesondere höhere Ausgaben für Löhne und Gehälter hatten zu dem Kostenanstieg beigetragen.

Angesichts der erhöhten Kostenbelastung hoben die Dienstleister ihre Angebotspreise an. Im aktuellen Befragungszeitraum wurde diesbezüglich die stärkste Erhöhung seit letztem Juni gemessen. Die Einschätzungen der Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten fielen erneut sehr zuversichtlich aus. Der ermittelte Prognosewert hielt sich deutlich über seinem Langzeitdurchschnitt. Besonders die anziehende Binnennachfrage und die Verbesserung des Wirtschaftsklimas sorgten unter den Umfrageteilnehmern für Optimismus.

Oliver Kolodseike, Ökonom bei Markitkom-mentiert die finalen Markit-Indizes:

„Die Umfragedaten für Februar signalisieren eine weitere Zunahme der Geschäftstätigkeit im deutschen Dienstleistungssektor. Der entsprechende PMI erreichte ein 5-Monatshoch. Außerdem meldeten die Dienstleister einen Anstieg bei den Neuaufträgen in Verbindung mit vermehrten Investitionen und einem erstarkenden Marktumfeld. Zugleich deuteten wachsende Auftragsbestände auf eine erhöhte Auslastung der Unternehmen hin, welche auch für weitere Neueinstellungen sorgte.

Ein Blick auf die Composite-Daten lässt erkennen, dass der Industrie- und Dienstleistungssektor jeweils eine eigene Dynamik aufweisen, wobei die Dienstleister die Hersteller derzeit übertrumpfen. Ferner ist davon auszugehen, dass dieses Quartal insgesamt ein solides BIP-Wachstum zeitigen wird.“