Hypo-Bad-Bank-Zahlungsstopp - FMA-Vorstand: "Nur schlechte Lösungen"

Mit aktueller behördlicher Abwicklung wurde vermieden, dass Haftungen schlagend werden - Am Ende des Tages Konkurs ein Thema

Die Bad Bank "Heta" als Nachfolgegesellschaft der Hypo Alpe Adria hat am Sonntagabend auf Anordnung der Finanzmarktaufsicht (FMA) die Schuldenzahlungen vorerst auf ein Jahr eingestellt. Der Staat wird Finanzlöcher nicht mehr stopfen. Obwohl auch die Aufsicht Überschuldung und drohende Zahlungsunfähigkeit bescheinigt, ist es jetzt kein Konkurs.

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Wäre die Heta in Konkurs gegangen, wären sofort alle Haftungen schlagend geworden, insbesondere des Landes Kärnten, sagte FMA-Vorstand Klaus Kumpfmüller im ORF-Radio. So wie es jetzt sei, blieben die Haftungen aufrecht. Ein Konkurs der Heta hätte, wie das Verkaufsvertragswerk besagt, zudem den Verkauf der Hypo-Balkanbanken an den US-Fonds Advent platzen lassen.

In dem Zusammenhang gebe es nur schlechte Lösungen, räumte Kumpfmüller ein. Unter den schwierigen Bedingungen sei die jetzige noch die am wenigsten schlechte. Die FMA begründet das verhängte einjährige Moratorium mit der Gläubigergleichbehandlung. Es hatte sich abgezeichnet, dass die Heta spätestens 2016 kein Geld mehr haben würde, Schulden zurückzuzahlen. Deshalb wurde die Tilgung schon für Fälligkeiten jetzt im März vorerst für ein Jahr ausgesetzt.

In diesem Jahr des Moratoriums wird die FMA als neue Abwicklungsbehörde einen Abwicklungsplan für die Hypo-Bad-Bank erstellen. Die Finanzlöcher der Heta sollen dann nicht mehr das Problem der Steuerzahler sein, vielmehr kämen die Instrumente der Gläubigerbeteiligung (Schuldenschnitt) nach dem neuen Bankensanierungs- und Abwicklungsgesetz zur Anwendung. Wenn kein volkswirtschaftliches Interesse mehr gegeben sei, sei in der Folge auch ein Konkurs möglich, sagt Kumpfmüller.

Wirtschaftsprüfer haben bei der Heta ein drohendes Finanzloch von bis zu 7,6 Mrd. Euro festgestellt, nachdem die Assets neu bewertet wurden und Abschreibungen einige Milliarden höher ausfallen werden als bisher gedacht. Auch die FMA sei sehr überrascht gewesen über diese Dimension, sagte Kumpfmüller. Die neuen Verluste der Abbaugesellschaft hängen unter anderem mit der schlechten Wirtschaftslage auf dem Balkan zusammen.

(Schluss) rf/tsk