Eurozone Composite PMI erreicht im Januar 7-Monatshoch; stärkster Jobaufbau seit 2011

Eurozone Composite PMI erreicht im Januar 7-Monatshoch; stärkster Jobaufbau seit 2011


Die Ergebnisse im Überblick:

 Flash Eurozone Composite Index Produktion bei 53.5 (Finalwert Jan. 52.6); 7-Monatshoch
 Flash Eurozone Service-Index Geschäftstätigkeit bei 53.9 (Finalwert Jan. 52.7); 7-Monatshoch
 Flash Eurozone EMI™ Industrie bei 51.1 (Finalwert Jan. 51.0); 7-Monatshoch
 Flash Eurozone Index Industrieproduktion bei 52.2 (Finalwert Jan. 52.1); 7-Monatshoch

it aktuell 53.5 Punkten nach 52.6 im Januar signalisiert der Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion, dass die Eurozone im Februar das stärkste Wachstum seit sieben Monaten verzeichnet hat. Die Vorabschätzung wird eine Woche vor Veröffentlichung der finalen Daten auf Basis von rund 85% der regulären Umfragerückmeldungen errechnet.

Nach dem annähernden Stillstand letzten November hat sich das Wirtschaftswachstum wegen der anziehenden Nachfrage nun bereits zum dritten Mal hintereinander beschleunigt, diesmal in erster Linie aufgrund des stärksten Auftragsschwungs seit sieben Monaten.

Dass die Auftragsbestände erstmals seit April letzten Jahres und so stark gestiegen sind wie zuletzt im Mai 2011, zeigt, dass auch verbreitet wieder Kapazitätsengpässe auftraten. Folglich kam es in der Eurozone zum kräftigsten Jobaufbau seit August 2011.

Nicht nur die Industrieproduktion, auch die Geschäfte im Servicesektor zogen im Februar so stark an wie zuletzt vor sieben Monaten, wobei die Dienstleister erneut die Nase vorn hatten.

Dies galt auch für den Auftragseingang, wo es im Industriesektor nur zu einem minimalen Zuwachs kam (wenngleich der entsprechende Industrie-Auftragsindex ein 7-Monatshoch erreichte). Und auch die Zukunftsindikatoren versprechen Gutes für März. So kletterten die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Servicesektor auf den höchsten Wert seit Mai 2011, während die Quote Auftragseingang/ Fertigwarenlager in der Industrie ein 7-Monatshoch erreichte. Letzteres deutet darauf hin, dass die Industrieunternehmen ihre Produktion zur Einhaltung der Lieferfristen hochfahren werden.

Die Verbilligung von Öl sorgte dafür, dass die Einkaufspreise insgesamt den zweiten Monat in Folge sanken, im Vergleich zu Januar jedoch nur noch leicht. Während die Kosten im Servicesektor wegen der höheren Löhne und Gehälter moderat zulegten, gingen die Kosten in der Industrie mit abgeschwächter Rate zurück.

Nach der stärksten Reduzierung der Verkaufs-preise seit knapp fünf Jahren im Januar schwächte sich der Rückgang im Februar zwar ab, insgesamt sinken die Verkaufspreise nun jedoch seit nahezu drei Jahren ohne Unterbrechung.

Nach Ländern betrachtet, hat sich der Aufschwung in Deutschland weiter beschleunigt, während Frankreich das stärkste Wirtschaftswachstum seit August 2011 vermeldete. In den übrigen von der Umfrage erfassten Ländern schwächte sich das Wachstum hingegen im Durchschnitt ab.

In Deutschland legte die Wirtschaftsleistung –hauptsächlich wegen des verbesserten Geschäftsverlaufs im Servicesektor – den dritten Monat in Folge zu. Die Industrieproduktion wurde hingegen mit leicht abgeschwächter Rate gesteigert. Während die Dienstleister im Februar so viele neue Stellen schufen wie zuletzt im Dezember 2011, blieb die Beschäftigung in der Industrie weitgehend konstant.

In Frankreich fiel das erste Wachstum seit April 2014 so stark aus wie seit August 2011 nicht mehr. Doch während der Servicesektor rasant expandierte, beschleunigte sich die Talfahrt der Industrie weiter. Der erste Jobaufbau seit Oktober 2013 fiel nicht nur äußerst schwach aus, er war auch auf den Servicesektor beschränkt.

Anzumerken ist, dass die Verkaufspreise in Frankreich so stark reduziert wurden wie zuletzt im Oktober 2009, während sie in Deutschland angehoben wurden.

Die Länder außerhalb Deutschlands und Frankreichs expandierten zwar weiter kräftig, der entsprechende (durchschnittliche) Composite PMI gab gegenüber dem Sechs-Monatshoch von Januar jedoch nach. Der Jobaufbau blieb jedoch zum wiederholten Mal auf dem höchsten Niveau seit Ausbruch der Finanzkrise.

Chris Williamson, Chief Economist bei Markit, kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-EMI:

“Der aktuelle Composite-PMI zeigt, dass die Eurozone auf dem Weg der Besserung ist. Ungeachtet der anhaltenden Schuldenkrise in Griechenland hat der Aufschwung an Fahrt gewonnen und dürfte sich in den nächsten Monaten weiter beschleunigen. Unseren Berechnungen zufolge könnte die Eurozone im ersten Quartal 2015 um 0.3% wachsen, vorausgesetzt, der März enttäuscht nicht.

Noch erfreulicher ist der verstärkte Jobaufbau im Februar. Die gestiegene Zuversicht der Unternehmen hinsichtlich der weiteren Konjunktur-entwicklung und die erwartete Nachfragebelegung veranlassten die Firmen, so viele neue Stellen zu schaffen wie seit 2011 nicht mehr.

Und dank der für März angekündigten quantitativen Lockerung der EZB fällt das Geschäftsklima derzeit so optimistisch aus wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr.

Allerdings fällt das Wachstum doch recht einseitig aus und hängt stark vom Servicesektor ab, wo die niedrigeren Kosten vor allem die Geschäfte im Konsumbereich ankurbeln. Die Schwäche des Industriesektors bleibt hingegen ein ernstes Problem.

Die entscheidende Nachricht ist in diesem Monat, dass Frankreich die Stagnation hinter sich gelassen hat. So vermeldete die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone das stärkste Wirtschaftswachstum seit Mitte 2011. Der Weckruf für die französischen Konsumenten waren offensichtlich die niedrigeren Preise.”