Verbund startet Inbetriebnahme von Kraftwerk Reißeck II

Kommerzielle Nutzung ab dem Sommer - Kraftwerksgruppe im Kärntner Mölltal mit über 1.400 Megawatt Turbinenleistung - 385 Mio. Euro investiert

Der Verbund beginnt in der kommenden Woche mit der schrittweisen Inbetriebnahme des Pumpspeicherkraftwerks Reißeck II im Kärntner Mölltal. Die Phase dauert einige Wochen, kommerziell genutzt wird das Kraftwerk ab dem Sommer. Investiert wurden 385 Mio. Euro. Investitionspartner sind die Kelag mit 45 und die oberösterreichische Energie AG mit zehn Prozent, so Verbund-Sprecher Robert Zechner zur APA.

64,55 EUR +2,30%
Hoch 65,10 Tief 62,90 Vortag 63,10

2010 war der Spatenstich für das Kraftwerk, mit dem die bisher hydraulisch getrennten Kraftwerkssysteme Reißeck und Malta verbunden wurden. Die damit entstandene Kraftwerksgruppe hat über 1.400 Megawatt (MW) Turbinenleistung. Allein Reißeck II könne "auf Knopfdruck" so viel Strom erzeugen wie 200 Windkraftanlagen, hieß es in einer Aussendung am Freitag.

In der ersten Bauphase wurde die Maschinen- und Trafokaverne im Inneren des Berges ausgebrochen. Bis zu 200 Tonnen schwere Kraftwerkskomponenten, Turbinen und Trafos, wurden angeliefert, auf den Berg geschafft und montiert. "Jetzt ist alles fertig", sagte Zechner. Während der nun startenden Abschlussphase, der "nassen Inbetriebsetzung", werden sämtliche Kraftwerkskomponenten erprobt und justiert. Die Betonhaut des 2,7 Kilometer langen Triebwasserstollens zum Großen Mühldorfer See wird während dieser Zeit noch abgedichtet.

Länger als geplant wird die zum Stollen parallel verlaufende alte Druckrohrleitung in Betrieb gehalten. Deshalb bleibt der Tourismusbetrieb am Reißeck heuer auf die Bergstation Schoberboden beschränkt. Eine geplante Busverbindung von dort zum Seenplateau wird es in diesem Jahr nicht geben, weil dafür erst der Tunnel, durch den die alte Druckrohrleitung verläuft, erweitert werden muss.

(Schluss) ton/feh/itz