Wirtschaftsdaten und Sanktionen

Wirtschaftsdaten und Sanktionen



Die Euro-Wirtschaft gewinnt im Juli an Schwung. Der Markit-Einkaufsmanagerindex stieg um 1,2 Punkte auf 54,0 Zähler. Volkswirte hatten dagegen mit keiner Veränderung gerechnet. In der Industrie stieg das Konjunkturbarometer zwar nur leicht an, bei den Dienstleistern verbesserte es sich jedoch kräftig. Die Eurozone hat sich im Juli berappelt und dürfte mit einer der höchsten Wachstumsraten der letzten drei Jahre aufwarten. Die US-Neubauverkäufe sind im Juni überraschend zurückgegangen. Wie das US-Handelsministerium am Donnerstag mitteilte, sank die Zahl der verkauften Neubauten im Monatsvergleich annualisiert auf 406.000. Analysten hatten im Konsens mit einem deutlich höheren Wert von 485.000 gerechnet. Bei rund zehn Prozent der Verkäufe am US-Häusermarkt handelt es sich um Neubauten. Den weitaus größeren Teil machen Bestandsimmobilien mit rund 90% aus.

Details der sogenannten dritten Stufe der Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland sickerten gestern an die Medien durch. Sie gehen deutlich weiter, als bisher erwartet worden war. Die Vorschläge reichen von einem effektiven Emissionsverbot russischer Banken an den Kapitalmärkten zu einer Exportsperre von Technologiegütern für den russischen Energiesektor. Der wichtigste Schritt betrifft ein Verbot der Emission von Fremdkapitalinstrumenten an Europäischen Börsen, was im Endeffekt die Finanzierungskosten der russischen Banken erhöhen würde. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sich dieser Vorschlag durchsetzt, da er einstimmig von allen Mitgliedern angenommen werden müsste. Er illustriert jedoch, wie ernst die EU das Problem jetzt nimmt.

Am letzten Tag der Woche steht mit dem ifo-Geschäftsklimaindex die wohl wichtigste deutsche Stimmungsumfrage des Industriesektors zur Veröffentlichung an. Unsicherheiten in Bezug auf die Krisenherde (Nahost, Ukraine, Irak) und die schwächere ZEW-Umfrage sprechen für den dritten Rückgang in Folge. Jedoch dürfte der ifo-Index auf einem vergleichsweise hohen Niveau bleiben, sodass Konjunktursorgen unbegründet sind. In den USA steht mit den Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter eine wichtige Datenveröffentlichung im Kalender.

Die Ölpreise haben sich am Freitag wenig verändert. Am Morgen kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September 107,17 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI liegt bei 102,01 Dollar.