Wirtschaftswachstum verliert in Deutschland im Juni leicht an Dynamik
Wirtschaftswachstum verliert in Deutschland im Juni leicht an Dynamik
- Flash Deutschland Composite Index Produktion bei 54.2 (Mai 55.6), 8-Monatstief
- Flash Deutschland Service Index Geschäftstätigkeit bei 54.8 (Mai 56.0), 2-Monatstief
- Flash Deutschland EMI™ Industrie bei 52.4 (Mai 52.3), 2-Monatshoch
- Flash Deutschland Index Industrieproduktion bei 52.9 (Mai 54.7), 9-Monatstief
Obwohl der Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion binnen Monatsfrist um 1.4 Punkte auf 54.2 sank, signalisiert er auch im Juni kräftiges Wachstum und notiert erneut über seinem Langzeit-Durchschnittswert. Wachstumsimpulse gingen im Berichtsmonat vom Auftragseingang, optimierten Marketingstrategien und vom guten gesamtwirtschaftlichen Umfeld aus.
Jedoch hat sich das Produktionswachstum in der Industrie etwas abgeschwächt, und auch der Anstieg der Geschäftstätigkeit im Servicesektor ist abgeflacht. Unterm Strich schnitten die Dienstleister im Juni aber besser ab.
Das 12. Auftragsplus in Folge blieb in etwa auf dem Niveau des Vormonats. Beide Sektoren profitierten von der kräftigen Nachfrage und dem guten Konjunkturverlauf.
Die Industrieunternehmen verbuchten zum 11. Mal hintereinander Zuwächse bei den Auslandsbestellungen. Angezogen hat die Nachfrage nach Industrieerzeugnissen „Made in Germany“ den Befragten zufolge in Europa, im Nahen Osten und in Asien.
Der Jobaufbau konzentrierte sich im Juni auf den Servicesektor, in der Industrie blieb die Beschäftigung hingegen weitgehend konstant. Die Auftragsbestände nahmen im Berichtsmonat zum zweiten Mal hintereinander geringfügig ab.
Der Anstieg der Einkaufspreise beschleunigte sich und erreichte ein vorläufiges Jahreshoch. Im Servicesektor stieg der Kostendruck vor allem wegen der höheren Lohnkosten. In der Industrie sanken die durchschnittlichen Einkaufspreise hingegen ein weiteres Mal, hauptsächlich wegen Preissenkungen auf Seiten der Lieferanten. Die Verkaufspreise wurden in beiden Sektoren nur leicht angehoben.
Infolge der guten Auftragsentwicklung wurde die Einkaufsmenge in der Industrie abermals ausgeweitet, weshalb die Bestände an Vormaterialien erstmals seit vier Monaten wieder zulegten.
Im Servicesektor erreichten die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Juni ein Drei- Monatshoch. Beflügelt wurde der Optimismus durch die Expansionspläne der Unternehmen, die robuste Nachfrage, Produktentwicklungen und den positiven Konjunkturverlauf.
Pollyanna De Lima, die als Ökonomin bei Markit auch den Bericht zum Markit Flash EMI™ Deutschland verfasst hat, kommentiert:
„Wie bereits seit Jahresbeginn setzte die deutsche Wirtschaft ihr kräftiges Wachstum auch in Juni fort. Der Auftragseingang blieb hoch, was sich auch im anhaltenden Beschäftigungsaufbau widerspiegelte.
Überdies glänzten sowohl die Industrie als auch der Servicesektor mit hohen Wachstumsraten, was auf einen breiten Aufschwung hindeutet. Und die Industriebetriebe profitierten erneut von der starken Exportnachfrage innerhalb Europas.
Laut Umfragedaten herrschte auch im Juni ein gewisser Inflationsdruck. Während sich der Anstieg der Einkaufspreise auf ein vorläufiges Jahreshoch beschleunigte, blieb die Zunahme der Verkaufspreise allerdings moderat.“