Steigende Zuversicht im Euro-Raum trotz Deflation in einigen Ländern

Steigende Zuversicht im Euro-Raum trotz Deflation in einigen Ländern



In den USA stagnierte die Wirtschaftsleistung im I. Quartal 2014, in Großbritannien hielt der Aufschwung an, in Spanien gewann die Konjunktur an Schwung. Der Anhebung des Mehrwertsteuersatzes in Japan gingen umfangreiche Vorziehkäufe voraus. Chinas Währung wertete merklich ab, aus Russland und der Ukraine wurde verstärkt Kapital abgezogen. Im März verzeichneten fünf Euro-Länder einen Rückgang des Verbraucherpreisindex, in Österreich wirkten Steuererhöhungen preistreibend. Die Produktionserwartungen für die kommenden Monate gaben leicht nach, die Reform der Normverbrauchsabgabe löste Vorziehkäufe an Pkw aus. Der Wintertourismus verlief bisher schwach. Konjunkturbedingt stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im April weiter und erreichte einen Höchstwert von 8,3%.

In den USA brachen die Investitionen und die Exporte im I. Quartal 2014 ein, der private Konsum wuchs aber anhaltend robust, sodass das reale BIP insgesamt stagnierte. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im April spürbar auf 6,3%. Japan verzeichnete im I. Quartal ein erhebliches Handelsbilanzdefizit. Der Mehrwertsteuererhöhung von 5% auf 8% mit 1. April gingen im März umfangreiche Vorziehkäufe an langlebigen Konsumgütern voraus.

In China wertete die Währung heuer erstmals seit der Dollaranbindung 1994 spürbar ab. Ob dies Ausdruck einer Zunahme des Investorenmisstrauens angesichts einsetzender Zahlungsausfälle ist oder auf Devisenmarktinterventionen der Zentralbank zurückgeht, um die Marktstimmung im Vorfeld der Lockerung des Fixkursregimes im März zu beeinflussen, ist ungewiss. Mit der massiven Zinssatzanhebung der türkischen Zentralbank Ende Jänner und der Verlagerung der Aufmerksamkeit der Finanzmarktakteure auf den Krisenherd in Osteuropa nahm die Kapitalflucht aus asiatischen Schwellenländern vorläufig ab. Zuletzt wurde vor allem aus Russland und der Ukraine Kapital abgezogen.

In der EU erreichen viele Stimmungsindikatoren ihre bislang höchsten Werte seit der Wirtschaftskrise, in Spanien gewann die Konjunktur im I. Quartal an Schwung, und in Großbritannien hielt der Aufschwung an. Der milde Winter stimulierte die Bauwirtschaft. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld kann sich Portugal nach Auslaufen des Hilfsprogramms zu günstigen Konditionen an den Kapitalmärkten refinanzieren.

Allerdings häuften sich deflationäre Tendenzen im Euro-Raum; sie hängen eng mit der teils hohen Unterauslastung zusammen. Im März lagen die Preise in fünf Euro-Ländern unter dem Vorjahresniveau. Österreich ist davon nicht betroffen. Neben der höheren Kapazitätsauslastung trugen hier auch verschiedene Steuererhöhungen zum Preisauftrieb bei.

Laut WIFO-Konjunkturtest entwickelte sich die Einschätzung der aktuellen Lage stabil, die Erwartungen für die kommenden Monate trübten sich aber ein, insbesondere in der konjunktursensiblen Sachgütererzeugung. Das Konsumentenvertrauen blieb zuletzt verhalten. Die Reform der Normverbrauchsabgabe hatte Vorziehkäufe an Pkw zur Folge. Das sehr milde Wetter und der späte Ostertermin belasteten den Wintertourismus. Im April ließen die Unterauslastung der Kapazitäten und die rasche Ausweitung des Arbeitskräfteangebotes die saisonbereinigte Arbeitslosenquote auf einen neuen Höchstwert von 8,3% steigen.