Stärkstes Wachstum der Eurozone seit knapp drei Jahren sorgt im April erstmals wieder für Jobaufbau
Stärkstes Wachstum der Eurozone seit knapp drei Jahren sorgt im April erstmals wieder für Jobaufbau
- Flash Eurozone Composite Index Produktion bei 54.0 (Mär. 53.1); 35-Monatshoch
- Flash Eurozone Service-Index Geschäftstätigkeit bei 53.1 (Mär. 52.2); 34-Monatshoch
- Flash Eurozone EMI™ Industrie bei 53.3 (Mär. 53.0); 3-Monatshoch
- Flash Eurozone Index Industrieproduktion bei 56.5 (Mär. 55.6); 3-Monatshoch
Dank des stärksten Wachstums der Eurozone seit knapp drei Jahren kam es erstmals wieder zu einem Jobaufbau. Der Markit Flash Eurozone Composite Index Produktion legte binnen Monatsfrist um 0.9 Punkte auf 54.0 zu und erreichte damit den höchsten Wert seit Mai 2011. Die Vorabschätzung basiert auf 85% der monatlichen Umfragerückmeldungen.
Seit letztem Juli und damit den zehnten Monat in Folge verzeichnet die Eurozone nun bereits Wachstum. Angesichts des stärksten Zuwachses beim Auftragseingang seit Mai 2011 und dem zweiten leichten Anstieg der Auftragsbestände in Folge dürfte sich der Aufschwung auch im Mai fortsetzen.
Die Industrie blieb im April Wachstumstreiber Nummer eins, doch auch im Servicesektor liefen die Geschäfte besser als im Vormonat. So wurde die Industrieproduktion zum 10. Mal hintereinander und mit der zweithöchsten Rate seit genau drei Jahren ausgeweitet. Der Auftragszuwachs blieb hier trotz der 3. Abschwächung in Folge robust, wozu auch die leicht anziehende Exportnachfrage beitrug. Im Servicesektor fielen das 9. Geschäftswachstum in Folge und der aktuelle Auftragseingang so stark aus wie zuletzt im Juni 2011.
Dank moderat steigender Auftragsbestände kam es hier zum stärksten Jobaufbau seit September 2011. Allerdings fiel der Beschäftigungszuwachs in beiden Sektoren jeweils nur moderat aus, da die Firmen weiter kostenbewusst agierten und bemüht waren, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Die Einkaufspreise legten mit der niedrigsten Rate seit Juni letzten Jahres zu. In der Industrie purzelten die Rohstoffpreise zum dritten Mal hintereinander und so stark wie zuletzt im Juli 2013, im Servicesektor stiegen die Einkaufspreise mit der niedrigsten Rate seit Februar 2010.
Die Verkaufspreise wurden den 25. Monat in Folge und insgesamt so deutlich reduziert wie zuletzt im August 2013, da insbesondere die Dienstleister bestrebt waren, Neugeschäft an Land ziehen. In der Industrie fiel der Rückgang der Verkaufspreise moderater aus als bei den Dienstleistern.
Deutschland blieb im April die Wachstumslokomotive. Hier erreichte die Wirtschaftsleistung dank florierender Geschäfte in beiden Sektoren den zweitstärksten Zuwachs seit Mitte 2011. Überdies sorgte das höhere Auftragsplus für einen beschleunigten Jobaufbau.
Frankreich vermeldete den zweiten Monat in Folge Wachstum, wenngleich die Rate hier wieder etwas niedriger ausfiel als zum 31-Monatshoch im März und insgesamt nur ein leichtes Plus signalisierte. Die Geschäfte der Dienstleister legten geringfügig zu, während sich die Steigerungsrate der Industrieproduktion abschwächte. Der Auftragseingang stagnierte, nachdem er im März noch einen Zuwachs ausgewiesen hatte, weshalb die französischen Unternehmen den Jobabbau fortsetzten.
Außerhalb Deutschlands und Frankreichs legte die Wirtschaftskraft im Durchschnitt so kräftig zu wie seit Februar 2011 nicht mehr, mit beschleunigten Zuwachsraten sowohl in der Industrie als auch im Servicesektor. Erstmals seit Mai 2011 kam es in den Peripherieländern sogar zu einem moderaten Stellenaufbau.
Chris Williamson, Chief Economist bei Markit, kommentiert den aktuellen Eurozone Flash-EMI:
“Die Eurozone ist gut ins zweite Quartal 2014 gestartet. Dank des beschleunigten Aufschwungs expandierte die Währungsregion im April sogar mit der höchsten Wachstumsrate seit knapp drei Jahren. Unseren Berechnungen zufolge dürfte das BIP in Q2 um 0.5% zulegen, nachdem es im ersten Quartal bereits um 0.4% gewachsen war.
Deutschland lieferte abermals die stärksten Wachstumsimpulse, hier dürfte die Wirtschaftsleistung um 0.7% auf Quartalsbasis steigen, während es in Frankreich lediglich zu einer Stabilisierung reicht. Die beste Nachricht kommt jedoch aus den übrigen von der Umfrage erfassten Ländern, wo die höchste Wachstumsrate seit Anfang 2011 darauf hindeutet, dass der Aufschwung auch in den Peripherieländern zusehends an Fahrt gewinnt.“
“Ausgesprochen ermutigend ist auch der neuerliche Beschäftigungsaufbau in der Eurozone, zeigt dies doch, dass die Unternehmen davon ausgehen, dass der Aufschwung tatsächlich Fuß gefasst hat und sich weiter festigen könnte.
Die größte Sorge geht momentan von der Preisentwicklung aus. Angesichts des stärksten Rückgangs der Verkaufspreise seit August letzten Jahres inmitten eines kräftigen Wirtschaftsaufschwungs dürften die Befürchtungen einer sich verstärkenden Deflation weiter zunehmen. Wortmeldungen der EZB allein werden wohl nicht die passende Antwort sein auf den gegenwärtigen Anstieg des Außenwerts des Euro.“