Hypo Alpe-Adria-Bank Italien: Bereits 90 Prozent des Zinsschadens an betroffene Kunden zurückgezahlt
Hypo Alpe-Adria-Bank Italien: Bereits 90 Prozent des Zinsschadens an betroffene Kunden zurückgezahlt
Verwaltungsrat hat betrügerische Manipulationen aufgedeckt, die bis in das Jahr 2003 zurück reichen
Die Entschädigung der Kunden der Hypo Alpe-Adria-Bank S.p.A. (HBI) nach den im Vorjahr vom Verwaltungsrat aufgedeckten Zinsmanipulationen bei indexierten Leasingverträgen ist weit fortgeschritten. Wie die österreichische Muttergesellschaft Hypo Alpe-Adria-Bank International AG (HBInt) heute bekanntgab, hat ihre italienische Tochterbank bereits EUR 93 Millionen an geschädigte Kunden zurückbezahlt.
Manipulation seit mindestens 2003 verschleiert
Ein Jahr nachdem der Verwaltungsrat unter Johannes Proksch und Rainer Sichert die mutmaßlich vom ehemaligen italienischen CEO veranlassten, lang zurückreichenden Manipulationen aufgedeckt und unverzüglich entsprechende Schritte gegen die involvierten Personen und zur Entschädigung der Kunden eingeleitet hat, sind rund 90 Prozent der mutmaßlichen Schadenssumme inklusive gesetzlicher Zinsen aus den falsch berechneten Leasinggeschäften zurückerstattet worden.
Die von den Organen der Bank veranlassten Schritte zur Aufarbeitung zogen bislang mehrere personelle Konsequenzen nach sich, darunter das umgehende Ausscheiden des ehemaligen CEO im März 2013 sowie Entlassungen von führenden Mitarbeitern. Die mit Hilfe von externen Experten durchgeführte interne Überprüfung ergab mehrere mutmaßliche Formen der Manipulation durch einen engen Personenkreis. Die inkriminierte Praxis falsch berechneter Leasingraten an Firmenkunden konnte dabei zumindest bis 2003 zurückverfolgt werden.
Manipulationen aus den Reportings der HBI von außen nicht erkennbar
In ihren Berichten kommen die unabhängigen Experten zu der Erkenntnis, dass "die Manipulationen für den Verwaltungsrat und die Aufsichtsorgane aus dem Reporting der HBI nicht erkennbar waren" und "Kundenbeschwerden sowie die Auswirkung auf die Ertragslage von den zuständigen Personen der HBI aktiv verschleiert wurden."
Die aktive und vollständige Aufklärung der Vorgänge bleibt oberstes Anliegen der Organe der HBI sowie der Mutterholding HBInt. Für eine lückenlose Aufklärung wurde daher nach dem Vorliegen der nunmehrigen Ergebnisse eine Folgeuntersuchung aller Verträge bis zum Sommer 2014 angeordnet. Gleichzeitig wurde die Vorbereitung von rechtlichen Schritten gegen die verdächtigen ehemaligen Hauptakteure der HBI intensiviert.