Trotz leicht abgeschwächter Wachstumsrate expandiert die deutsche Wirtschaft im März weiter kräftig

Trotz leicht abgeschwächter Wachstumsrate expandiert die deutsche Wirtschaft im März weiter kräftig



- Flash Deutschland Composite Index Produktion bei 55.0 (Feb. 56.4), 3-Monatstief
- Flash Deutschland Service Index Geschäftstätigkeit bei 54.0 (Feb. 55.9), 2-Monatstief
- Flash Deutschland EMI™ Industrie bei 53.8 (Feb. 54.8), 4-Monatstief
- Flash Deutschland Index Industrieproduktion bei 57.0 (Feb. 57.4), 4-Monatstief

Mit 55.0 signalisiert der saisonbereinigte Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion anhaltend kräftiges Wachstum der deutschen Wirtschaft im März. Trotz der leichten Abschwächung gegenüber dem 33-Monatshoch im Februar (56.4) notiert der Index damit erneut über seinem Langzeit-Durchschnittswert.

Sowohl die Industrie als auch der Servicesektor vermeldeten im März eine leicht nachlassende Wachstumsrate. In der Industrie fiel die Produktionssteigerungsrate niedriger aus als in den zurückliegenden drei Monaten, im Servicesektor liefen die Geschäfte etwas weniger gut als im Vormonat.

Der Auftragseingang wies im März einen niedrigeren Zuwachs aus als in den vier Vormonaten, was einige Befragte mit der Beendigung verkaufsfördernder Maßnahmen begründeten. Insgesamt sorgten die außergewöhnlich milde Witterung und die guten Konjunkturperspektiven hingegen abermals für ein Auftragsplus.

Die achte Steigerung der Exportbestellungen in Folge war laut Umfrageteilnehmern besonders auf die anziehende Nachfrage nach Industrieerzeugnissen „Made in Germany“ aus China, Spanien und den USA zurückzuführen.

Der fünfte Jobaufbau hintereinander war vor allem den Neueinstellungen im Servicesektor infolge der gut laufenden Geschäfte zu verdanken. Die Auftragsbestände blieben insgesamt hingegen weitgehend konstant, da die Zunahme in der Industrie vom Rückgang im Servicesektor ausgeglichen wurde.

Der Anstieg der Einkaufspreise schwächte sich auf ein Acht-Monatstief ab und war nur noch marginal. In der Industrie verbilligten sich vor allem Aluminium, Stahl und Kupfer. Im Servicesektor sorgten die steigenden Neben- und Lohnkosten hingegen für steigende Kosten. Da der Inflationsdruck jedoch insgesamt nachließ, blieben die Verkaufspreise auch nahezu unverändert.

Die neunte Ausweitung der Einkaufsmenge in Folge in der Industrie fiel schwächer aus als in den letzten drei Monaten. Die starke Nachfrage sorgte indes für sinkende Bestände an Vormaterialien.

Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist erreichten im Servicesektor den höchsten Wert seit über drei Jahren. Ausschlaggebend hierfür waren das gestiegene Konsumentenvertrauen, der Konjunkturaufschwung und die anziehende Binnen-und Exportnachfrage.

Oliver Kolodseike, der als Ökonom bei Markit auch den Bericht zum Markit Flash EMI™ Deutschland verfasst hat, kommentiert:

„Die deutsche Wirtschaft ist auch im März kräftig gewachsen. Trotz der leichten Abschwächung gegenüber Januar und Februar legte die Wirtschaftsleistung zum zweiten Mal mit der höchsten Rate seit Mitte 2011 zu. Angesichts des fünften Jobaufbaus in Folge lieferte auch der Arbeitsmarkt weiter gute Nachrichten. Zu Neueinstellungen kam es jedoch vor allem im Servicesektor, während die Industrie nur ein minimales Beschäftigungsplus vermeldete.

Gleichzeitig sorgten die sich weiter verbessernden Konjunkturperspektiven dafür, dass die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Servicesektor so optimistisch ausfielen wie seit über drei Jahren nicht mehr. Unserer Umfrage zufolge dürfte die deutsche Wirtschaft nach einer Wachstumsrate von bis zu 0.7% im ersten Quartal auch im zweiten Quartal weiter expandieren.“