Deutsche Industrie: 2014 Investitionsbereitschaft erhöht
Deutsche Industrie: 2014 Investitionsbereitschaft erhöht
Ergebnisse des ifo Investitionstest Verarbeitendes Gewerbe Deutschland
Nach den Ergebnissen des aktuellen ifo Investitionstests hat das deutsche Verarbeitende Gewerbe im Jahr 2013 rund 57 Mrd. Euro in neue Sachanlagen investiert. Damit erhöhten sich die Investitionen gegenüber 2012 um nominal (und real) 3%. Für 2014 ist nach Unternehmensplänen mit einem weiteren Anstieg der Investitionen im Verarbeitenden Gewerbe um nominal 9% (real: knapp 8%) zu rechnen. Rund 66% der Unternehmen wollen ihre Investitionsausgaben 2014 erhöhen, während 30% weniger als im Vorjahr investieren werden. Ein im Vergleich zu 2013 konstantes Investitionsvolumen meldeten die restlichen 4% der Befragungsteilnehmer.
Erweiterungsinvestitionen und Investitionen in Ersatzbeschaffungen halten sich 2013 und 2014 in etwa die Waage. In diesem Jahr sind je rund 30% der Sachanlageinvestitionen den beiden Investitionsmotiven zuzuordnen. Rationalisierungsmaßnahmen spielen im Vergleich zu den 1990er Jahren nur noch eine untergeordnete Rolle.
Die Investitionen wurden 2013 in fast allen Industriehauptgruppen erhöht, nur im Vorleistungsgüter produzierenden Gewerbe blieben die Ausgaben für neue Sachanlagen auf dem Vorjahresniveau. Die stärkste Investitionssteigerung verzeichnete die vorwiegend mittelständisch strukturierte Hauptgruppe - das Verbrauchsgüter produzierende Gewerbe. Kleine Firmen haben ihre ursprünglichen Investitionsabsichten im Laufe des vergangenen Jahres eher nach oben korrigiert, während die größeren Unternehmen ihre Investitionspläne für 2013 nicht im vollen Umfang realisiert haben dürften.
Im laufenden Jahr ist in allen Hauptgruppen eine Anhebung der Investitionsausgaben geplant. Die stärkste Erhöhung des Investitionsbudgets (+10%) hat das Investitionsgüter produzierende Gewerbe vorgesehen, gefolgt von den Produzenten der Vorleistungsgüter und der Verbrauchsgüter (+8% bzw. +9%). Der Zuwachs, den die Hersteller von Gebrauchsgütern meldeten, ist mit 4% moderat. Im Gegensatz zum Verarbeitenden Gewerbe plant der Bergbau ein geringeres Investitionsvolumen als im Vorjahr (- 6%).
Differenziert nach Wirtschaftszweigen wollen die meisten Branchen ihre Investitionsbudgets 2014 erhöhen. Den stärksten Zuwachs um rund ein Fünftel meldete die pharmazeutische Industrie. Aber auch die Hersteller von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen, die ihre Ausgaben für Sachanlagen 2012 und 2013 spürbar eingeschränkt hatten, konnten zuletzt im Rahmen des ifo Konjunkturtests wieder von einer erhöhten Kapazitätsauslastung berichten und planten ebenfalls eine starke Investitionserhöhung um fast ein Fünftel. Nach der nur verhaltenen Investitionstätigkeit 2013 haben auch die Hersteller von Metallerzeugnissen und der "Sonstige Fahrzeugbau", zu dem auch der Luft- und Raumfahrzeugbau und der Schiffbau zählen, kräftige Investitionserhöhungen von 15% vorgesehen. Die - gemessen an ihrem Investitionsvolumen - gewichtige Branche Herstellung von Kraftwagen und -teilen plant, ihre Investitionen 2014 um knapp 10% zu erhöhen. Investitionsrückgänge von rund 5% sind aus heutiger Sicht z.B. im Holzgewerbe (ohne Herstellung von Möbeln) zu erwarten.
Über die Umfrage:
An der im vierten Quartal 2013 durchgeführten Investitionsbefragung beteiligten sich etwas mehr als 2 500 Unternehmen. Gemessen an den Bruttoanlageinvestitionen repräsentieren sie das Verarbeitende Gewerbe Deutschlands zu gut 48%. Erfasst wurden neben den Anlagezugängen im Jahr 2013 die Investitionspläne für 2014 sowie die Zielsetzung der Investitionstätigkeit.