Frühjahrsaufschwung der deutschen Wirtschaft gewinnt im Februar weiter an Fahrt

Frühjahrsaufschwung der deutschen Wirtschaft gewinnt im Februar weiter an Fahrt



- Flash Deutschland Composite Index Produktion bei 56.1 (Jan. 55.5), 32- Monatshoch
- Flash Deutschland Service Index Geschäfts-tätigkeit bei 55.4 (Jan. 53.1), 3-Monatshoch
- Flash Deutschland EMI™ Industrie bei 54.7 (Jan. 56.5), 2-Monatstief
- Flash Deutschland Index Industrieproduktion bei 57.6 (Jan. 60.4), 3-Monatstief

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich im Februar weiter beschleunigt. Dies zeigt der saisonbereinigte Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion, der gegenüber Januar um 0.6 Punkte auf 56.1 stieg und damit ein 32-Monatshoch erreichte. Seit zehn Monaten legt die Wirtschaftsleistung in Deutschland nun bereits ununterbrochen zu.

Die Produktionssteigerungsrate in der Industrie schwächte sich zwar ab, der Index hielt sich jedoch auf einem der höchsten Werte seit Anfang 2011. Ausschlaggebend hierfür waren die anhaltenden Auftragszuwächse. Im Servicesektor liefen die Geschäfte wieder besser als in den beiden Vormonaten.

Infolge der anziehenden Binnen- und Exportnachfrage und aufgrund der milden Witterung erreichte der Auftragseingang ein Drei-Monats-hoch. Die Industrieunternehmen vermeldeten sogar das zweithöchste Exportorderplus seit knapp drei Jahren. Neuaufträge gingen laut Befragten vor allem aus den USA, Asien, dem Nahen Osten, Polen und Russland ein.

Die fünfte Zunahme der Auftragsbestände in Folge fiel schwächer aus als in den drei Vormonaten. Dessen ungeachtet sorgten die anhaltenden Kapazitätsengpässe im Februar für den stärksten Stellenaufbau in der deutschen Wirtschaft seit Januar 2012. Im Servicesektor kam es zu einem kräftigen Jobaufbau, in der Industrie blieb die Beschäftigung hingegen konstant.

Der Kostendruck ließ im Februar weiter nach und fiel auf ein Sechs-Monatstief. Während die durchschnittlichen Einkaufspreise in der Industrie sanken, zogen sie im Servicesektor an, hauptsächlich infolge der gestiegenen Lohnkosten. Die Verkaufspreise wurden zwar nicht mehr ganz so kräftig angehoben wie im Januar, die Preiserhöhung fiel jedoch erneut überdurchschnittlich stark aus.

Infolge der Zuwächse bei Produktion und Auftragseingang wurde die Einkaufsmenge in der Industrie im Februar abermals kräftig ausgeweitet. Der entsprechende Index blieb auf einem der höchsten Werte seit drei Jahren. Die Vormateriallager wurden erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder aufgestockt.

Wegen des guten Exportgeschäfts, der florierenden Geschäfte und des anhaltenden Konjunkturaufschwungs fielen die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Servicesektor im Februar so optimistisch aus wie seit knapp drei Jahren nicht mehr.

Oliver Kolodseike, der als Ökonom bei Markit auch den Bericht zum Markit Flash EMI™ Deutschland verfasst hat, kommentiert:

„Der beschleunigte Aufschwung sorgte in Deutschland im Februar für das stärkste Wirtschaftswachstum seit 32 Monaten.

Unsere 2014-er Umfragedaten passen sehr gut zu den Erwartungen der Bundesregierung, die ihre Wachstumsprognose für Deutschland ja erst kürzlich auf 1.8% angehoben hatte. Erfreulich, dass auch der Servicesektor einen Gang hochgeschaltet hat und die Geschäfts- und Auftragszuwächse im Februar stärker ausgefallen sind als im Januar. Damit hat der Aufschwung an Breite und Stärke gewonnen.

Während die Industrie leicht an Dynamik verloren hat, blieben die Produktions- und Auftragszuwächse hier ausgesprochen kräftig, was auch auf das relativ milde Februar-Wetter zurückzuführen war. Der Aufschwung in der größten Volkswirtschaft der Eurozone festigt sich zusehends, was der stärkste Jobaufbau seit über zwei Jahren zusätzlich unterstreicht.“