Fulminanter Start der deutschen Industrie zum Jahresauftakt
Fulminanter Start der deutschen Industrie zum Jahresauftakt
- Zuwachs bei Produktion und Auftragseingängen erreicht fast 3-Jahreshoch
- Exportaufträge nehmen kräftig zu
- Dicke Auftragspolster sorgen für erneuten Jobaufbau
Die deutsche Industrie ist mit Schwung ins neue Jahr gestartet. Der saisonbereinigte Markit/BME Einkaufsmanager IndexTM, der die Geschäftslage von über 500 Unternehmen des produzierenden Gewerbes in einem Wert widerspiegelt, kletterte von 54.3 Punkten im Dezember auf 56.5 im Januar und erreichte damit ein 32-Monatshoch. Besonders die erhöhten Fertigungsvolumen und Auftragseingänge sowie der zweite Beschäftigungsaufbau in Folge hatten für den jüngsten EMI-Anstieg gesorgt.
Insgesamt verzeichnete die Industrie den stärksten Leistungszuwachs seit fast drei Jahren. Die Haupt-gründe hierfür waren nach Angaben der Umfrageteilnehmer die Einführung neuer Produktpaletten und die sichtbare Belebung des Neugeschäfts. Die Auftragseingänge wurden zusätzlich durch die anziehende Auslandsnachfrage verstärkt und verzeichneten das größte Wachstum seit April 2011.
Die Exportgeschäfte gewannen merklich an Dynamik. Die deutschen Unternehmen profitierten hierbei vor allem von erhöhten Auftragseingängen aus Asien und den USA. Insbesondere im Bereich Konsumgüter wurden vermehrt Produkte ‘Made in Germany’ nachgefragt.
Dadurch wurden die Unternehmenskapazitäten stärker beansprucht und die Auftragsbestände nahmen nicht nur den vierten Monat in Folge zu, sondern auch so rasant wie seit 33 Monaten nicht mehr. Alle drei von der Umfrage erfassten Industriebereiche verbuchten im Januar ein Plus. Um den erhöhten Produktionsbedarf zu decken, nahmen die Unternehmen zum zweiten Mal in Folge zusätzliche Arbeitskräfte unter Vertrag, die Einstellungsrate erreichte dabei ein 2-Jahreshoch.
Infolge der gestiegenen Nachfrage verringerten sich auch die Fertigwarenbestände der Hersteller. Während sich der Lagerabbau verlangsamte, verlängerten sich die Lieferzeiten der Zulieferer weiter. Die Einkaufsmanager passten auch ihre Bestellmengen an die gestiegenen Auftragszahlen an, wodurch diese im Januar so markant zulegten wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Trotz der verstärkten Einkaufstätigkeit reduzierten sich die Vormateriallager insgesamt leicht.
Auf der Kostenseite ließ sich ein weiterer, wenngleich abgeschwächter Anstieg messen. Vor allem höhere Materialpreise hatten den befragten Managern zufolge die Ausgaben in die Höhe getrieben. Um die Kosten abzufedern, hoben die Industrieunternehmen ihre Verkaufspreise saldiert betrachtet leicht an, so dass sich diese den vierten Monat in Folge erhöhten. :
Oliver Kolodseike, Ökonom bei Markit, kommentiert den finalen Markit/BME Einkaufsmanager Index:
“Die deutsche Industrie hat zu Beginn des neuen Jahres nochmals einen Gang hochgeschaltet. Sowohl die Fertigungsvolumen als auch die Auftragseingänge sind so stark angestiegen wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Das Neugeschäft wurde dabei durch eine verbesserte Binnen- und Auslandsnachfrage beflügelt, wobei besonders aus Asien und den USA vermehrt Exportgüter geordert wurden.
Derzeit sieht es ganz so aus, als würde das Industriewachstum einen merklichen Beschäftigungsaufbau nach sich ziehen können. Die Neueinstellungen sind ein ermutigendes Zeichen dafür, dass die Industriemanager wohl auch weiterhin mit steigenden Auftragszahlen rechnen. Immerhin verbuchten sie bei den Auftragsbeständen im Januar den größten Zuwachs seit über zweieinhalb Jahren.
Die deutsche Industrie ist offensichtlich auf dem besten Wege, im ersten Quartal 2014 eine starke Leistung zu erzielen. Dies ist sicherlich ein Lichtblick, da offizielle Daten für das deutsche BIP im Jahr 2013 nur ein enttäuschendes Wachstum von 0.4 % ausgewiesen haben.”