Deutschland: Erneuter Wachstumsschub unterstützt soliden Stellenaufbau im Dezember

Deutschland: Erneuter Wachstumsschub unterstützt soliden Stellenaufbau im Dezember



- Finaler Service-Index Geschäftstätigkeit Deutschland bei 53.5 (2-Monatstief; November 55.7)
- Finaler Composite Index Produktion Deutschland bei 55.0 (2-Monatstief; November 55.4)

Auch im Dezember können die deutschen Dienstleister auf einen erfolgreichen Monat zurück-blicken: Sowohl die Geschäftstätigkeit als auch die Neuaufträge nahmen kräftig zu, ihre Wachstumsraten kamen aber nicht ganz an die Spitzenwerte von November heran. Im November hatten beide beinahe ein 2,5-Jahreshoch erreicht. Zugleich beschleunigte sich der Beschäftigungsanstieg und die Neueinstellungsrate erreichte das höchste Niveau seit Ende 2011.

Der saisonbereinigte finale Service-Index Ge-schäftstätigkeit sank zwar von 55.7 Punkten im November auf 53.5 im Dezember, hielt sich aber den siebten Monat oberhalb der neutralen 50- Punkte-Grenze. Außerdem schloss er über einem Langzeit-Durchschnitt von 52.9. Alle sechs von der Umfrage erfassten Dienstleistungssektoren verzeichneten ein Plus gegenüber dem Vormonat, allen voran die Bereiche Vermittlung von Finanzdienstleistungen und Post & Telekommunikation.

Der saisonbereinigte finale Composite Index Produktion, der die Ergebnisse von Industrie- und Dienstleistungssektor vereint, gab von 55.4 Punkten im November auf 55.0 im Dezember leicht nach, blieb aber den achten Monat in Folge im Wachstumsbereich. Der aktuelle Wert entspricht dem zweithöchsten Stand seit Juni 2011. Die deutsche Privatwirtschaft konnte zudem Zuwächse bei den Auftragseingängen und dem Beschäftigungsniveau vermelden, welches so stark angehoben wurde wie seit Januar 2012 nicht mehr. Der Kostenanstieg verlangsamte sich insgesamt im Monatsverlauf, während die Verkaufspreise der Privatunternehmen sich geringfügig erhöhten.

Bei den Dienstleistern erhöhte sich die Zahl der Neuaufträge den sechsten Monat in Folge, wenn-gleich nicht ganz so deutlich wie in den beiden Vormonaten. Ihre Auftragsbestände stabilisierten sich im Monatsverlauf, nachdem sie im November noch moderat angewachsen waren. Einige Unternehmen gaben an, dass das zusätzlich eingestellte Personal dabei geholfen habe, unerledigte Aufträge abzuarbeiten und so den Termindruck zu vermindern.

Das Beschäftigungsniveau der Dienstleistungsunternehmen erhöhte sich im Dezember zum fünften Mal innerhalb der letzten sechs Monate, diesmal sogar so markant wie seit zwei Jahren nicht mehr. Nach Angaben vieler Umfrageteilnehmer hatten ihre positiven Geschäftsprognosen sie zur Aufstockung ihrer Belegschaft ermutigt. Mit 31 % lag der Prozentsatz der Befragten, die mit einer günstigen Geschäftsentwicklung rechnen, fast doppelt so hoch wie der Anteil an Pessimisten (17 %). Unternehmen aus dem Bereich Post & Telekommunikation zeigten sich dabei am zuversichtlichsten, gefolgt vom Bereich Transport & Lagerhaltung.

Zugleich mussten die Dienstleister im Dezember einen weiteren Kostenanstieg verbuchen. Dieser fiel jedoch geringer aus als in den vergangenen fünf Monaten. Oftmals verwiesen die Unternehmen auf höhere Ausgaben für Löhne und Gehälter sowie gestiegene Transportkosten. Auch ihre Angebots-preise erhöhten sich aktuell, allerdings nur marginal.

Tim Moore, Ökonom bei Markit, kommentiert die finalen Markit-Indizes:

„Die deutsche Privatwirtschaft hat zum Jahresende 2013 nochmals stark zugelegt, wenngleich sich das Wachstum im Dienstleistungssektor gegenüber seinem Spitzenwert von November verlangsamt hat. Im November hatte das Wachstum fast ein 2,5- Jahreshoch erreicht. Die verbesserte Geschäftslage sorgte wiederum für einen Beschäftigungsanstieg: In der Industrie wurden nach den letzten Stellenkürzungen wieder neue Arbeitsplätze geschaffen und die Dienstleistungsunternehmen stellten so viele Mitarbeiter ein wie seit zwei Jahren nicht mehr. Der Inflationsdruck fiel hingegen insgesamt unterdurchschnittlich gering aus, im Dienstleistungssektor wurde der schwächste Kostenanstieg seit sechs Monaten gemessen.

Im Hinblick auf die Geschäftsentwicklung im Jahr 2014 zeigten sich die Dienstleister im Großen und Ganzen optimistisch. Für das Jahr 2013 hatten sie dagegen im Vorfeld kaum Veränderungen erwartet.”